Sprunghafter Anstieg der Infizierten innerhalb eines Tages

Corona-Lage spitzt sich weiter zu: Nächstes Krankenhaus im MK mit Aufnahmestopp

Quarantäne-Zimmer wegen Corona im Krankenhaus Plettenberg
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Im Krankenhaus Plettenberg hat sich die Situation innerhalb eines Tages zugespitzt.

Gut anderthalb Wochen nach Weihnachten spitzt sich die Corona-Situation im Märkischen Kreis weiter zu. Das nächste Krankenhaus meldet: Aufnahmestopp.

Plettenberg - Die Lage im Plettenberger Radprax-Krankenhaus hat sich innerhalb eines Tages so stark zugespitzt, dass die Verantwortlichen einen Aufnahmestopp bis kommenden Montag verhängt haben. Das berichtete der Ärztliche Direktor Dr. Andrzej Ploch am Dienstagnachmittag im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Isolierstation 5 ist nun so stark ausgelastet, dass der Notfallplan umgesetzt werden musste: Die Station ist um einen bisher für Nicht-Corona-Patienten genutzten Isolations-Flur mit mehreren Zimmern erweitert worden, um alle neuen Corona-Infizierten und Verdachtsfälle unterzubekommen.

Die Arbeit und die Schutzmaßnahmen für die Corona-Patienten sind für das Pflegepersonal besonders aufwändig und zeitintensiv. Darum werden Kräfte anderer Stationen gebündelt, um der Lage Herr zu werden. Erschwerend wirkt sich dabei allerdings aus, dass aus den fünf Corona-Verdachtsfällen unter den Mitarbeitern am Dienstag acht mit PCR-Tests bestätigte Fälle geworden sind. Das bedeutet: Alle acht infizierten Mitarbeiter befinden sich derzeit in häuslicher Quarantäne und fallen – zusätzlich zu dem für diese Jahreszeit üblichen Krankenstand – für den Dienst im Krankenhaus aus. Laut Dr. Ploch gehe es den coronainfizierten Mitarbeitern den Umständen entsprechend gut.

Nun gehe es in allererster Linie darum, die Mitarbeiter und Patienten im Krankenhaus zu schützen, betont Dr. Ploch. Dafür werde alles getan.

Aufnahmestopp im Radprax-Krankenhaus Plettenberg gilt bis Montag

Der Aufnahmestopp bis kommenden Montag soll nun dabei helfen, die Lage wieder zu entschärfen. Die Leitstelle ist angewiesen, Krankentransporte in umliegende Krankenhäuser zu bringen. Auch alle geplanten Operationen sind vorübergehend verschoben worden.

In Zahlen drückt sich die Situation derzeit so aus: Zwölf Corona-Infizierte sind es mit Stand von Dienstagnachmittag insgesamt im Radprax-Krankenhaus Plettenberg, zwei davon liegen auf der Intensivstation und müssen – und das ist positiv – nicht künstlich beatmet werden. Hinzu kommen derzeit acht Corona-Verdachtsfälle. Warum es von jetzt auf gleich so viele neue Corona-Patienten gibt, kann auch Dr. Ploch nicht erklären. „Es ist jetzt zehn Tage nach Weihnachten“, sagt er, „aber ich kann nicht sagen, ob es daher kommt. Es ist keine Systematik zu erkennen.“

Allein sei Plettenberg mit der angespannten Situation jedenfalls nicht. Auch andere umliegende Krankenhäuser berichten laut Ploch von ähnlich sprunghaften Anstiegen und Personalmangel und verhängen Aufnahmestopps.

Fortgeführt werden auch während des Aufnahmestopps die Sprechstunden und die ambulante Hilfe für kleinere Notfälle, erklärte Dr. Ploch. Das lasse sich deshalb umsetzen, weil es sich hier um einen abgegrenzten Bereich handele. Auch an den Besuchsregeln für Patienten habe sich nichts geändert. Das Konzept, nach dem Besuche in Ausnahmefällen möglich sind und individuell besprochen werden, gelte weiterhin.

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