Dura-Brand im September tötete 94 Prozent der Fische

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Mit dem Löschwasser des Brandes waren Säuren sowie Nickel- und Aluminiumsalze in die Oester gelangt.

Plettenberg - Weniger Fische und weniger Nahrung für diese sind die Folgen des Dura-Brandes im September. Das belegt jetzt ein Gutachten, das von drei Plettenberger Angelvereinen und der Firma Dura angefordert wurde. Der entstandene Gesamtschaden liegt demnach bei rund 9 350 Euro.

Die untere Wasserbehörde und das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) hatten kurz nach dem Brand festgestellt, dass durch das Löschwasser Säuren sowie Nickel- und Aluminiumsalze in die Oester und nachfolgend in die Else und Lenne gelangt waren.

„Auf Anregung der drei betroffenen Angelvereine hat das Unternehmen ein fischereibiologisches Gutachten in Auftrag gegeben. Darin wurde ein insgesamt knapp fünfstelliger Betrag errechnet, der laut Gutachten notwendig ist, damit die Vereine die ursprüngliche Anzahl an Fischen in ihren Flussabschnitten wieder ansiedeln können. Jeder Verein erhält seinen Betrag über unsere Versicherung“, heißt es von einem Dura-Sprecher dazu.

Begleitend von dem Verein Angelsportfreunde Bremcke hatte der Gutachter die Flüsse, beziehungsweise den Fischbestand und den der dort lebenden Kleinlebewesen untersucht.

Laut Gutachten wurden rein rechnerisch rund 94 Prozent des Fischbestandes vernichtet. Damit ist ein größerer Schaden entstanden als vermutet. Zur Feststellung des Bestands wurden die Ergebnisse einer Elektrotestbefischung herangezogen. Zum Vergleich wurde ein Abschnitt der Oester oberhalb der Einleitungsstelle sowie ein Stück der Else oberhalb der Oestermündung ausgewählt. In den nicht belasteten Gebieten betragen die Fischbestände durchschnittlich 330 Kilogramm pro Hektar. Im Bereich der Schadensstellen sind es nur noch 20 Kilogramm pro Hektar.

Bei den Untersuchungen wurde zudem festgestellt, dass die Kleinlebewesen, von denen sich die Fische ernähren, an mehreren Stellen der Oester und Else deutlich weniger geworden sind. Das bezieht sich nicht nur auf die Menge, sondern auch auf die Artenvielfalt und beeinträchtige die Nahrungsgrundlage der Fische auch noch für längere Zeit. Die Lenne scheine allerdings nicht betroffen zu sein, zumindest nicht in einer messbaren Schädigung. Dies sei auf die starke Verdünnung der Schadstoffwelle bis zur Lenne zurückzuführen.

Zu den Kleintieren gehören zum Beispiel Eintagsfliegen, Steinfliegenlarven, Köcherfliegenlarven, Kriebelmücken, Schnecken und Strudelwürmer. Erst im unteren Elseabschnitt vor der Mündung in die Lenne zeigte sich eine teilweise Erholung der Lebewesen. Außerhalb der betroffenen Stellen treten die Kleinlebewesen meist in starken Beständen auf.

Zur Schadensberechnung müssen unter anderem die Ertragsminderung, die Kosten für notwendig werdende zusätzliche Besatzmaßnahmen (zur Wiederherstellung des Fischbestandes auf die Bestandshöhe vor der Schädigung) und zur Beseitigung der Schäden am Gewässer berücksichtigt werden. Der Gesamtschaden liegt bei 9 350 Euro.

Das Gutachten dient auch als Besatzempfehlung für die Angelvereine in den kommenden Jahren. Da ein Besatz mit großem, beziehungsweise fangfähigen Fischen ökologisch und fischbiologisch nicht sinnvoll sei, komme nur ein Besatz von Jungfischen in Frage. In den nächsten drei Jahren sollen daher pro Hektar etwa 2 000 junge Bachforellen, 600 Äschen und rund 1 500 Kleinfische wie zum Beispiel Koppen eingesetzt werden.

Die Fischerei kann in den nächsten drei Jahren zudem nur in sehr beschränktem Umfang ausgeübt werden, da die Jungfische mehrere Jahre brauchen, um eine fangfähige Größe zu erreichen. Zudem benötigt es auch seine Zeit, bis sich sämtliche Kleinlebewesen angesiedelt haben und das Gewässer ökologisch einwandfrei funktioniert.

Die Angelvereine bestätigen eine gute Zusammenarbeit mit der Firma Dura in Verbindung mit dem Gutachten und der Schadensbegrenzung an den Gewässern.

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