„Ich trete in große Fußstapfen“

+
Der neu zusammengestellte Vorstand der SPD (v. li. n. re.): Thilo Schmidt, Khaoula Gerdes, Uwe Boese, Stefan Langenbach, Wolfgang Rothstein, Florian Ahlers, Dirk Finder und Sebastian Rötz. Mit auf dem Foto: die Europaabgeordnete Birgit Sippel.

Was die SPD auf Bundesebene laut ihren Kritikern nicht vollzieht, führen die Sozialdemokraten zumindest auf kommunaler Ebene durch: Einen Neuanfang wagt der heimische SPD-Ortsverein, der am Ende der Jahreshauptversammlung einen fast völlig neuen Vorstand präsentierte. An dessen Spitze steht nun Dirk Finder.

Fast genau ein Jahr ist es her, dass Martin Schulz mit hundert Prozent der Stimmen zum Parteivorsitzenden der SPD gewählt wurde – die weitere Entwicklung des Sozialdemokraten und der deutschen Sozialdemokratie dürften bekannt sein.

Und so war Dirk Finder nicht traurig, dass er am Donnerstagabend im Awo-Heim eben nicht die magische Marke erreicht hat: Von 25 anwesenden Mitgliedern erhielt er „nur“ 22 Ja-Stimmen. „Ein ‘Nein’ muss man sich verdienen“, erklärte Finder augenzwinkernd, der damit Jürgen Beine nach zehn Jahren an der Spitze des Plettenberger SPD-Ortsvereins ablösen wird.

„Ich trete in große Fußstapfen“, erklärte Finder. Beine habe nicht nur in der vergangenen Dekade viel geleistet. „Du hast immer voller Überzeugung der SPD gedient“, sagte Finder, der sich darauf freue, die „Weichen des Ortsvereins“ für eine erfolgreiche Zukunft stellen zu dürfen.

Dabei hoffe er auf die Unterstützung des ehemaligen Vorsitzenden, der den heimischen Sozialdemokraten als Mitglied des Beirats erhalten bleiben wird. „Ich bin noch ziemlich Grün hinter den Ohren, aber baue auf deine Hilfe“, sagte Finder.

Der neue Ortsvorsitzende verabschiedete seinen Vorgänger mit einem bunten Präsentkorb und einem Blumenstrauß für Ehefrau Martina Wittkopp-Beine. „Ich weiß, dass sie dir stets den Rücken freigehalten hat und dafür möchten wir auch ihr danken“, sagte Finder.

Jürgen Beine selbst wollte nicht viele Worte zu seinem Rücktritt aus der vordersten Reihe des Ortsvereins verlieren. „Für mich ist dies eine ganz besondere Veranstaltung, aber ich werde keine Bilanz ziehen“, sagte Beine, der seit 34 Jahren Mitglied der SPD ist.

„Einen Schritt zurück“ treten möchte auch Uwe Boese. Der bisherige Geschäftsführer des Ortsvereins verzichtete auf eine weitere Kandidatur für das Amt, das es so auf Ortsebene nicht mehr geben wird: Das Amt wird künftig als „Schriftführer / Mitgliederbeauftragter“ weiter bestehen.

Zehn Jahre lang hatte Boese das Amt des Geschäftsführers inne gehabt. „Nun ist Schluss“, sagte Boese, der vor allem dem Vorstand und Jürgen Beine herzlich dankte.

Sein Amt, das nun anders benannt wird, wird künftig Stefan Langenbach ausfüllen. Boese selbst wird als dessen Stellvertreter fungieren.

Zuvor hatte Boese ein letztes Mal von den Veranstaltungen des SPD-Ortsvereins im vergangenen Jahr berichtet. Diese seien nicht so zahlreich gewesen wie in den Jahren zuvor. „Das lag vor allem an den Wahlen“, erklärte Boese, der mit der NRW- und der Bundes-SPD zum Teil hart ins Gericht ging.

„Höhen und Tiefen bestimmen wir selbst“, erklärte Boese, der darauf baue, dass sich die SPD aus dem derzeitigen Umfragetief befreien könne. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagte Boese. Man wolle nun alle Kraft aufwenden, um auch bei den kommenden Kommunalwahlen stärkste Kraft im heimischen Rat zu bleiben. Und vielleicht trägt Birgit Sippel, Europaabgeordnete der SPD, die ebenfalls in das Awo-Haus gekommen war, die Aufbruchstimmung im heimischen Ortsverein bis zur Bundes-SPD.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare