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Denkmal verfällt: Setzen Harvester über 1000 Jahre alter Burg zu?

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Von: Johannes Opfermann

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Der Verfall des Denkmals schreitet seit Jahren voran: Schon 2015 war es nur noch teilweise vorhanden. Nachdem ein Baum hineingestürzt ist, ist es umso mehr dem Verfall preisgegeben.
Der Verfall des Denkmals schreitet seit Jahren voran: Schon 2015 war es nur noch teilweise vorhanden. Nachdem ein Baum hineingestürzt ist, ist es umso mehr dem Verfall preisgegeben. © Meyer

 Die alte Fliehburg auf dem Sundern in Ohle hat im Laufe der letzten 1200 Jahre viele Herrscher und Kriege mehr oder weniger heil überstanden.

Plettenberg Bis heute dient sie, als Ruine dort oben, immer noch als Geschichtsmarker der Region. Doch auch sie ist – zumindest indirekt – ein Opfer des Borkenkäfers.

Prof. Dr. August Stieren erkannte bei Ausgrabungen in den 1950er Jahren nicht nur die Bedeutung der alten Fliehburg für Ohle und Plettenberg, er war ebenso bestrebt, die Reste der Burg so gut es ging, für die nächsten Generationen zu erhalten.

Die freigelegten Mauerreste wurden untersucht und für kommende Generationen wieder mit Erdreich verschlossen. „Man erkennt heute noch die genauen Verläufe des Schutzwalls“, sagt der Plettenberger Tony Meyer, der die Burg gut kennt. Am Denkmal windet er sich zur Burg nach oben beziehungsweise nach unten in Richtung Lenne.

„Als der Borkenkäfer dann in den letzten zwei Jahren die Fichten am Berg sterben ließ und beim nötigen Holzeinschlag die schweren Harvester kreuz und quer die alten Mauern querten, hat es dem Denkmalberg nicht gut getan“, sagt Meyer mit Blick auf die Schäden.

Das Denkmal am unteren Rundweg selbst hat laut Meyer auch schon bessere Zeiten gesehen. Bereits 2015 beklagte der geschichtsinteressierte Plettenberger, dass die Überreste der alten Toranlage, die in den 50er Jahren bei den Grabungen freigelegt und als Denkmal hergerichtet wurden, kaum noch zu sehen seien. Schon seinerzeit hatte Meyer den Eindruck, dass man sich schon längere Zeit nicht mehr um die alte Anlage gekümmert habe.

Dieser Eindruck hat sich nach den Borkenkäfer-Jahren und dem intensiven Holzeinschlag nur noch erhärtet. „Nachdem ein Baum ins Denkmal gestürzt ist, wird es heute dem Verfall preisgegeben“, so Meyers Wahrnehmung. Es stellt sich für ihn die Frage nach der Zukunft des Denkmalberges: „Lässt man hier die ,Mutter’ der Plettenberger Denkmäler einfach verrotten?“ Bis zum „Königssiepen“ sei dieser Berg ein einziges Geschichtsbuch der Menschen an Oester, Else, Grüne und der Lenne.

Insbesondere für Ohle ist die Fliehburg auf dem Sundern von zentraler historischer Bedeutung, gilt sie doch als eine Keimzelle der späteren Ohler Dorfentwicklung. Deren Wurzeln reichen nicht nur zurück in die Zeit der Westfranken, sondern sogar bis ins 8. Jahrhundert: Die erste Siedlung war nämlich vermutlich sächsischen Ursprungs.

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