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Der „Klodeckel“ hat ausgedient: Tauchsportclub feiert 40-Jähriges

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Von: Nina Scholle

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Feierten den 40. Geburtstag des Tauchsportclubs: Rund 50 Gäste konnten zur Feier begrüßt werden.
Feierten den 40. Geburtstag des Tauchsportclubs: Rund 50 Gäste konnten zur Feier begrüßt werden. © Scholle

 Im Frühjahr des Jahres 1982 wurde der Tauchsportclub Plettenberg (TSC) von den damaligen „Plettenberger Tauchpionieren“ Peter Zehelein und Paul-Heinz Groll gegründet. Seitdem sind 40 Jahre vergangen – ein guter Grund für den Tauchsportclub, dieses Jubiläum zu feiern. 

Plettenberg - So geschehen am Samstag im Vereinsheim in Kückelheim. Bei bestem Wetter kamen fast 50 Leute beisammen, um auf den Verein anzustoßen. „Es freut uns sehr, dass auch viele Ehemalige gekommen sind“, erklärte Christina Eckmann, Vereinsmitglied und Tochter des Mitgründers Peter Zehelein. Dieser ergänzt: „Und viele Leute, die wir lange nicht gesehen haben.“

Einige waren vor der Feier noch in der Oester tauchen, doch „die meisten haben gesagt, sie wollen heute lieber feiern“, so Eckmann. Nach zwei Jahren, in denen wegen Corona das soziale Vereinsleben nur sehr eingeschränkt begangen werden konnte, nachvollziehbar. Eckmann erzählte, es freue sie und die Vereinsmitglieder sehr, dass man sich nach dem donnerstäglichen Tauchtraining wieder im Heim treffen könne – das war wegen Corona lange nicht möglich gewesen.

Vereinsheim modernisiert

Dabei ist das Vereinsheim, das im April 1993 eingeweiht wurde, jetzt besonders einladend: Im vergangenen Jahr wurde es im Zuge der modernen Sportstättenförderung renoviert. Fenster, Türen, Fußbodenbelag und Pflasterung vor dem Heim: Fast alles ist erneuert worden.

Auch der Tauchsport hat in den vergangenen 40 Jahren einige Veränderungen mitgemacht. Er „unterliegt natürlich technischen Entwicklungen“, so Zehelein.

Für Taucher ist es enorm wichtig, zu wissen, wie lange sie in welcher Tiefe getaucht sind, und wie schnell oder vielmehr langsam sie auftauchen müssen. Früher nutzte man dazu sogenannte „Deco-Tafeln“. Anhand dieser Austauschtabellen konnte man ablesen, ob man beim Auftauchen gegebenenfalls pausieren muss.

Nach diesem Prinzip wird auch heute noch getaucht, doch die Tabellen haben ausgedient. Inzwischen funktioniert das alles digital; alle Technik ist in einer Armbanduhr integriert, die Tiefe, Restluft, Zeit zum Auftauchen und weitere für den Taucher wichtige Informationen anzeigt.

Der „Klodeckel“ hat ausgedient

Auch den sogenannten „Klodeckel“ findet man nicht mehr. „Das war wie ein Schlauch, den man sich umgehängt hat, um den Schwebezustand zu erreichen“, erläuterte Zehelein. Heute nutzt man dazu weniger auffallende Tarierwesten. „Die Entwicklung geht immer weiter“, so der erfahrene Taucher, der es in seiner aktiven Zeit (seit 1976) auf rund 4 400 Tauchgänge gebracht habe.

Mittlerweile könne in Tiefen von bis zu 100 Metern getaucht werden, erklärte Zehelein. Das gelte aber nur für Profis, wirft Eckmann ein, nicht für Hobbytaucher, so wie sie es seien. Hobbytaucher können bis in Tiefen von maximal 40 Metern vordringen. Die Oester, das Heimatgewässer des Tauchsportclubs, hat bei Vollstau eine Tiefe von 30,5 Metern. Zurzeit seien es etwa 26,5 Meter, sagte Zehelein; bei einer Oberflächentemperatur von 24 Grad – unten seien es hingegen nur etwa 9 Grad.

Peter Zehelein, hier mit Tochter Christina Eckmann, hatte vor 40 Jahren den TSC mitgegründet. nis
Peter Zehelein, hier mit Tochter Christina Eckmann, hatte vor 40 Jahren den TSC mitgegründet. © Scholle

In diesem Zusammenhang wollte Zehelein mit einem Irrglauben aufräumen: Immer wenn von „Tauchen mit Sauerstoffflaschen im Wasser“ die Rede sei, schüttle es ihn. Denn in den Flaschen sei keineswegs nur Sauerstoff. „Wir tauchen immer nur mit komprimierter Atemluft“, stellte Zehelein klar. Das bedeutet, es handelt sich um ein Gemisch aus Stickstoff (78 Prozent), Sauerstoff (21 Prozent) und Edelgas (1 Prozent). Der Begriff „Sauerstoffflaschen“ sei faktisch falsch.

72 Mitglieder zählt der Tauchsportclub aktuell; davon sei rund die Hälfte aktiv dabei. Wie bei den meisten Vereinen sei die Mitgliederentwicklung negativ, berichtete Zehelein bedauernd.

Einst 142 Mitglieder

Die Hochzeit habe der Verein in den 90er Jahren erlebt: 142 Mitglieder hätten damals beim TSC getaucht. Es habe damals noch nicht so viele Angebote gegeben, versucht sich Zehelein an einer Erklärung; zudem wollten viele sich nicht mehr in Vereinen organisieren. Jugendliche Taucher seien immer Teil des Vereins gewesen; bis dann ein Partner kam, der nicht taucht. „Es ist schwierig“, so Zehelein, doch: „Es geht durch alle Vereine durch.“

Am Samstag wollte sich jedoch niemand darum Gedanken machen. Bei Kuchen und Herzhaftem vom kalten Buffet saßen die Vereinsmitglieder in geselliger Runde beisammen und genossen die Jubiläumsfeier. „Es ist sehr nett“, sagte Zehelein und sprach damit sicherlich für alle Anwesenden.

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