St. Josef, Radprax und Matthias-Claudius-Haus in der Übersicht

Impfungen in Seniorenheimen Plettenberg: Das ist der Stand der Dinge

Impfen in Seniorenheimen
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Bundesweit wurde bereits in einigen Seniorenheimen mit der Impfung gegen das Coronavirus begonnen, so wie beispielsweise hier in einem Heim in Hessen. Wann auch die Bewohner der Plettenberger Altenpflege-Einrichtungen ihre Impfdosen erhalten, ist indes noch ungewiss.

Die Impfkampagne ist angelaufen, im Märkischen Kreis wurden die ersten Dosen des Covid-19-Impfstoffs in einem Seniorenheim in Iserlohn injiziert. Wie die Lage in Plettenberg derzeit ist, zeigt unser Überblick.

Plettenberg - In den Plettenberger Senioreneinrichtungen ist der genaue Impfstart noch nicht bekannt, doch die Vorbereitungen laufen bereits.

Impfungen in Seniorenheimen: Die Lage im Radprax-Seniorenzentrum auf der Bracht

„Wir haben noch keine Informationen über einen Termin bekommen“, sagt Elke Reperich, Einrichtungsleitung des Radprax-Seniorenzentrums. Dafür habe man aber eine Checkliste erhalten zum Ablauf der Impfungen, welche Vorbereitungen zu treffen und welche Unterlagen benötigt werden, „damit einem reibungslosen Impfen nichts mehr im Weg steht“.

Dabei geht es unter anderem um das Einverständnis für die Impfung. Denn bei den Bewohnern, die nicht mehr selbst einer Impfung zustimmen können, müssen dies die Bevollmächtigten tun. Die dafür notwendigen Unterlagen habe man auf den Wohnbereichen verteilt, um vorbereitet zu sein, wenn die eigentliche Impfung dann auch im Radprax-Seniorenzentrum startet.

„Wir brauchen auch einen Raum, in dem dann geimpft werden soll, und müssen dort gewisse Vorgaben einhalten“, sagt Reperich. Dass sich mit dem offiziellen Beginn der Impfkampagne etwas am Stimmungsbild unter den Bewohnern verändert habe, konnte Reperich noch nicht feststellen.

Bei den Mitarbeitern falle das Echo auf den Impfstart geteilt aus. „Ein Teil sagt: Na klar, lasse ich mich impfen“, sagt Reperich und ergänzt: „Ich werde mich auch impfen lassen, das muss irgendwie sein. Ich kann aber auch die Skepsis bei einem Teil der Mitarbeiter verstehen.“ Schließlich dauere die Entwicklung und Zulassung eines Impfstoffs meist länger als im Fall des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer.

„Ich finde es gut, dass es so schnell fortgeschritten ist“, sagt Reperich. Sie glaubt, dass auch die, die zunächst abwarten wollen, sich die Frage einer Impfung mehrfach durch den Kopf gehen und dann möglicherweise doch impfen lassen werden.

Impfungen in Seniorenheimen: Die Lage im Altenzentrum St. Josef

Mehr Optimismus und Hoffnung unter Bewohnern und Mitarbeitern infolge des offiziellen Impfstarts in Deutschland hat Corinna Flüs, Pflegedienstleitung im Altenzentrum St. Josef, momentan noch nicht bemerkt: „Ich gehe davon aus, dass das der Fall sein wird, wenn wir einen festen Termin haben.“

Dieser steht noch nicht fest, doch auch in der Senioreneinrichtung in Eiringhausen ist man bereits mit Vorbereitungen beschäftigt. Es müssen passende Räumlichkeiten für die Impfung vorbereitet werden. „Wir brauchen einen Wartebereich und ein Zimmer, in dem verimpft wird. Es muss wie eine Einbahnstraße geregelt sein, damit es keine Kontakte gibt“, erklärt sie die Vorgaben.

Bis zum Impfstart in der Einrichtung müssen bei denen, die sich impfen lassen möchten, die Formulare zu Anamnese, Aufklärung über die Impfung und Einwilligungserklärung von Bewohnern oder ihren Betreuern unterschrieben werden. Bei Bewohnern und Mitarbeitern gebe es zwar teilweise Skepsis gegenüber der Impfung, weil in den Medien so negativ darüber berichtet werde, so Flüs. „Aber überwiegend ist die Bereitschaft zum Impfen da.“

Impfungen in Seniorenheimen: Die Lage im Matthias-Claudius-Haus

„Bei den Mitarbeitern gibt es eine hohe Impfbereitschaft, aber mit etwas Bauchgrummeln und Bedenken“, sagt Melanie Aderhold, Einrichtungsleitung am Matthias-Claudius-Haus, die sich auch selbst impfen lassen wird. Wie wichtig die Impfungen seien, sei allen bewusst, aber da die Langzeitwirkungen des Impfstoffs noch nicht bekannt seien, könne sie verstehen, dass manche den Impfungen mit einer gewissen Grundskepsis gegenüberstehen. „Das sollte man den Leuten auch zugestehen.“ Das gilt auch für die wenigen Bewohner, die sich nicht impfen lassen wollten.

Insgesamt sei bei den Bewohnern die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, sehr hoch, was selbst die Einrichtungsleiterin überrascht: „Ich hätte damit gerechnet, dass sie zurückhaltender sind.“ Die Bewohner seien allerdings sehr gut und sehr genau über das Thema Impfung informiert, über die Medien, ihre Angehörigen und die Mitarbeiter.

Dabei sei dies durchaus schwierig, weil es zu dem Thema so viele und sich häufig ändernde Informationen gebe. „Es beschäftigen sich alle intensiv mit dem Thema Impfung.“ Diese Auseinandersetzung sei dabei sachlich und abwartend; mehr Optimismus angesichts des Beginn der Impfkampagne sei dagegen noch nicht feststellbar. „Vielleicht ist es anders, wenn die Impfung selbst stattgefunden hat“, so Aderhold. Denn solange das nicht passiert ist, bleibt das Thema Impfung eher abstrakt.

Einen genauen Impftermin hat das Matthias-ClaudiusHaus noch nicht und wartet auf eine entsprechende Mitteilung der Kassenärztlichen Vereinigung. Zur Vorbereitung der Impfungen würden die Einverständniserklärungen von Bewohnern und Mitarbeitern eingeholt und dazu Aufklärungs- und Beratungsgespräche durchgeführt.

Man habe Räumlichkeiten für die Impfung im Einbahnstraßensystem inklusive eines Wartebereichs bereitgestellt. „Und wir haben Lagermöglichkeiten für die Impfdosen geschaffen.“ 

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