Corona macht es nötig: Einlasskontrollen und Coronatests

„Im Krankenhaus Plettenberg ist es sicherer, als in jedem Supermarkt!“

Quarantäne-Zimmer wegen Corona im Krankenhaus Plettenberg
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In diesen Quarantäne-Zimmer unweit des Test-Containers im Plettenberger Krankenhaus werden unter höchsten Schutzvorkehrungen Patienten behandelt, die zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden sind.

Corona-Zeiten sind besondere Zeiten, auch im Plettenberger Krankenhaus. Vieles hat sich dort verändert, zum Beispiel auch der Einlass für Patienten. Wir haben nachgehört, wie der Weg ins Krankenhaus nun funktioniert.

Plettenberg - Stellen Sie sich vor, Sie haben sich beim Renovieren zuhause die Hand so schlimm gequetscht, dass sie umgehend ins Plettenberger Krankenhaus gebracht werden müssen. Ihnen werden auf dem Weg dorthin sicher viele Fragen durch den Kopf gehen: Kann mir das Personal dort in Zeiten der Corona-Pandemie so weiterhelfen wie zuvor? Muss ich dort zwingend einen Corona-Test machen? Werde ich mit Corona-Patienten in Kontakt kommen? Bin ich dort sicher aufgehoben?

Dr. Andrzej Ploch und Heiko Heseler merken, dass genau das die Fragen sind, die viele Bürger gerade umtreiben. „Viele Patienten wollen aus Angst nicht kommen“, sagt das Krankenhaus-Führungsduo, das sich derzeit mit allen Fragen rund um Corona beschäftigt. Deshalb haben Ploch und Heseler einen genauen Plan entwickelt, auf welchem Weg Patienten ins Krankenhaus gelassen werden. „Check-In“ nennen die beiden das – in Anlehnung an die Verfahren an einem Flughafen. Und ähnlich akribisch wie die Sicherheitsexperten dort arbeitet auch das Krankenhaus-Personal beim Einlass.

Nehmen wir ein Beispiel zur besseren Veranschaulichung. Max Mustermann wird also mit schmerzender Hand von seiner Frau zum Radprax-Krankenhaus gefahren und will sich dort untersuchen lassen. Er hat Glück, dass es vor der Eingangstür leer ist, denn ansonsten müsste er sich mit Abstand in eine Schlange neben der Tür einreihen oder bei ganz großem Ansturm und schlechtem Wetter in einem Container warten, der neben dem Eingang steht. So aber öffnet sich die automatische Schiebetür und Max kommt an einen Desinfektionsspender und einen Tisch, an dem ihn das Krankenhaus-Personal erwartet.

„Hatten Sie Kontakt zu einem positiv getesteten Corona-Patienten? Haben Sie selbst Symptome? Waren Sie im Urlaub“ – Diese und weitere Fragen werden ihm gestellt. Kann er alle Fragen mit Nein beantworten, darf er mit seiner normalen Alltagsmaske im Wartezimmer Platz nehmen und warten, bis er zur ganz normalen Untersuchung abgeholt wird.

Nehmen wir aber an, Max hat seit ein paar Tagen Schnupfen. Dann muss er die Frage nach den Symptomen mit Ja beantworten. Und schon der kleinste Verdacht, dass hier eine Corona-Erkrankung im Spiel sein könnte, reicht aus, um nun ein genaues Prüfungsverfahren in Gang zu setzen.

Max bekommt eine FFP2-Maske, die eine deutliche höhere Schutzwirkung für ihn und sein Umfeld hat, als die normalen Alltagsmasken. Über zwei Flure wird er nach draußen zu einem Container geführt, in dem das Krankenhaus-Fachpersonal nun einen Schnelltest mit ihm durchführt. Die Auswertung dauert etwa eine halbe Stunde, in der Max im Container wartet.

Wir wollen es Max nicht wünschen, aber nehmen wir an, der Test hat ergeben, dass Max mit Corona infiziert ist (sollte er es nicht sein, könnte er ab jetzt ganz normal im Krankenhaus behandelt werden). Corona-Patient Max wird nun vom Krankenhaus-Personal unverzüglich beim Gesundheitsamt gemeldet. Sollte kein dringender Behandlungsbedarf bestehen, wird der Termin verschoben und Max, bei dem sich das Coronavirus ja nur durch Schnupfen zeigt, müsste sich sofort für einen zweiten Test – einem noch genaueren PCR-Test – bei seinem Hausarzt melden und sich in häusliche Quarantäne begeben.

Aber Max hat ja eine gequetschte Hand, die höllisch schmerzt und die dringend untersucht werden muss. Deshalb wird er nun in den Quarantäne-Raum geführt, der nur einen Steinwurf von dem Test-Container entfernt liegt und auf dessen Gang kein „normaler“ Patient herumlaufen wird. In diesem Raum, an den auch eine Toilette für Corona-Patienten grenzt, wird er dann von einem Arzt untersucht, der zum Selbstschutz ebenfalls eine FFP2-Maske trägt. Das Ergebnis: die Hand ist gebrochen, wird eingegipst und kann zuhause auskuriert werden. Er muss sich nun – wie bereits beschrieben – für einen PCR-Test beim Hausarzt melden und sich zuhause in Quarantäne begeben.

Natürlich gibt es noch viele weitere denkbare Fälle für Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Wer zum Beispiel mit den Rettungswagen eingeliefert wird, beantwortet den Fragenkatalog zu Symptomen, Urlaub und Co. bereits während der Anfahrt. Patienten, die sich nicht mehr äußern können, weil sie bewusstlos sind oder beatmet werden, werden direkt in den Isolierbereich der Intensivstation verlegt und dort getestet.

Überhaupt spielt die Intensivstation eine große Rolle bei der Vorbereitung des Plettenberger Krankenhauses auf Corona-Patienten. Die Station stand auch am Dienstag im Mittelpunkt, als ein belgischer Intensivpatient mit dem Hubschrauer nach Plettenberg verlegt worden ist.

Ebenso wichtig ist die Station 5, in der alle Corona-Patienten behandelt werden, denen es schlecht geht, die aber noch nicht beatmet werden müssen. Auch stationäre Patienten, bei denen sich während des Aufenthalts im Krankenhaus ein Verdacht auf Corona ergeben hat, werden auf einen separaten Bereich in Station 5 verlegt und kommen nicht mehr mit den „normalen“ Patienten in Kontakt.

All diese Vorkehrungen, die Eingangskontrollen, die Tests, die Abschirmung sollen vor allem eines gewährleisten: Sicherheit. Deshalb sind die Corona-Experten des Plettenberger Krankenhauses, Dr. Andrzej Ploch und Heiko Heseler, auch überzeugt, dass sich die Patienten nicht sorgen müssen, dass sie sich im Krankenhaus mit dem Corona-Virus anstecken könnten. Heiko Heseler betont, dass niemand Angst haben muss: „Bei uns ist es sicherer als in jedem Supermarkt!“

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