Verhandlungen über einen Sozialplan im nächsten Monat

Dura-Mitarbeiter klagen gegen ihre Entlassungen

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Noch immer laufen an der Produktionshalle der Firma Dura die Aufräumarbeiten nach dem Großbrand vom 15. September. Die Folgen seien für das Unternehmen verheerend gewesen, hieß es von Seiten der Geschäftsführung.

Plettenberg - 227 Arbeitsplätze beim Plettenberger Automobilzulieferer Dura stehen derzeit auf dem Spiel. Die Betroffenen wehren sich. Sie klagen vor dem Arbeitsgericht in Iserlohn in diesen Tagen auf ihre Wiedereinstellung.

„Die Chance, zu gewinnen, schätze ich gar nicht so schlecht ein“, sagt Torsten Kasubke, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall. Er sieht mögliche Fehler in den Kündigungen, weil die Sozialauswahl nicht ordentlich mit dem Betriebsrat abgesprochen gewesen sei. „Da gibt es hohe Anforderungen“, betont Kasubke, „und wenn das nicht richtig gemacht worden ist, dann ist die Kündigung unzulässig.“

Mit den Klagen sind auch die Verhandlungen über die Abfindungen verbunden. Die Firma Dura ließ von vorneherein über ihren Anwalt mitteilen, dass die Firma nichts anbieten könne. „Wo nichts ist, kann nichts ausgegeben werden“, hieß es vor Gericht. Das Unternehmen habe in Plettenberg bekanntlich in den letzten fünf Jahren über 130 Millionen Euro Verluste eingefahren. Hinzu komme der Großbrand, der am 15. September in einer Produktionshalle an der Königstraße die Eloxalanlage zerstört hat.

Alles zur Firma Dura gibt es hier

Das Angebot für die Abfindungen komme daher nicht von der Firma Dura Leisten und Blenden, sondern von der amerikanischen Dura-Eigentümerin Lynn Tilton. Fragt man die Geschäftsleitung, dann hört sich das Angebot so an: Jeder Gekündigte könne mit einer Abfindung rechnen, die 50 Prozent über das gesetzlich geforderte Maß hinausgehe. Der IG-Metall-Bevollmächtigte Kasubke betont jedoch, dass es eine solche gesetzliche Regelung gar nicht gebe.

Weiter sagt er: „Dura bietet eine Abfindung in Höhe von 0,15 Gehälter pro Jahr der Beschäftigung an.“ Üblich seien Abfindungen zwischen 0,4 und 0,5 Gehälter pro Jahr. Beispiel: Normal wären also bei einem monatlichen Brutto-Einkommen von 3 000 Euro zwischen 1 200 und 1 500 Euro pro Beschäftigungsjahr, die Dura-Eigentümerin biete aber laut Kasubke in diesem Rechenexempel nur 450 Euro pro Jahr an.

Mit einem Ergebnis der Klagen wird erst im Januar gerechnet. Unabhängig davon verhandeln Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite nächsten Monat den Sozialplan. Auch hier wird es um die Höhe der Abfindungen gehen. Falls es zu keiner Einigung kommen sollte, werde es laut Kasubke zu einem Spruch der Einigungsstelle kommen. Das Ergebnis wäre völlig offen: Möglich, dass der Mediator eine Mindestsumme festlegt, möglich aber auch, dass die Firma Dura aufgrund mangelnden Geldes zu keinen Abfindungen verpflichtet wird.

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