Nur unter strengen Auflagen

Trotz Coronavirus: Warum am 14. März in der Schützenhalle eine Großhochzeit stattfinden konnte

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Plettenberg - Eine große Hochzeit mit mehreren hundert Gästen in der Schützenhalle am 14. März: Was sonst ein Anlass zu Freude und Beglückwünschungen wäre, lieferte vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie über die Woche Diskussionsstoff in den sozialen Medien.

Nutzer stellten die Frage, ob man die Feier nicht besser abgesagt hätte. Verboten waren Feiern dieser Größenordnung nach der am Wochenende des 14. und 15. März geltenden Erlasslage allerdings nicht.

„Wir sind nicht Veranstalter“, betonte Thomas Knappe, Vorsitzender der Plettenberger Schützengesellschaft 1836, die die Halle vermietet, noch vor der Feier gegenüber der Heimatzeitung: „Wir als Vermieter haben derzeit keine Handhabe.“ Die Hochzeit, zu der nach seinen Informationen etwa 500 Personen eingeladen waren, sei behördlich nicht untersagt worden. Wie viele Gäste tatsächlich nach Plettenberg kommen würden, ließ sich vorher nicht abschätzen, am vergangenen Sonntag gab Knappe in einem erneuten Gespräch die Zahl der Gäste mit mehreren Hundert an. Eine kurzfristige Absage sei auch deswegen nicht möglich gewesen, weil die Gäste aus nah und fern bereits angereist waren. In Gesprächen zwischen Behörden und Veranstalter seien allerdings strenge Auflagen festgelegt worden.

Ordnungsamtsleiter Thorsten Spiegel betont, dass es sich bei dem Event am Samstag um eine „nicht erlaubnispflichtige private Hochzeitsfeier, nicht um eine öffentliche (Groß-)Veranstaltung“ handelte. „Gleichwohl hat sich die Stadt vom Gesundheitsamt diesbezüglich sachverständig beraten lassen“, so Spiegel weiter.

„Hiernach haben wir vorsorglich auch für die private Feier in einem Gespräch die Möglichkeit einer freiwilligen Verschiebung erörtert, sodann einschneidende infektionshygienische Maßnahmen verlangt und deren Einhaltung auch stichprobenhaft vor Ort kontrolliert.“ Das könne letztlich auch dazu geführt haben, dass ein Teil der Gäste ferngeblieben sei und ein weiterer Teil der Gäste sehr frühzeitig die Feier verlassen habe.

„Die erheblichen Einschränkungen infolge einschneidender infektionshygienischer Maßnahmen waren aus unserer Sicht dennoch unausweichlich“, sagt Spiegel und betont: „Im Lichte der neuesten Erlasslage sind ähnliche Feiern aus unserer Sicht nicht mehr durchführbar.“

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