Coronakrise in Plettenberg: 

Weihwasser to go

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Die Kirchen müssen leider geschlossen bleiben.

Plettenberg/Attendorn – Osterfeiern ohne Gemeinde – darauf müssen sich aufgrund der derzeit herrschenden Corona-Pandemie sowohl die Hirten, als auch ihre Schäfchen einstellen. Dennoch sollen und müssen Gläubige auf die Liturgie nicht verzichten – sie findet eben nur anders als gewohnt statt: unter anderem per Livestreams und mit Weihwasser zum Mitnehmen.

So bietet die Kirchengemeinde St. Laurentius an Ostersonntag und Ostermontag neues Weihwasser für zum Mitnehmen. Außerdem brennt an diesen Tagen die geweihte Osterkerze in jeder Kirche. Die Kirchen St. Laurentius und St. Marien (Herscheid) sind tagsüber durchgehend geöffnet, St. Johann Baptist von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr. 

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In jeder Kirche gibt es Tisch-Osterkerzen. „Feiern Sie zu Hause das letzte Abendmahl von Jesus“, heißt es in einer Mitteilung der Katholischen Kirchengemeinde St. Laurentius für den heutigen Gründonnerstag. Dennoch lässt die Gemeinde ihre Gläubigen nicht alleine: Einen Ablauf für eine Feier können Interessierte zugeschickt bekommen. Es gibt einen Ablauf für Familien und einen für Erwachsene. 

Die Informationen gibt es bei Laura Bartz (laura.bartz@bistum-essen.de; 0 23 51 / 98 52 041). An diesem Abend wird in allen Kirchen der Altarraum abgeräumt. In der Karwoche (noch bis kommenden Samstag) wird in der Kirche St. Laurentius das Allerheiligste bis 21 Uhr ausgesetzt. An Karfreitag werden die Kirchen St. Laurentius und St. Marien (Herscheid) tagsüber geöffnet, St. Johann Baptist zwischen 15 und 17 Uhr; dort können Gläubige den Kreuzweg beten. Ebenfalls steht vor dem Altar das Kreuz zur Verehrung.

Coronakrise in Plettenberg: Evangelische Kirchengemeinde

Auch die Evangelische Kirchengemeinde Plettenberg muss sich aufgrund des Kontaktverbots bisher nicht gekannten Herausforderungen stellen. „In letzter Zeit haben wir Gottesdienste als Audio-Podcast auf die Homepage gestellt. Das werden wir auch über die Feiertage so machen“, erklärt Pfarrer Dietmar Auner. 

Für Karfreitag werde er selbst einen Gottesdienst-Podcast erstellen, am Ostersonntag ist Pfarrer Andreas Hirschberg an der Reihe. „Wir können keinen Kirchenchor aufstellen“, verweist Auner auf die beschränkten Möglichkeiten, den festlichen Charakter eines Ostergottesdienstes in das neue Format zu übertragen.

 Trotzdem hat man sich etwas einfallen lassen. „Wir werden einen Gottesdienst vorweg produzieren – in Anführungszeichen – und ins Netz stellen“, sagt Hirschberg. Das Video wird am Ostersonntag auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde erscheinen und über die Homepage verlinkt, auch im Newsletter werde man darauf hinweisen. 

Hirschberg wird die Predigt einsprechen, dazu kommen mehrere Wortbeiträge von anderen Mitwirkenden. Kantorin Liesa-Verena Forstbauer wird zudem Lieder auf der Orgel und Sologesang aufnehmen. „Wir werden zeitversetzt in der Kirche sein, sodass wir bei den Aufnahmen die Auflagen einhalten“, so Hirschberg. Die einzelnen Elemente werden dann für das Gottesdienstvideo zusammengeschnitten. Auch einen Kindergottesdienst soll es geben, der ebenfalls am Ostersonntag hochgeladen wird. „Ich hoffe, dass es so klappt, wie wir es uns denken.

Kirchengemeinde Eiringhausen: 

In der Evangelischen Kirchengemeinde Eiringhausen hat man sich gegen einen YouTube-Kanal entschieden, aber wie schon in den vorigen Wochen soll es auch am Osterwochenende Gottesdienste im Audioformat geben. Aktuell ist geplant, am Karfreitag und Ostersonntag je einen Podcast auf der Homepage zu veröffentlichen, erklärt Pfarrer Uwe Brühl: „Möglicherweise machen wir für Ostersonntag noch einen zweiten Podcast, der speziell an Familien gerichtet ist.“ Wie schon bei den vorigen Podcasts sollen auch Liturgie und Musik integriert werden. Auf einem traditionelleren Weg richtet sich Brühl außerdem an die älteren Gemeindeglieder, nämlich in Form eines Osterbriefs. „Da viele Ältere gar keinen Zugang haben zum Internet, gibt es in dieser Woche auch einen Osterbrief mit Gedanken zum Thema Corona in dieser Zeit, aber auch eine Osterliturgie“, sagt Uwe Brühl. Darüber hinaus wird die Kirchengemeinde in Eiringhausen wie auch die in Plettenberg an der NRW-weiten Aktion der Evangelischen Landeskirche und der Katholischen Bistümer teilnehmen und von 9.30 bis 9.45 Uhr am Ostersonntag die Glocken in den Kirchen läuten. Und noch eine Aktion gibt es in der Karwoche: „Am Hauptportal der Johanniskirche können Gebetssteine abgelegt werden.“

Die Lage in Attendorn

Der Kirchenverbund Attendorn geht noch einen Schritt weiter: Seit Palmsonntag werden die Gottesdienste aus dem Sauerländer Dom per Livestream übertragen – und das natürlich auch Gründonnerstag, Karfreitag, in der Osternacht und am Ostersonntag. Das Osterbrauchtum findet in Attendorn in diesem Jahr nur eingeschränkt statt, wie Pastor Andreas Neuser berichtet.

 „Nach Absprache mit dem Vorstand des Attendorner Osterfeuervereins können wir jetzt veröffentlichen, was tatsächlich stattfinden wird“, heißt es aus dem Attendorner Pastoralverbund. Auch die traditionelle und über Attendorns Grenzen hinaus bekannte Semmelsegnung findet in der geschlossenen Kirche statt und kann per Livestream verfolgt werden. 

Es gibt darüber hinaus einen Semmelsegen „to go“. Gemeint ist ein Druckerzeugnis in Postkartengröße. Jeder, der einen Ostersemmel kauft, bekommt einen Ostergruß der Kirche und der Stadt und wird eingeladen, seinen Semmel mit dem traditionellen Segenstext selber zu segnen. Die Osterandacht findet nicht öffentlich am Sonntagabend um 21 Uhr statt und wird per Livestream übertragen. Die Osterlüchten (Vortragekreuze) werden in der Kirche aufgestellt und bleiben in der Osterwoche stehen.

 In diesem Jahr werden sie bereits am Ostersonntag aufgestellt, damit die Menschen die Gelegenheit haben, ihr Osterlicht an der brennenden Osterkerze zu entzünden. Die Messdiener der Gemeinde bekommen auf jeden Fall die Ratschen nach Hause und können zu Hause (vom Balkon aus, im Garten, auf der Straße) zu den entsprechenden Uhrzeiten die Glocken ersetzen.

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