Coronavirus 

Ostern im Seniorenheim: Ein ganz besonderes Fest

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Mit einem eigens eingerichteten Besucherfenster und Grüßen von Angehörigen und Freunden auf Papier und Postkarte versucht man am Radprax-Seniorenzentrum Auf der Bracht, den Bewohnern so gut es geht den Kontakt nach außen zu ermöglichen

Plettenberg – „Leider müssen wir in diesem Jahr geschlossen auf den Wohnbereichen feiern“, bedauert Melanie Aderhold, Leiterin des Seniorenheimes Matthias-Claudius-Haus. Dennoch mache man es sich über die Osterfeiertage so schön, wie es nur möglich sei.

„Vorab haben unsere Bewohner schon einen Ostergruß in Form einer Blume und einer Süßigkeit auf ihr Zimmer bekommen“, erklärt Aderhold. Wenn Corona überstanden sei, würde es eine weitere Überraschung für alle Bewohner geben, die allerdings noch nicht verraten. „Schweren Herzens haben wir uns dazu entschlossen, alle Andachten über Ostern und auch generell abzusagen. Es geht aktuell leider nicht anders“, erklärt die Leiterin. Dennoch sei sie sehr froh darüber, dass die Bewohner generell noch „guter Dinge“ sind. „Alle gehen ganz super mit der jetzigen Situation um und sehen auch das Positive in diesen besonderen Tagen. „Es werden wieder mehr Briefe geschrieben und es werden viele kreative Ideen umgesetzt“, berichtet Melanie Aderhold.

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 Den Pflegekräften würden zumindest nie die Ideen ausgehen. „Dazu wird es nicht kommen. Kreativität liegt den Pflegekräften im Blut“, erklärt sie lachend. Einen Lichtblick zum Osterfest gibt es allerdings für die Bewohner: Kürzlich konnten die zwei Kaninchen Trude und Möhre in den Heimgarten einziehen. „Die Tiere sind etwas ganz besonderes für die Senioren und sorgen stets für gute Laune. Jetzt, pünktlich zum Osterfest, musste der Einzug einfach sein“, freut sich die Heimleiterin über die tierischen Neu-Bewohner. 

Auch im Altenzentrum St. Josef gibt es tierische Bewohner, allerdings hat der Hauskater momentan eher weniger zu lachen. „Der bekommt aktuell natürlich viel weniger Streicheleinheiten – und die fehlen ihm sehr“, bedauert Einrichtungsleiterin Heike Biedermann. Der Kater sei ausgehungert nach Nähe, dass er selbst denen um die Füße schlich, die er sonst mit Missachtung strafen würde. Das Osterfest im Altenzentrum St. Josef würde zwar besonders in diesem Jahr, dennoch glaubt Biedermann, dass die Bewohner trotzdem auf ihre Kosten kommen würden. Am Donnerstag gab es ein Konzert der Familie Klaas, die im Innenhof für die Bewohner musizierte. „Eine ganz tolle Aktion“, wie Biedermann lobte. Außerdem gibt es einen frühlingshaften Ostergruß in Form einer leckeren Bratwurst. „Wenn das Wetter mitspielt, schmeißen wir den Grill an. Das mögen die Senioren immer ganz gerne“, erklärt die Heimleitung. Außerdem habe man schon Osterdeko gebastelt und mit vielen bunten Blumen „den Frühling ins Haus geholt!“, erklärt Biedermann zur Vorbereitung des Osterwochenendes. 

Die Gottesdienste fielen leider ausfallen, dennoch würde man mit denjenigen Senioren, die möchten, gemeinsam beten oder Gespräche anbieten. Eines würde jedoch neben dem Besuch der Angehörigen in diesen Tagen fehlen, und zwar das Kümmelbrot, das es sonst traditionell zum Osterfest geben würden. „Das ist nirgends zu bekommen, wir wären sehr dankbar für jeden Tipp, wo wir noch Brot auftreiben könnten“, appelliert Biedermann an alle Plettenberger. Aber auch wenn man in diesem Jahr aufs Kümmelbrot verzichten müsse sei das halb so wild, denn: „Gutes Essen haben wir definitiv genug. Es wird jeder satt werden“, sagt Heike Biedermann. 

Auch die Leiterin des Seniorenzentrums am Radprax-Krankenhaus, Elke Reperich, freut sich über besondere Ideen ihres Teams pünktlich zum Osterfest. Sie hat mit ihren Mitarbeitern ein Besucherfenster neben dem Eingangsbereich eingerichtet. Über dieses Fenster können Angehörige jetzt trotz Kontaktsperre miteinander kommunizieren. „Wir bekommen noch eine Acrylscheibe, dann können die Angehörigen direkt davor stehen und sprechen. Momentan passiert das noch mit Mundschutz und Abstand“, erklärt Reperich. Das Besucherfenster würde super angenommen und mit ein bisschen Koordination durch die Mitarbeiter hätte auch jeder genug Zeit, um sich persönlich auszutauschen. Auf Ostern habe man sich – ebenfalls wie in den anderen Häusern – durch Bastelaktionen und Ostereierfärben vorbereitet. „Es wurden schon einige Geschenke für die Bewohner abgegeben und auch die Stellwände sind gut bestückt“, freut sich die Leiterin.

 An den Stellwänden würden regelmäßig Grüße in Form von gemalten Bildern von Kindern oder Briefe der Grünen Damen veröffentlicht. „Wir haben auch die Möglichkeit, dass Angehörige hier einen USB-Stick mit einer Videobotschaft abgeben können. Die schauen wir dann gemeinsam mit den Senioren über eine große Leinwand an“, erklärt Reperich. So werde das Osterfest für die Senioren noch einmal viel persönlicher, auch wenn man nicht mit jedem Freund oder Familienmitglied von Angesicht zu Angesicht sprechen könne.

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