Masken-Näherinnen tun Gutes und treffen auf Geschäftemacher   

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Beate (3.v.re.) und Günter Brune (re.) und Tochter Tina Stahlschmidt (2. von rechts) übergaben jetzt die Spende in Höhe von 1 060 Euro im Beisein von Ulrich Schulte an Amelie Hecker-Korolewski vom Wünschewagen.

Plettenberg – Die ganze Bandbreite an Charaktereigenschaften in Krisenzeiten lernten drei Plettenberger kennen, die Schutzmasken in der Coronakrise nähten. Geld verdienen wollten die Frauen damit nicht und nahmen lediglich eine Schutzgebühr von zwei Euro pro Maske

Alles begann schon wenige Tage vor der Maskenpflicht. Beate Brune und ihre Tochter Tina Stahlschmidt holten die Nähmaschinen aus der Ecke und begannen, aus eigenen, aber auch aus gespendeten Stoffen, Schutzmasken zu nähen. „Am Anfang haben wir recht lange für eine Maske benötigt, am Ende waren es rund 20 Minuten“, erzählt Beate Brune, die dabei auch von ihrem Mann Günter Brune unterstützt wurde. Als der Riesen-Ansturm nach der Einführung der Maskenpflicht begann und die Heimatzeitung die Nummer der Familie veröffentlichte, war es mit der Ruhe vorbei. „Fast ununterbrochen klingelte das Telefon und einige Leute waren fast schon ungehalten, wenn man mal kurz im Garten war und nicht sofort reagieren konnte“, erinnert sich Brune. Als Dreier-Team stellten sie dem Plettenberger Krankenhaus 200 kostenlose Masken zur Verfügung. Weitere 100 Masken bekamen heimische Pflegedienste und Sanitäter und weitere Masken gingen an die Löschgruppe Eiringhausen und den Bauhof. „An Privatleute haben wir rund 400 Masken für eine Schutzgebühr von zwei Euro verkauft und dabei betont,

dass wir den Erlös an den Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes spenden werden“, erzählt Tina Stahlschmidt. Nicht wenige hätten den Betrag deshalb aufgerundet. Doch es gab auch negative Erlebnisse. „Beim Einkaufen habe ich eine Frau mit einer Maske von uns getroffen und sie darauf angesprochen. Sie sagte, sie habe die Maske von einer Freundin, die dafür zehn Euro genommen habe.“ Besagte Freundin hatte gleich zehn Masken zu je zwei Euro beim Böddinghauser Näh-Trio gekauft. „Dass unsere Stoffmasken für viel mehr Geld weiterverkauft wurden, finde ich ein starkes Stück“, sagte Brune, die ebenso wie ihre Tochter und ihr Mann nur etwas Gutes in der Coronakrise bewirken wollte. Und das gelang auch, denn durch den Privatverkauf kamen 1 060 Euro zusammen, die die Familie am Mittwoch im Beisein von Bürgermeister Ulrich Schulte übergab. ASB-Projektleiterin Amelie Hecker-Korolewski, die eigens aus Essen zur Spendenübergabe gekommen war, freute sich sehr, denn mit dem Wünschewagen könne man todkranken Menschen Herzenswünsche erfüllen. So habe sich ein todkranker 33- jähriger Vater gewünscht, noch einmal mit seinem Sohn schwimmen zu gehen.

Corona-Masken für mehr Geld weiterverkauft

„Wir haben da ganz schnell reagiert und am Neujahrstag hat uns ein Schwimmmeister ein Bad geöffnet, hat noch seine Familie mitgebracht und wir haben dem Mann seinen Herzenswunsch im Schwimmbad erfüllt.“ Ein paar Wochen später sei der mann verstorben. „Manche wünschen sich auch, einfach noch einmal, das Meer zu sehen“, sagte die Projektleiterin, deren ehrenamtliches Team versuche, alle Wünsche zu erfüllen. Dazu werde der speziell ausgestattete Wünschewagen genutzt. Manchmal habe man damit auch den eigentlich ausverkauften Borussia-Park oder den Backstage-Bereich eines Sarah Connor-Konzertes ansteuern dürfen. „Das ist mal wirklich ein tolles Projekt, das mit dieser Spende unterstützt wird“, befand Plettenbergs Bürgermeister Ulrich Schulte bei der Übergabe und nahm gegen einen großzügigen Spendenbeitrag selbst noch eine Maske mit.

https://www.come-on.de/kreis-mk/corona-virus-todesfaelle-luedenscheid-altena-meinerzhagen-menden-plettenberg-iserlohn-13565210.html

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