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Der Föhn als Pinselersatz: Das steckt hinter Acrylic Pouring

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Von: Thomas Krumm

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Acrylic Pouring: Sabrina Zarges zeigt die Zutaten für ihre Kunstwerke.
Acrylic Pouring: Sabrina Zarges zeigt die Zutaten für ihre Kunstwerke. © Thomas Krumm

Das Spiel mit Farben, dem Luftstrom eines Föhns und einer gehörigen Portion Zufall ergaben am Samstag einen kreativen Workshop im Rahmen des ersten Jugendfestivals Stabil. Bevor es losging in den Räumlichkeiten der VHS Lennetal sprach die Plettenberger Künstlerin Sabrina Zarges mit unserer Zeitung über das „Acrylic Pouring“.

Plettenberg - Bei dieser Technik wird Acrylfarbe auf eine vorbehandelte Leinwand aufgetragen und durch den Luftstrom des Föhns verteilt, übereinander geschoben und in den Grenzbereichen vermischt. Dadurch ergeben sich abstrakte Muster, deren zufällige Entstehungsweise sorgfältig geplant werden muss. Nur so ergibt sich ein ästhetisch ansprechendes Ergebnis.

Sabrina Zarges führt ihre Begegnung mit dieser Technik auf einen Logarithmus des Internet zurück. Es gilt allerdings: Wer nicht sucht, findet auch nicht.

Und so stieß sie bei ihrer Suche auf die Kanadierin Kanella Ciraco, die Interessenten über das Internet mit den Grundlagen dieser künstlerischen Technik bekannt machte. Die weitergehende Technik einer Farbverteilung mithilfe eines Föhns entwickelte dann vermutlich die Niederländerin Rinske Douna. Bei einer weiteren Vorgehensweise wird die Leinwand gekippt, um der Schwerkraft eine Chance zur Einwirkung auf die Farben zu geben. Es können auch mehrere Farbschichten übereinander aufgetragen und von dort ausgehend verteilt werden.

„Dickere Farben lassen sich schichten“, erklärt Sabrina Zarges. Schließlich gibt es auch noch die Möglichkeit, Farbe mit den Fingern zu verteilen.

Entscheidend für das, was sich auf der Leinwand entwickelt, ist die Viskosität der Farben: „Je dünner die Farbe, desto reaktiver wird sie.“

Wichtige Fragen zur Auswahl der Farben müssen ebenfalls vorab beantwortet werden: Welche Farben passen zueinander? Und welche Farben ergeben sich, wenn sich die Farben mischen? „Wenn ich Rot und Gelb auftrage, wird das Bild orange. Rot und Blau ergibt Lila.“

Eine durchdachte Vorbereitung ist nötig, aber noch keine Garantie für ein gelungenes Bild: „Das Ergebnis ist nicht zu 100 Prozent planbar.“ Selbst bei gleichen Ausgangsbedingungen für mehrfach angefertigte Farbkombinationen ergeben sich Unterschiede in der besonderen Verteilung und Interaktion der Farben: „Jedes Mal entsteht ein absolutes Unikat. Man kann mit den gleichen Farben und der gleichen Art von Technik niemals ein absolut gleiches Ergebnis erzielen.“

Die daraus entstehende Haltung kann zuweilen auch in anderen Lebenslagen helfen: „Man muss es so nehmen, wie es kommt.“ Dabei gibt es eine Gewissheit, die die gegenständliche Kunst so nicht hat: „Bei abstrakten Bildern kann man nichts falsch machen.“

Neben dem Klassiker, dem Auftrag der Farbe auf einer weißen grundierten Leinwand, gibt es auch die von kosmischen Bildern inspirierten Werke. Sabrina Zarges nennt diese reizvolle Variante „Galaxy-inspired“. Bei diesen Bildern werden auf einem schwarzen Untergrund vor allem Türkis, Lila, Silber und Blau aufgetragen.

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