Schulbetrieb nach den Osterferien

Doch kein Präsenzunterricht: So sehen ein Vater, eine Schulleiterin und ein Schüler die Verschiebung

In den Plettenberger Schulen gilt ab Montag wie überall im Land wieder Distanzunterricht.
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In den Plettenberger Schulen gilt ab Montag wie überall im Land wieder Distanzunterricht.

Seit Donnerstagnachmittag herrscht Klarheit. Die Schulen starten nach den Osterferien ab kommenden Montag wieder mit Distanzunterricht. Reaktionen dazu aus Plettenberg.

Plettenberg - Kay Hömberg hält diese Entscheidung für nachvollziehbar. Der Vater und Elternpflegschaftsvorsitzender am Albert-Schweitzer-Gymnasium erinnert an die Woche vor den Osterferien, in denen wieder Präsenzunterricht möglich war und sagt: „Es hat ja nicht lange gedauert, bis es die ersten Coronafälle gab – wohlgemerkt haben sich die Schüler nicht in der Schule, sondern im privaten Bereich infiziert – und der Unterricht daraufhin wieder eingeschränkt war.“ Insofern hält er die jetzige Distanzregelung für angemessen, betont aber auch, dass „das Meinungsspektrum zu dieser Frage riesig ist“. Will sagen: Er kann hier nur für sich sprechen und durchaus nachvollziehen, wenn Eltern da anderer Meinung sind.

In einem Punkt dürften sich aber die meisten einig sein: dass es ärgerlich ist, dass die Entscheidung für den Distanzunterricht erst so spät kam. „Ich hätte es mir ein bisschen früher gewünscht“, sagt Hömberg. „Das wirkt nun genau so unstrukturiert wie insgesamt das Corona-Management.“

Für die Schulleitungen bedeutete der Beschluss von Kreis und Land an diesem Freitag, kurzfristig den Kontakt zu den betroffenen Eltern und Schüler zu suchen und zu finden. Monika Storm von der Geschwister-Scholl-Realschule Plettenberg zum Beispiel informierte am Freitagmittag per Elternbrief auf der Internetseite der Schule: „Die Osterferien nähern sich dem Ende und leider lässt das Infektionsgeschehen selbst den avisierten Wechselunterricht nicht für alle Klassen zu“, erklärt Monika Storm darin.

Die 10er Klassen werden weiterhin in Lerngruppen vor Ort und auf Distanz unterrichtet, alle anderen Schüler halten weiterhin den Kontakt zu den Lehrern über Logineo.

Zur Testpflicht schreibt Monika Storm: „Die Schülerinnen und Schüler im Präsenzunterricht testen sich zwei Mal in der Woche selbstständig in der Schule. Alternativ ist es möglich, die negative Testung durch eine Teststelle nachzuweisen (Bürgertest), sofern diese Testung höchstens 48 Stunden zurückliegt. Schülerinnen und Schüler, die der Testpflicht nicht nachkommen, können nicht am Präsenzunterricht teilnehmen.“ Auch für die Notbetreuung gelte diese Testpflicht, so Monika Storm.

Und die Schüler? Viele von ihnen sehnen ebenfalls den Präsenzunterricht wieder herbei, so wie zum Beispiel Zeppelinschüler Amil Ibrovic. Der Zehntklässler gehört zwar zu der Gruppe der Abschlussschüler, die nun wieder abwechselnd vor Ort und zuhause unterrichtet werden, doch wenn es nach ihm ginge, würde er lieber wieder jeden Tag in die Schule kommen. „Meine Noten sind zwischenzeitlich ziemlich in den Keller gegangen“, berichtet er.

Die Umstellung des Lernens, die Disziplin zu entwickeln, sich zuhause für mehrere Stunden an den Schreibtisch zu setzen, Aufgaben ins Heft zu schreiben, abzufotografieren und seinem Lehrer zu schicken, seien ihm schwer gefallen. Und: „Es fehlt die mündliche Beteiligung, die mich für die Noten immer richtig nach vorne gebracht hat“, sagt der 15-Jährige. Inzwischen habe er die Kurve bekommen, sei disziplinierter geworden und hofft auf ein gutes Abschlusszeugnis. Und bis dahin auf möglichst viele Präsenzstunden im Kreise seiner Lehrer und Mitschüler.

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