Einzelhandel: „Wir sind positiv gestimmt und glücklich“

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Für Bettina Neumann von Juwelier Bitzhenner kehrte am Montag ein Stück Normalität zurück.

Plettenberg – Auch wenn es durch den Mundschutz nur zu erahnen ist: Alexandra Hahn und Bettina Neumann strahlen an diesem Montagvormittag. Die beiden Plettenberger Geschäftsfrauen erfüllen mit ihren Einzelhandelsgeschäften Wäschemoden Hahn und Juwelier Bitzhenner alle Bedingungen des Einzelhandelserlasses der Landesregierung NRW und dürfen ihre Geschäfte wieder für den Publikumsverkehr öffnen.

„Ich bin ganz positiv gestimmt und glücklich“, erzählt Alexandra Hahn an diesem besonderen Montag, an dem sie nach Wochen der Schließung endlich die Tür zu ihrem Geschäft am Kirchplatz wieder aufschließen darf. Die auferlegte Zwangspause hatte sie für Umbau- und Renovierungsmaßnahmen genutzt, ihren Kunden aber auch einen Lieferservice angeboten. „Ich bin wirklich begeistert, wie gut das funktioniert hat“, sagt Alexandra Hahn mit großer Dankbarkeit an die Stammkunden. Und doch war die Zeit nicht einfach und schon gar nicht vergleichbar mit einem regulär geöffneten Ladengeschäft. Jetzt richtet sie den Blick nach vorne, hat mit Mundschutz, Desinfektionsmittel am Eingang und Hinweisen auf die Abstandsregelung alles dafür getan, die Vorgaben umzusetzen. 

Die Ständer mit Waren hat Alexandra Hahn so im Geschäft ausgerichtet, dass man sich nur mit Abstand begegnen kann. Und den hält auch die Geschäftsfrau selbstverständlich zu ihren Kunden ein – auch wenn das bedeutet, dass sie aktuell nicht aktiv helfen kann, zum Beispiel beim Ermitteln der richtigen BH-Größe. Auch bei Juwelier Bitzhenner fällt gleich ein verändertes Erscheinungsbild auf: Auf der Theke wurde bereits der erste Spuckschutz installiert (zwei weitere folgen), die einzelnen Beratungsbereiche sind mit mobilen Stellwänden abgetrennt.

 Es darf nur eine maximale Anzahl von Kunden in das Geschäft, um die Abstandsregelungen einhalten zu können. Schon in den vergangenen zwei Wochen hatte Inhaberin Bettina Neumann den Werkstattbetrieb wieder aufgenommen, „was super geklappt hat“. Von dieser Erfahrung profitiert sie nun und sagt dennoch: „Vieles werden wir jetzt praktisch erfahren müssen.“ Um den Abstand einzuhalten, werden Kunden beispielsweise Schmuckstücke selbst anlegen müssen und auf das Stechen von Ohrlöchern verzichtet man bei Bitzhenner beispielsweise vorerst komplett. Für die Geschäftsfrau und ihr Team begann gestern wieder ein Stück Normalität, auch wenn das zunächst hieß, zahlreichen Kunden am Telefon die Frage zu beantworten, ob das Geschäft wieder geöffnet sei. Und dann ist da ja noch die große Baustelle direkt vor der Tür... 

Coronavirus stellt alles in den Schatten

Waren bis vor wenigen Wochen noch die Einschränkungen durch die Innenstadtsanierung die größte Sorge, hat Corona das alles in den Schatten gestellt. Doch für die Mitarbeiter der Baufirma Boymann hat Bettina Neumann nur lobende Worte übrig: „Ich kann nur Gutes sagen, die Mitarbeiter sind immer zuvorkommend und das hat auch zeitlich gut gepasst.“ Im Nachhinein hat sich die Baustelle also als das wesentlich kleinere Problem herausgestellt – jetzt gilt es, auch die Corona-Krise möglichst unbeschadet zu überstehen. 

Ein erster Anfang mit der Geschäftsöffnung ist gemacht. 2-Rad Meyer Für das Fahrrad-Geschäft 2-Rad Meyer glich die Schließung einer Katastrophe. Gerade war das neu erweiterte Geschäft fertiggestellt, da legte das Coronavirus das öffentliche Leben auf Eis. Umso erleichterter sind die Geschäftsführer Nicole und Holger Rahn nun mit der Entscheidung, dass seit gestern wieder regulär geöffnet werden darf. „Es ist sowohl für uns, als auch für die Kunden nun deutlich entspannter“, sagt Nicole Rahn. Während in der Fahrrad-Werkstatt noch wie gewohnt gearbeitet worden ist, lief im Verkauf vieles in den letzten Wochen über das Telefon, manches auch per „Infogespräch in der Fußgängerzone“, wie es Nicole Rahn beschreibt. Aber jetzt „ist alles wieder im relativ normalen Bereich“. Fünf Kunden dürfen maximal gleichzeitig in den Verkaufsraum, Sicherheitsabstände müssen eingehalten werden.

 Ein Stück Alltag kehrt wieder zurück. Wobei Nicole Rahn auch warnt: „Ich habe die Sorge, dass viele jetzt unvorsichtig werden könnten. Ich wünsche mir, dass jeder weiterhin auf die Sicherheitsvorkehrungen achtet. Das ist wichtig, damit wir nicht in vier bis sechs Wochen wieder einen Schritt zurück machen und die Geschäfte wieder schließen müssen.“

Mehr zum Thema lesen Sie hier im Corona-Ticker.

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