Bis zum Jahreswende folgen 45 weitere Kündigungen  

Dura kündigt im ersten Schritt 182 Mitarbeitern

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Im Werk des amerikanischen Automobilzulieferers Dura an der Königstraße soll bis zum Jahresende 227 Mitarbeitern gekündigt werden. Ende August bekamen im ersten Schritt bereits 182 Mitarbeiter die Kündigung. 

Plettenberg - Die Führungsspitze des amerikanischen Automobilzulieferers Dura macht ernst am Standort Plettenberg. Zum Monatsende wurde insgesamt 182 Mitarbeitern des Dura-Bereichs Leisten & Blenden gekündigt. Weitere 20 Mitarbeitern sollen im Oktober entlassen werden und 25 Beschäftigte bekommen ihre Kündigung noch vor Weihnachten im Dezember diesen Jahres.

Insgesamt trennt man sich somit von 227 Mitarbeitern am Standort Plettenberg. Das Werk in Selbecke ist nach Informationen unserer Redaktion von den Kündigungen nicht betroffen. 

„Wir bedauern diesen Schritt, müssen aber der Tatsache ins Auge sehen, dass das Werk weitaus weniger Aufträge als Kapazitäten hat. Über die letzten Jahre sind bei Dura Leisten Blenden Verluste von mehr als 130 Millionen Euro aufgelaufen und es geht jeden Monat mit Verlust weiter. Diese Situation ist nicht akzeptabel und es müssen Veränderungen stattfinden. 

Damit es für das Plettenberger Werk eine Zukunft geben kann, gilt es Qualität, Produktivität und Kosteneffizienz zu verbessern. Daran müssen wir alle gemeinsam arbeiten – Management, Mitarbeiter und Arbeitnehmervertreter“, betonte Dave Pettyes, Executive Vice President bei Dura Automotive, gestern gegenüber unserer Zeitung. 

Anfang August waren die Verhandlungen über einen Sozialplan im sogenannten Einigungsstellenverfahren gescheitert. Dabei gab es insgesamt drei Marathonsitzungen, bei denen sich die Geschäftsführung von Dura Automotive Plettenberg und die Arbeitnehmervertreter vor der Einigungsstelle nicht über die Bedingungen des geplanten Abbaus von 227 Stellen einigen konnten. 

Die Dura-Spitze hatte die Verhandlungen schließlich für gescheitert erklärt, was der Arbeitsrichter bestätigte und damit die rechtliche Grundlage lieferte für die nun ausgesprochenen Entlassungen. „Wir bedauern, dass keine Einigung möglich war und die Unklarheit für unsere Kunden und Mitarbeiter andauert. Unser Fokus liegt weiterhin darauf, die Wettbewerbsfähigkeit des Plettenberger Werks zu verbessern. 

Dazu gehört leider auch, die Produktionskapazitäten und damit verbundene Stellenanzahl an die reale Auftragslage unserer Kunden anzupassen. Ansonsten bleibt die Zukunft von Dura Leisten & Blenden gefährdet“, erklärte Dave Pettyes. Ungeachtet des gescheiterten Einigungsstellenverfahrens zum Interessensausgleich soll die Dura-Geschäftsführung weiteren Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern offen gegenüber stehen – Ende September sind weitere Gespräche über einen Sozialplan geplant. 

Gudrun Gerhardt, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Märkischer Kreis, gab zur ersten Kündigungswelle gestern folgende Stellungnahme ab: „In den letzten Wochen haben Betriebsrat und IG Metall die von den Kündigungen betroffenen Personen umfassend beraten. Für unsere Mitglieder haben wir Kündigungsschutzklagen eingereicht.“

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