Sozialplan-Verhandlungen gescheitert

Dura: Keine Einigung zwischen Betriebsrat und Konzernspitze

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Torsten Kasubke, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall im MK.

Plettenberg - Seit rund anderthalb Jahren ringen Dura-Betriebsrat und Konzernspitze um einen sozialverträglichen Abbau von 250 der 800 Arbeitsplätze im Bereich ›Leisten und Blenden‹. 

Wie nun bekannt geworden ist, sind die Verhandlungen zur Erstellung eines Sozialplans gescheitert.

Bis Ende April sollten die Verhandlungen eigentlich abgeschlossen und bis Ende des Jahres sollte der Abbau der 250 Stellen durchgeführt worden sein. Ob dieser Zeitrahmen, gesetzt von der Konzernspitze, noch eingehalten werden kann, scheint nun mehr als fraglich. Denn bei den Verhandlungen zum Sozialplan konnte keine Einigung erzielt werden. 

In einer Pressemitteilung erklärt die US-Konzernleitung, dass sie die Verhandlungen mit dem Betriebsrat definitiv für gescheitert hält. „Die Geschäftsführung bedauert das Scheitern der Gespräche. Wir erkennen an, dass beide Seiten die Verhandlungen in bester Absicht geführt haben und sich dabei entgegengekommen sind. Dennoch lagen wir am Ende zu weit auseinander“, sagt Dave Pettyes, Vize-Präsident Personal bei Dura Automotive (Executive Vice President for Human Resources). 

Die IG Metall spricht von einem inakzeptablen Angebot bei den Abfindungen: Dura soll jedem Entlassenen insgesamt nur 6 000 Euro angeboten haben. 

„Das ist sehr sehr weit unter der Regelabfindung“, erklärt Torsten Kasubke, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall im Märkischen Kreis. Denn würde ein Arbeitnehmer vor Gericht gegen seine Kündigung klagen, würden ihm in der Regel pro Jahr der Beschäftigung rund 0,5 Gehälter als Abfindung gezahlt. 

US-Konzerne und das Prinzip ›hire and fire‹ Kasubke bestätigte, dass sich beide Parteien bereits vor Pfingsten vor dem Arbeitsgericht getroffen hätten. Dort habe der Richter auf Betreiben der Konzernleitung entschieden, dass eine Einigungsstelle eingerichtet werden soll. Diese besteht aus Vertretern der Konzernleitung und des Betriebsrates. 

Allerdings könnten beide Seiten gegen die Einrichtung einer solchen Stelle Rechtsmittel einlegen. Die Dura-Geschäftsführung erklärt, dass eine Einigungsstelle vor allem bald Klarheit für alle Beteiligten schaffen und einen Sozialplan „im Rahmen der von Dura Leisten und Blenden begrenzten Möglichkeiten“ festlegen soll. Egal, ob nun die Einigungsstelle eingesetzt wird oder nicht – Kasubke denkt, dass die Verhandlungen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Er persönlich finde es schade, dass nicht im Vorfeld der jetzigen Entwicklungen bereits vor Ort ein Kompromiss geschlossen werden konnte. „Mit ein bisschen gutem Willen hätten wir eine Lösung erzielt“, erklärt Kasubke. Große Probleme bei den Verhandlungen hätten laut des zweiten Bevollmächtigen der IG Metall im Kreis die Entscheidungen der Konzernspitze in den Vereinigten Staaten verursacht. 

Denn die US-Konzerne seien es nicht gewohnt, in Fällen wie bei Dura Kompromisse eingehen zu müssen. Die Rechte der Arbeitnehmer seien in den USA wesentlich stärker beschränkt als in Deutschland. „In den Vereinigten Staaten gilt nunmal leider das Prinzip ›hire and fire‹ (dt.: ›Heuern und Feuern‹).“ 

Für die Dura-Konzernleitung gelte es nun aber trotz oder gerade wegen der neuesten Entwicklungen bei Dura Leisten und Blenden, weiter einen guten Kontakt zu den Kunden zu pflegen.

 „Höchste Priorität hat für uns nach wie vor die Erfüllung der Ansprüche unserer Kunden an Liefertreue, Stückzahl und Qualität zu wettbewerbsfähigen Konditionen. Solange Mindestanforderungen der Kunden und zentrale Leistungskriterien jedoch nicht erfüllt werden, bleibt die Zukunft des Standorts weiter ungewiss“, erklärt Pettyes. 

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