Lockerungen in der Krise: 

Erleichterung bei den Gastwirten

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Das Team des Café Haltepunkt hofft, dass das Wetter weiterhin so schön bleibt, damit die Kunden in den nächsten Wochen die Außengastronomie nutzen können.

Plettenberg/Herscheid – Ab Montag dürfen Restaurants und Cafés wieder öffnen und die heimischen Gastronomen dürfen vorerst aufatmen. Dennoch gilt es jetzt, sich mit der Frage zu beschäftigen, inwiefern wieder geöffnet werden darf und was alles in Sachen Hygiene beachtet werden muss. Wie schnell sich nämlich Regeln und Vorschriften im Zuge der Coronakrise ändern können, haben sie alle in den vergangenen Wochen täglich spüren müssen.

Delia Schulte vom Café Haltepunkt in Plettenberg ist erst einmal erleichtert, dass es in der kommenden Woche weitergehen kann. Wie die Öffnung des kleinen Cafés am Hestenberg letztendlich aussehen wird, steht zwar noch teilweise in den Sternen, generell habe das Team bereits entschieden: Am kommenden Dienstag, 12. Mai, geht es weiter.

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 Da montags immer schon Ruhetag für das Mitarbeiterteam angesagt war, will man auch für die kommende Woche an diesem Tag der Auszeit festhalten. „Wir werden uns am heutigen Freitag zusammensetzen und überlegen, wie wir die kommende Woche angehen“, erklärt Delia Schulte, deren Mann Michael Schulte das Café als Inhaber führt. Mit zum Team gehören außerdem zwei Festangestellte sowie mehrere Aushilfen.

 Delia Schulte erklärt: „Vielleicht starten wir erst einmal nur mit dem Kaffee- und Kuchenangebot und lassen den Mittagstisch vorerst weg – das müssen wir aber alle gemeinsam entscheiden“, verrät sie am Redaktionstelefon. Vor allem bei den beiden festangestellten Mitarbeiterinnen sei die Erleichterung über den Termin der Wiedereröffnung groß. Es hätten sich natürlich auch Sorgen im Team breitgemacht, denn schließlich wisse niemand, wie die Kunden die Wiedereröffnung aufnehmen.

 „Ich hoffe, dass viele Plettenberger das Wetter nutzen, um einen Ausflug zum Hestenberg zu machen und uns unterstützen. Wenn die nächsten Wochen angenommen werden und das Geschäft gut anläuft, wäre das für uns alle ein gutes Zeichen für die Zukunft“, sagt Schulte. Sie hoffe vor allem, dass das Frühlingswetter so schön bleibt. „Dann können wir unsere Terrasse öffnen. Dort haben wir natürlich noch mehr Platz, um die Tische auf Abstand zu setzen. Im kleinen Innenraum ist das schwieriger“, stellt sie fest. Man müsse jetzt erst einmal abwarten und das Beste hoffen.

Auch Sahbi Ben Zid, Inhaber des Hotel und Restaurant Battenfeld, sei etwas überrascht worden von den jetzt doch sehr plötzlich verkündeten Lockerungen im Bezug auf die Öffnungszeiten. Aktuell würden seine Räumlichkeiten renoviert: „Wir bekommen einen neuen Fußboden und es wird neu gestrichen“, erklärt er, wie er die Corona-Zwangspause genutzt habe. Die Handwerker seien am Montag sicherlich noch nicht mit ihren Arbeiten fertig. „Ich kann noch nicht genau sagen, wann wir öffnen können, generell mache ich aber so schnell wieder auf, wie es möglich ist“, erklärt Ben Zid. 

Wie das Restaurant genau öffnen könne, sei immer noch nicht klar. „Ich muss warten, was von der Landesregierung diesbezüglich noch kommt. Es ist schwierig, alle Hygienevorschriften umzusetzen. Ein Buffet darf es definitiv weiterhin nicht geben und vermutlich dürfen wir auch nur eine begrenzte Anzahl von Gästen hereinlassen. Man muss das jetzt erst einmal abwarten“, hofft er auf zeitnahe Anweisungen.

 Es sei schließlich auch ein Risiko für seine Mitarbeiter mit dabei. „Wenn jemand kommt, der infiziert ist, muss ich mein Haus wieder für mindestens zwei Wochen schließen“, beschreibt er. „Wir müssen die Entwicklungen und die Renovierungsarbeiten erst einmal abwarten“, sagt Ben Zid, der sich darauf freue, wieder normal arbeiten zu dürfen.

Auch Harald Weber vom Jagdhaus Weber aus Herscheid sei überrascht worden: „Wir haben erst zu Pfingsten mit Lockerungen gerechnet“, erklärt der Hotelinhaber. Der Hotelbetrieb sei im April „so gut wie zum Erliegen“ gekommen. Wie und wann mit dem Betrieb wieder normal gestartet werden könne, wisse er derzeit noch nicht. „Das hängt ein bisschen von der Industrie ab. Wenn dort wieder alles normal weitergeht, werden wir auch wieder Monteure und Geschäftsleute beherbergen“, erklärt Weber.

 Er freue sich aber darüber, dass schon einige erste Buchungen im Jagdhaus eingegangen seien. Auch mit dem Restaurantbetrieb soll es ab Mittwoch, 13. Mai, weitergehen. Er warte diesbezüglich auf konkrete Vorschriften, was die Hygieneverordnung anginge. „Eventuell müssen wir dann genau dokumentieren, wer wann bei uns zu Gast war und vielleicht können wir auch nur mit Reservierungen Gäste empfangen, das weiß ich noch nicht“, erklärt Harald Weber. Er sei aber sehr froh, dass er bald wieder seine Türen öffnen könne – in welcher Form auch immer.

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