Warum das P-Weg-Wochende viele traurig macht

Bilder wie dieses aus dem vergangenen Jahr zeigen die Problematik. Sicherheitsabstände können bei den besonders beliebten P-Weg-Lauf- und Wanderdisziplinen nicht eingehalten werden.
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Bilder wie dieses aus dem vergangenen Jahr zeigen die Problematik. Sicherheitsabstände können bei den besonders beliebten Lauf- und Wanderdisziplinen nicht eingehalten werden. Unter anderem deshalb hat das P-Weg-Team die Veranstaltung abgesagt.

Am Samstag um 7 Uhr wäre beim P-Weg-Marathon der Startschuss gefallen. Die Gruppe der Ultramarathonläufer hätte sich auf die Strecke begeben, in den Stunden danach wäre es im Startbereich immer voller geworden, bis schließlich die Halbmarathonläufer die Strecke bevölkert hätten. Hunderte hätten in dieser Disziplin Jagd auf eine neue Bestzeit gemacht, bejubelt von etlichen Fans am Wegesrand und unterstützt von einer Masse von freiwilligen Helfern an den Streckenposten.

Plettenberg – Doch das P-Weg-Marathon-Wochenende, die größte Veranstaltung im Plettenberger Jahreskalender, musste bekanntlich aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Schon Mitte April haben die Veranstalter diese Entscheidung verkündet.

„Es war gut und richtig, dass wir so früh abgesagt haben“, sagt Mit-Organisator Kay Hömberg vom P-Weg-Team heute. Denn jetzt, fast ein halbes Jahr später, hat sich nicht viel verändert. Weiterhin gilt ein Verbot für Großveranstaltungen, aber davon abgesehen wäre es unmöglich gewesen, während der Veranstaltung die Mindestabstände einzuhalten – weder während der Überholmanöver auf der Strecke, noch im Startbereich, der mit Einhaltung der Abstandsregeln „wahrscheinlich vom Busbahnhof bis zum Autohaus Tiemeyer gereicht hätte“, sagt Hömberg.

Auch wenn die Entscheidung für eine Absage so früh in diesem Jahr gefallen ist, kommen in diesen Tagen noch einmal viele Emotionen hoch. „Je näher die Veranstaltung kommt, desto trauriger ist man“, beschreibt Hömberg. Schon das letzte Jahr glich für ihn und das Veranstaltungsteam einer Achterbahn der Gefühle. Erst fühlte man sich von der Stadt im Stich gelassen und sagte den P-Weg für 2020 ab, dann gelobte Bürgermeister Ulrich Schulte Besserung und entschuldigte sich am P-Weg-Sonntag auf der Bühne vor versammelter Mannschaft. Das Happy End: Die P-Weg-Verantwortlichen nahmen die Planungen für 2020 doch wieder auf – bis schließlich im März die Corona-Pandemie Deutschland erreichte.

Ausblick und die Frage nach den E-Bikern

Immerhin brachten die vergangenen Monate einen positiven Trend mit sich: Viele Plettenberger entdeckten das Wandern und Fahrradfahren neu für sich. Die Fahrradhändler ächzten unter dem Ansturm der Kunden, in den Bergen und Tälern der Stadt begegnete man auf den Wald- und Radwegen vielen neuen Gesichtern.

Der P-Weg kann von diesem Boom zwar noch nicht profitieren, „aber vielleicht können wir diese Euphorie der Leute ja ins nächste Jahr mitnehmen“, hofft Kay Hömberg auf weiterhin viele lauf- und fahrradbegeisterte Plettenberger.

Bis dahin wollen die Organisatoren die Zeit nutzen, um schon länger geplante Veränderungen vorzunehmen, sagt Hömberg. Was das konkret bedeutet? „Wir denken da in Richtung Strecke, um mehr Abwechslung reinzubringen“, verrät der Mit-Organisator. Eine Disziplin für Mountainbiker, die mit elektrischer Unterstützung fahren, sei dagegen trotz des E-Bike-Booms in diesem Sommer nicht vorgesehen. Aus zwei Gründen: Zum einen sei das Feld der Biker auch so schon regelmäßig ausgebucht und „wir können nicht noch mehr Biker auf die Strecke lassen“, sagt Hömberg. Und zum anderen laute der Untertitel des P-Wegs noch immer „die Herausforderung“. Hömberg: „Da passt eine Disziplin mit E-Bikes jetzt nicht so rein...“

Lions-Spendentor steht bereit

Das Lions-Hilfswerk Plettenberg ruft auch ohne P-Weg-Marathonwochenende zu sportlichen Höchstleistungen auf – und zur Spende für einen guten Zweck. Zum Teilnehmer wird jeder, der am Freitag, am Samstag oder am Sonntag bei einer der P-Weg-Disziplinen die Mindeststrecke bewältigt (21,1 Kilometer für Walker, Wanderer und Läufer beziehungsweise 45 Kilometer für Biker) und den Lions hierüber einen Nachweis über eine App oder in Form von Beweisfotos zukommen lässt. Die Disziplinen sollten möglichst allein oder in kleinsten Gruppen und idealerweise nicht auf den Originalstrecken, sondern auf einer etwa gleichlangen, anderen Strecke absolviert werden.

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Voranmeldung nicht nötig. Der Nachweis sollte bis Freitag, 11. September, per E-Mail an spendentor@lc-plettenberg.de gesandt werden. Die Teilnehmer (und alle anderen) können mindestens fünf Euro an das Lions-Hilfswerk zugunsten der Plettenberger Grundschüler spenden (Lions-Hilfswerk Plettenberg, IBAN: DE74 4476 1534 2003 2000 00). Die Volksbank wird den Gesamtbetrag verdoppeln. Alle Spender nehmen als Dank zusätzlich an einer Verlosung teil. Hierfür sollten bei der Spende die Kontaktdaten genannt werden.

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