Corona-Welle im Seniorenzentrum

Nächste Schocknachricht aus Altenheim im MK: Zweiter Corona-Todesfall trotz Impfung

Coronavirus Bewohner tot verstorben nach Impfung Seniorenheim Altenzentrum St Josef Plettenberg
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Nach dem zweiten Todesfall innerhalb einer halben Woche durch Corona herrscht im Altenzentrum St. Josef in Eiringhausen große Betroffenheit.

Der nächste Schock in einem Altenzentrum im MK: Kurz nach dem ersten gibt es nun einen zweiten Corona-Todesfall: Wieder traf es eine Person im Alter von 85 Jahren, wieder war sie geimpft. 

Plettenberg - Sorge, Betroffenheit und Fassungslosigkeit machen die im Altenezentrum St. Josef in Plettenberg-Eiringhausen die Runde, denn es gibt neben weiteren Infizierte einen neuen Todesfall. Eine weitere, schwer an Covid-19 erkrankte Bewohnerin der Eiringhauser Senioren-Einrichtung ist am Wochenende in einem Krankenhaus verstorben, obwohl sie bereits vor vielen Wochen die zweite Corona-Schutzimpfung erhalten hatte. In der Nacht auf Mittwoch letzter Woche war bereits ein ebenfalls 85-jähriger Bewohner trotz Impfung im Krankenhaus mit Covid-19 verstorben. (News zum Coronavirus im MK)

StadtPlettenberg
LandkreisMärkischer Kreis
Fläche96,29 km²
Einwohner25.237 (31. Dez. 2019)

Zweiter Corona-Todesfall trotz Impfung in Plettenberg - Leiterin von Altenzentrum ist fassungslos

Heike Biedermann, die Leiterin des Altenzentrum St. Josef, ist noch immer fassungslos angesichts der Geschehnisse der letzten Tage. „Die Situation ist angespannt“, sagte sie an diesem Montag. Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter sind verunsichert, auch sie selbst blicke voller Sorge auf den neuerlichen Corona-Ausbruch, der nun schon das zweite Todesopfer gefordert hat.

Man habe fast täglich mit der nun verstorbenen 85-Jährigen in Kontakt gestanden, seit sie zur Behandlung ins Plettenberger Krankenhaus gebracht werden musste. Seit Mitte letzter Woche habe sich der Zustand deutlich verschlechtert, berichtete Biedermann. Die Bewohnerin, die zwar Vorerkrankungen gehabt habe, der es aber bis zum Ausbruch der Covid-19-Erkrankung gut ging, sei dann vom Plettenberger Krankenhaus in ein Krankenhaus nach Meschede verlegt worden. Hier ist die 85-Jährige am Samstag verstorben.

Die Betroffenheit sei riesig, berichtet Heike Biedermann. Weiterhin bleibt unklar, wie es zu der neuen Corona-Welle in der Einrichtung kommen konnte. Denn die Hygienemaßnahmen und die Maskenpflicht wurden trotz des größtenteils vollständigen Impfschutzes der St.-Josef-Bewohner nie zurückgenommen, betonte die Einrichtungsleiterin schon letzte Woche.

Zweiter Corona-Todesfall nach Impfung: Immer wieder gibt es positive Fälle

Fakt ist: Das Virus grassiert in St. Josef und deshalb „testen wir auf Teufel komm raus“, sagt Heike Biedermann. Immer wieder seien positive Fälle dabei. So auch an diesem Wochenende. Bei einer weiteren Mitarbeiterin hat der PCR-Test am Sonntag die Gewissheit gebracht, dass sie an Covid-19 erkrankt ist. Sie habe leichte Erkältungssymptome, berichtet Heike Biedermann über die betroffene Angestellte, die noch nicht gegen das Coronavirus geimpft war.

Ein neu betroffener Bewohner dagegen hatte schon beide Impfungen bekommen. Sein Schnelltest-Ergebnis war am Montag positiv, das PCR-Ergebnis steht noch aus. Überraschend sei dieser Positiv-Test nicht wirklich gewesen, berichtet Biedermann über diesen Fall – der Mann lebt mit seiner Ehefrau, die schon nachweislich trotz Impfung infiziert war, auf einem Zimmer.

Mit den Fällen aus der letzten Woche bedeutet das für St. Josef mit Stand von Montag in Zahlen: Zwei Bewohner sind innerhalb einer halben Woche verstorben, drei Bewohner sind nun noch infiziert; sie alle hatten laut Biedermann den vollständigen Impfschutz. Sie allen seien im Moment frei von Krankheitssymptomen. Hinzu kommen zwei infizierte Mitarbeiter, eine davon geimpft, eine ungeimpft. Beide hatten oder haben laut der Einrichtungsleiterin leichte Erkältungssymptome.

Eine ganze Reihe von Bewohnern, die mit den Infizierten Kontakt hatten, befinden sich auf ihren Zimmern in Quarantäne: 16 im Wohnbereich 1, vier im Wohnbereich 2 und acht im Wohnbereich vier.

Zweiter Todesfall trotz Corona-Impfung Wie geht es jetzt weiter?

Die Einrichtungsleitung steht angesichts der Situation in engem Austausch mit den Amtsärzten und dem Gesundheitsamt. Heike Biedermann spricht von einer „sehr, sehr guten Betreuung“ und einer „großen Hilfe“ durch die Experten. Ein mobiles Team des Gesundheitsamtes hat sich für Mittwoch in St. Josef angekündigt, um alle Bewohner, die sich nun in Quarantäne befinden, per PCR-Test auf das Coronavirus zu überprüfen. Die Ergebnisse werden nach der Laborauswertung wie üblich 24 Stunden später, also für Donnerstag, erwartet. An diesem Donnerstag will Heike Biedermann dann mit Gesundheitsamt und Amtsärzten besprechen, wie es weitergehen soll.

„Wir müssen dringend Ruhe reinbringen“, weiß Heike Biedermann. Am Sonntag in anderthalb Wochen wird der Muttertag gefeiert, entsprechend viele Anfragen von Angehörigen gebe es derzeit für die Bewohner. Wie und ob diese Besuche möglich sein werden, soll sich nach den Gesprächen am Donnerstag klären. Zurzeit sind Treffen nur eingeschränkt über Besucherzimmer möglich: Bewohner und Angehörige sehen sich bei dieser bereits erprobten Besuchsvariante nicht mehr auf den Zimmern, sondern im Clubraum, dem Mehrzweckraum oder dem Therapieraum im Erdgeschoss.

„Wir wiegen uns nicht mehr in Sicherheit“, hatte Heike Biedermann schon vor Wochenfrist gesagt, nach dem ersten Todesfall während des derzeitigen Corona-Geschehens. Diese Worte kann sie nun nur noch einmal unterstreichen, gerade auch vor dem Hintergrund, dass in diesen Tagen über bundesweit geregelte Freiheiten für Geimpfte diskutiert wird. Heike Biedermann: „Das sehe ich mit sehr großen Fragezeichen.“

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