Politik und Ordnungsamt an der Uhlandstraße

Nach Anwohner-Kritik: So soll es auf Plettenbergs Scheinbahnstraße weiter gehen

Die Uhlandstraße ist Plettenbergs Scheinbahnstraße. Damit nicht mehr so viele Leute denken, sie sei eine Einbahnstraße, soll sich womöglich etwas ändern. Die CDU und das Ordnungsamt machten sich dazu ein Bild vor Ort.
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Die Uhlandstraße ist Plettenbergs Scheinbahnstraße. Damit nicht mehr so viele Leute denken, sie sei eine Einbahnstraße, soll sich womöglich etwas ändern. Die CDU und das Ordnungsamt machten sich dazu ein Bild vor Ort.

Die Uhlandstraße ist keine Einbahnstraße. Doch Anwohner geraten deshalb häufiger in Streitereien mit Autofahrern, die genau das behaupten. Was helfen könnte? Darüber beraten jetzt Politik und Ordnungsamt.

Plettenberg - Die Uhlandstraße wird seit Jahren von einem Mythos umgeben. Viele denken, dass die Straße eine Einbahnstraße sei. Ist sie aber nicht. Weil also alles nur Schein ist, ist die Straße nun in Plettenberg als Scheinbahnstraße bekannt. Und die Anwohner sind genervt von all denen, die noch immer an den Mythos der Einbahnstraße glauben.

Das Ordnungsamt will sich jetzt den Verkehr genauer anschauen – als Grundlage für mögliche Maßnahmen. An Plettenbergs Scheinbahnstraße soll ein Gerät angebracht werden, das Anzahl, Geschwindigkeit und Art der Fahrzeuge misst. „Auch die Fahrtrichtung wird erfasst“, erklärt Ordnungsamts-Mitarbeiterin Stefanie Schade. Die anonymen Daten ließen sich dann nach Tagen und Uhrzeiten ordnen.

Die Messung soll in naher Zukunft beginnen und zwei Wochen dauern. „Momentan ist das Gerät noch woanders im Stadtgebiet im Einsatz“, erklärte sie beim CDU-Ortstermin, zu dem die Partei nach unserer Berichterstattung eingeladen hatte.

Denn bevor an der Uhlandstraße irgendetwas passieren kann, muss laut Schade erstmal die Frage geklärt werden: „Worin besteht die Gefahr?“ Viele Unfälle gibt es hier jedenfalls nicht. In den letzten drei Jahren gab es exakt drei Unfälle, wie das Ordnungsamt von der Polizei erfahren hat. Dabei handelte es sich jeweils um Bagatellschäden wie ein beschädigter Seitenspiegel. „Unauffällig“, so Schade.

Vorschläge, die Situation zu verbessern, gab es vor Ort mehrere, zum Beispiel: eine Geschwindigkeitsbegrenzung, die Uhlandstraße zu einer Anliegerstraße oder wirklich zu einer Einbahnstraße zu machen. Genannt wurde auch, das Abbiegen aus der Uhlandstraße nach links in die Grünestraße zu verbieten. Weil Fahrer dann erst rechts durch den Kreisverkehr fahren müssten, würde das die Scheinbahnstraße als Abkürzung unattraktiver machen und vielleicht zu einer Besserung führen.

Als Problemstelle der Straße sprachen Anwohner den Einmündungsbereich zur Königstraße an. Hier müssten sie sich nicht nur häufig anhören, dass es sich um eine Einbahnstraße handelt, was falsch ist. Zudem sei es schon häufiger zu Beinahe-Unfällen mit Radlern gekommen, die von abbiegenden Autofahrern übersehen würden. „Ich warte nur darauf, dass etwas passiert“, schilderte einer seine Beobachtungen.

Regelmäßig zu sehen seien auch Lkw, die die mit den geparkten Autos relativ enge Uhlandstraße ebenfalls als Abkürzung nutzen würden, darunter große 40-Tonner. Früher habe es auf dem letzten Stück der Straße eine Begrenzung auf 16 Tonnen gegeben, erinnerte sich ein Anwohner. Momentan gibt es ausdrücklich kein Verbot für Lkw.

Die Scheinbahnstraße Uhlandstraße als Tempo-30-Zone!?

„Wir haben das Thema im Blick“, lautete die Botschaft der CDU zum Ende des Termins. Eine perfekte Lösung für alle werde es nicht geben. Denn auch die vermeintlich einfachste, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 – von jetzt Tempo 50 –, habe einen Haken: „Dann würde hier rechts vor links gelten“, erklärte Schade. Beim Abbiegen aus der Brandströmstraße in die Uhlandstraße könnte das eng werden – erst recht, wenn auf letzterer noch Autos parken, was oft der Fall sei.

Es bleibt bei der Messung, die in den nächsten Wochen stattfinden und wichtige Daten liefern soll: Wer fährt hier wie schnell und in welche Richtung? Dann könne das Ordnungsamt weiterschauen, ob Handlungsbedarf besteht – und über konkretere Maßnahmen nachdenken.

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