Elektrisierendes Graffiti im neuen Parkhaus

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Verschönerten eine graue Betonwand im neuen Parkhaus an der Brachtstraße, vor der bald eine Ladestation für E-Fahrzeuge installiert wird, mit kunstvoller Graffiti (von links): Tobias Hoddow, Ralf Schütz und Dustin Schneidereit.

Plettenberg - Mut zahlt sich aus. Nicht immer, aber im Fall von Ralf Schütz war es so. Vor einigen Wochen besprühte der Plettenberger schwarze Folien mit kunstvoller Graffiti und platzierte diese im Rathausinnenhof. Die Aufschrift „Platz für Kunst“ sprang Bürgermeister Ulrich Schulte ins Auge, der Kontakt mit dem 41-jährigen Plettenberger aufnahm.

Das Ergebnis der ganz offiziellen Zusammenarbeit der Stadt Plettenberg mit drei heimischen Graffiti-Künstlern kann ab sofort im neuen Parkhaus an der Brachtstraße bewundert werden. „Wir haben eine kunstvolle Gestaltung der Wand im Parkhaus gesucht. Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen“, sagte Bürgermeister Ulrich Schulte. 

Auf einer Fläche von 50 Quadratmetern zeigten Ralf Schütz, Dustin Schneidereit (33 Jahre) und Tobias Hoddow (34), wie kunstvoll man mit einer Spraydose umgehen kann. In Szene gesetzt wurde dabei die geplante elektrische Ladesäule, die dort demnächst installiert werden soll. Blitze vor dunkelblauem Himmel und die Silhouette einer Stadt passend zu dem Thema. Komplettiert wird die Wand mit zwei Stadtwerke-Schriftzügen, da der Energieversorger auch für die Ladesäule verantwortlich ist. 

Die insgesamt 50 Quadratmeter große Wand wird jeweils außen mit den drei Tags – also den Künstlernamen der Sprayer – komplettiert. Ralf Schütz, der im normalen Leben im Marketingbereich eines Büroausstatters arbeitet, hat die Bezeichnung „MIE“. Dustin Schneidereit, der als Maler und Lackierer sein Hobby zum Beruf gemacht hat, nennt sich „LACK“ und Tobias Hoddow, Schmied bei der Firma Rasche, hat die Bezeichnung „BIET“. Knapp 40 Stunden waren die drei Plettenberger am Wochenende damit beschäftigt, die graue Betonwand zu verschönern.

 „Wir wollen damit zeigen, dass Graffiti auch Kunst ist“, erklärte Schütz, der sich seit Anfang der 90er Jahre dafür einsetzt, dass Flächen für ambitionierte Sprayer in Plettenberg zur Verfügung gestellt werden. „So ein Graffiti übersprüht normalerweise niemand“, sagte Schütz zu dem ungeschriebenen Gesetz in der Szene. Alle drei würden sich freuen, wenn sie weitere Flächen gestalten könnten. Ein weiteres Projekt haben sie dabei bereits im Auge, doch darüber wollen sie noch mit dem Plettenberger Bürgermeister sprechen.

 Insgesamt verbrauchten die drei Plettenberger übrigens fast 60 Spraydosen und achteten dabei mit Unterstützung von Ordnungsamtsmitarbeiterin Stefanie Schade darauf, dass keines der geparkten Autos mit Sprühnebel in Verbindung kam. Nach der kraftraubenden Gestaltung der Wand auf der unteren Parkebene waren die drei Sprayer am Sonntag komplett durchgefroren. „Jetzt freue ich mich erst mal auf eine heiße Badewanne“, sagte Dustin Schneidereit, der sich zuvor aber noch mit seinen Freunden vor der schmucken Graffiti-Wand im neuen Parkhaus fotografieren ließ.

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