Trotz der Streaming-Konkurrenz

Diese Frau setzt auf die Magie des Kinos

Susanne Vohwinkel freut sich, das Weidenhof-Kino am 1. Juli wieder öffnen zu können.
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Susanne Vohwinkel freut sich, das Weidenhof-Kino am 1. Juli wieder öffnen zu können.

Seit acht Monaten sind die Leinwände im Plettenberger Weidenhof-Kino schwarz. Trotz sinkender Inzidenzwerte wird es aber noch einen weiteren Monat dauern, bis die ersten Kinofilme auf der Leinwand flimmern.

Plettenberg - „Es muss noch einiges geregelt werden. Die öffentlichen Ankündigungen sind nicht die Ausführungsverordnungen.“ Und dort gebe es noch einigen Klärungsbedarf, sagt Kino-Betreiberin Susanne Vohwinkel. „Eine Kinoöffnung ergibt nur bundesweit Sinn. Und das gilt auch für die Filmverleiher“, sagt Vohwinkel. Der Plan der gesamten Branche sehe eine einheitliche Öffnung zum 1. Juli vor – die Wiedergeburt des Kinos nach neun Monaten sozusagen.

Sitzordnung nach Schachbrettmuster?

Bis dahin müsse noch geklärt werden, wie man mit den geimpften, den genesenen und den getesteten Kinogängern umgehe. Ob ein Schachbrettmuster bei der Sitzordnung vorgeschrieben werde und ob die Maske im Kino durchgehend getragen werden müsse, sei offen. Eine permanente Maskenpflicht würde starke Einschnitte beim Verkauf von Softdrinks, Alkohol, Popcorn und Co. nach sich ziehen. „Und jeder weiß, dass ein Kino von den Ticketverläufen allein nicht leben kann“, sagt die Plettenbergerin.

Sie sähe es gerne, wenn die Kinobesucher an ihren Plätzen keine Masken mehr tragen müssten und Speisen und Getränke verzehren dürften. Anzustreben sei auch, dass nicht mehr ganz so viel Abstand gehalten werden muss wie nach dem ersten Lockdown – wobei ihr aber klar ist, dass es einen bis auf den letzten Platz besetzten Saal erst einmal nicht geben wird. Vorbereitungzeit benötige man auch für das Buchungssystem. „Wie ist es mit den Sitzabständen? Dürfen zwei Geimpfte dann nebeneinander sitzen oder muss ein Platz frei bleiben? Das ist alles noch nicht endgültig geklärt“, sagt Vohwinkel, die in den nächsten Wochen erst einmal das Lager wieder auffüllen muss, denn sämtliche Getränke, Nachos und Süßigkeiten aus dem Vorjahr mussten entsorgt oder verschenkt werden.

Filme müssen verfügbar sein

Eine Öffnung des Kino bereits Mitte Juni sei zwar denkbar, „aber es müssen dann auch entsprechende Filme verfügbar sein“, sagt Vohwinkel. Wie Nicole Güldner aus dem Apollo-Kino in Altena folgt sie der Linie des Dachverbandes HDF Kino und anderer Spitzenverbände der Filmwirtschaft und strebt eine Wiedereröffnung zum 1. Juli an. Vohwinkel hofft im September auf den Kino-Start des Bond-Films „No Time to Die“ und Blockbuster wie „Top Gun II“ und freut sich auf den Kinderfilm „Peter Hase II“.

Der Disney-Konzern werde in Zukunft leider alle Filme parallel zum Kinostart auch auf seiner kostenpflichtigen Streamingplattform anbieten. Und auch der gerade verkündete Verkauf der MGM-Studios (Bond-Reihe, Rocky und andere) an Amazon verheiße wenig Gutes. „Aber ich setze auf die Magie des Kinos, denn es ist ein ganz anderes Erlebnis, einen Film in einem abgedunkelten Kinosaal ohne Ablenkung auf einer großen Leinwand zu sehen, als zu Hause.“

Jubiläumsfeier wird nachgeholt

Die am Ende neunmonatige Pause sieht Susanne Vohwinkel in Anbetracht der Geschichte des Lichtspielhauses ein Stück weit gelassen. „Wir hätten im letzten Jahr das 100-jährige Weidenhof-Jubiläum feiern können. Das Kino hat schon so viele Sachen überstanden, da werden wir auch Corona überstehen“, sagt Vohwinkel. Im nächsten Jahr betreibe sie das Kino mir ihrem Mann Burkhard Vohwinkel seit 20 Jahren. „Aus dem Anlass werden wir 2022 etwas veranstalten und dabei auch das 102-jährige Bestehen würdigen“, freut sich die Kinobetreiberin auf eine Veranstaltung ohne Masken und Mindestabstände.

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