Kassenärztliche Vereinigung äußert sich zu Vorfällen im MK

Grund für das Chaos am Impfzentrum Lüdenscheid war eine „missverständliche Darstellung“

Termin-Panne bei Buchungen für Corona-Schutzimpfung: Impfchaos vor dem Impfzentrum Lüdenscheid
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Die Warteschlange am Impfzentrum in Lüdenscheid reichte bis zur Einfahrt auf dem Parkplatz der Schützenhalle Loh.

Nach dem Chaos am Corona-Impfzentrum in Lüdenscheid an diesem Sonntag bleibt die Frage: Wie konnte es dazu kommen, dass statt zwölf Impfterminen für 14 Uhr am Ende rund 100 Personen mit einem 14-Uhr-Termin zur Schützenhalle Loh kamen? Die Kassenärztliche Vereinigung hat nun Stellung genommen.

Lüdenscheid - Bürger mussten teilweise stundenlang in der Kälte ausharren und einige Dutzend ohne Impfung den Heimweg antreten - es waren Szenen, die für großen Ärger und Unmut sorgten, die sich am Sonntag abgespielt haben.

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) trägt die Verantwortung. KVWL-Sprecherin Vanessa Pudlo nahm auf Anfrage wie folgt Stellung: „Dieser Umstand ist auf ein Problem zurückzuführen, das zu Beginn der Terminvergabe aufgetreten ist: In der Online-Buchungssystematik wurden Termine als frei angezeigt und wenn man diese angeklickt hat, erschien für Bürger die Anzeige „Termin bereits vergeben“ / „Termin bereits gebucht“. Damit war gemeint, dass der Termin nicht mehr zur Verfügung steht, einige Bürger haben diese Aussage jedoch so aufgefasst, dass sie den Termin selbst erfolgreich gebucht haben.“ Diese Darstellung sei in der Tat sehr missverständlich gewesen.

Den Wartenden vor dem Impfzentrum am Sonntag dürfte diese Aussage ein schwacher Trost sein. Viele von ihnen waren mit dem festen Glauben gekommen, einen bestätigten Termin zu haben. Selbst, wer unsicher war, sollte trotzdem kommen – so wie zum Beispiel Marlies Pracht aus Hemer. Ihrer Tochter Petra von Brachel kam es nach der Online-Terminbuchung komisch vor, dass sie keine schriftliche Bestätigung bekommen hatte. Deshalb meldete sie sich einen Tag nach der Buchung – am 27. Januar – bei der Telefon-Hotline. Die Auskunft am Hörer lautete nach ihrer Aussage so: „Wir sehen keine Terminbuchung auf Ihren Code, Ihr Code wird als ungültig angezeigt, wahrscheinlich, weil Sie ihn ja benutzt haben, daher können wir Ihnen keinen neuen zuteilen; Sie müssten vor Ort klären, ob Ihre Buchung im Impfzentrum angekommen ist.“ Daraufhin stellte Petra von Brachel auch eine schriftliche Anfrage, doch eine Antwort habe sie nicht erhalten.

KVWL-Sprecherin Pudlo entschuldigt sich nun sowohl für diesen speziellen Fall, als auch bei allen anderen Betroffenen für die „andauernden Schwierigkeiten bei der Impf-Terminvergabe“. Das Buchungs-Problem sei mittlerweile „größtenteils“ behoben worden. Es sollten nun nur noch frei verfügbare Termine angezeigt werden. „Für die Bürger gilt weiterhin, dass sie ihre Termine wie geplant wahrnehmen. Sollten im Impfzentrum Unstimmigkeiten auftreten, werden diese vor Ort geklärt“, so Pudlo.

Eine weitere Nachfrage dazu ergab, dass der Märkische Kreis mit diesem Problem kein Einzelfall sei. Ähnliche Fälle seien ihr aus dem Kreis Recklinghausen, Borken und dem Ennepe-Ruhr-Kreis bekannt, erklärt Vanessa Pudlo.

Bitter sind diese Problematiken für den Märkischen Kreis als Betreiber des Impfzentrums, den viele zu Unrecht für das Chaos verantwortlich gemacht haben. Deren Impfteam musste die Misere ausbaden und stellte in der Not extra nicht vorgesehene, übriggebliebene Impfdosen zur Verfügung, um 70 überschüssige Personen impfen zu können.

Landrat Marco Voge war bedient. „So etwas soll und darf nicht noch einmal passieren“, sagte er am Montag nach einer Sitzung des Corona-Krisenstabs. Für alle Betroffenen tue es ihm leid. Immerhin: Die versprochene neue Terminvergabe hätten bereits 17 Nicht-Geimpfte genutzt und neue Termine für diese Woche bekommen.

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