Zahl der Corona-Infizierten in stationärer Behandlung steigt wieder

Britische Mutation weiter auf dem Vormarsch: Weiteres Krankenhaus im MK betroffen

Ein Forscher zeigt im Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, wie ein PCR-Test für die Analyse auf Mutationen des Coronavirus vorbereitet wird.
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Ein Forscher zeigt, wie ein PCR-Test für die Analyse auf Mutationen des Coronavirus vorbereitet wird.

Die britische Mutation des Coronavirus ist weiter auf dem Vormarsch. Das zeigen die Infizierten in einem weiteren Krankenhaus im Märkischen Kreis.

Plettenberg – Vor einer Woche war die Situation im Radprax-Krankenhaus Plettenberg noch vergleichsweise entspannt. Nur vereinzelte Corona-Patienten lagen auf der Isolierstation. Doch das hat sich – wie in vielen anderen Krankenhäusern auch – innerhalb weniger Tage verändert. Besonders die Mutationen bereiten den Verantwortlichen dabei Sorgen.

Von den am Donnerstagnachmittag acht Corona-Patienten auf der Isolierstation ist bei fünf von ihnen die britische Mutation nachgewiesen worden. Bei den restlichen Drei steht die Auswertung im Labor noch aus.

Weil die britische Variante als deutlich ansteckender gilt, haben die Verantwortlichen umgehend reagiert. Die Sicherheitsvorkehrungen sind noch einmal verschärft worden. Zusätzlich zu den FFP-2-Masken tragen die Pflegekräfte nun Gesichtsvisiere und auch die Patienten der Isolierstation und der Station für Innere Medizin wurden mit FFP-2-Masken ausgestattet, die sie bei Kontakt mit den Pflegekräften – sofern es die Erkrankung zulässt – tragen sollen.

Auch die Teststrategie wurde angepasst. Die Patienten des Krankenhauses werden nun alle zwei Tage auf das Coronavirus getestet. Der Grund dafür ist, dass einige Infizierungen zum Beispiel erst bei einem dritten Test nach zuvor zwei negativen Tests nachgewiesen worden sind. Das liege daran, dass die Viruslast im Körper häufig in den ersten Tagen trotz Infizierung so niedrig ist, dass die Tests negativ ausfallen.

Immerhin scheint die britische Virusvariante für mildere Krankheitsverläufe zu sorgen. Das hat der Ärztliche Direktor Dr. Andrzej Ploch zumindest bei den bisherigen Fällen im Krankenhaus beobachten können. Das wiederum deckt sich mit den bisherigen Experten-Einschätzungen. Kein Covid-Patient müsse derzeit in Plettenberg auf der Intensivstation behandelt werden; „teilweise konnten wir Patienten schon wieder für die Quarantäne nach Hause schicken“, sagt Dr. Ploch.

Dennoch: Die erneut steigende Zahl der Covid-Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, sind ein Grund zur Sorge. Dr. Ploch warnt deshalb: „Wir dürfen die Aufmerksamkeit nicht verlieren.“

In anderen Krankenhäusern im MK hat britische Mutation noch deutlich stärkere Auswirkungen als in Plettenberg. Im Iserlohner St.-Elisabeth-Hospital sind die Zahl der Corona-Patienten so stark angestiegen, dass die Klinik am Donnerstag einen Aufnahmestopp verhängen musste.

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