Plettenberger Paar muss das offizielle „Ja-Wort“ verschieben

Coronabedingte Absage der Hochzeit: „Enttäuscht, aber auch erleichtert“

Eigentlich sollten diese Masken, die Sophias Großvater extra noch bemalt hatte, bei der Hochzeitsfeier am Buffet zum Einsatz kommen. Doch daraus wird jetzt nichts mehr, weil Sophia und Sebastian Dorn nun ihre ganze Hochzeit verschieben müssen.
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Eigentlich sollten diese Masken, die Sophias Großvater extra noch bemalt hatte, bei der Hochzeitsfeier am Buffet zum Einsatz kommen. Doch daraus wird jetzt nichts mehr, weil Sophia und Sebastian Dorn nun ihre ganze Hochzeit verschieben müssen.

Der 24. Oktober sollte ihr großer Tag werden: Im Beisein von rund 90 Gästen wollten sich die Plettenberger Sophia und Sebastian Dorn kirchlich das Ja-Wort geben. Doch die steigende Corona-Inzidenz machte dem Paar einen Strich durch die Rechnung.

Als wir vor zwei Wochen das letzte Mal miteinander gesprochen haben, sah es noch so aus, als könnten Sie Ihre Hochzeitsfeier durchführen. Wie ist jetzt der Stand der Dinge?

Sebastian: Schlecht. Ich habe am Mittwoch noch mal mit dem Ordnungsamt telefoniert und wollte mich vergewissern, wie die Situation ist. Nach dem Telefonat erschien es mir hoffnungslos.

Sophia: Wir haben dann abends den Beschluss getroffen, dass es keinen Sinn mehr macht. Wir haben gesagt, dass wir erst einen Tag später absagen, um zwischenzeitlich einen Alternativtermin zu suchen, den wir dann den Gästen direkt mitteilen können.

Wie haben Location, DJ und Fotograf auf Ihre Absage reagiert?

Sebastian: Sie waren alle durchweg traurig, hatten aber Verständnis. Nichtsdestotrotz brechen allen Beteiligten durch die neuen Verordnungen jetzt ihre ganzen Umsätze weg.

Und wie waren die Reaktionen Ihrer Gäste?

Sophia: Es tat allen leid für uns. Viele haben gesagt: ‘Schade, wir haben uns so darauf gefreut, zumindest noch einmal dieses Jahr ein schönes Fest zu besuchen.’ Was uns sehr berührt hat, war, dass viele von sich aus in den letzten Tagen angeboten hatten, sich selbst auszuladen, damit wir unter die Grenze von 50 Leuten kommen, um die Hochzeit vielleicht doch noch durchführen können. Das fanden wir menschlich wirklich super, auch wenn das für uns nie ein Thema war, weil wir alle dabei haben wollten und bei einer Regelung von bis zu 50 Gästen ohnehin abgesagt hätten.

Wie geht es Ihnen jetzt mit der Absage?

Sebastian: Ich habe mich damit abgefunden, bin aber trotzdem enttäuscht.

Sophia: Einerseits sind wir natürlich enttäuscht, klar, aber auch irgendwie erleichtert, dass dieses Zittern und das Auf und Ab jetzt vorbei ist. Wir versuchen, das Positive zu sehen.

Können Sie diese Erleichterung noch näher ausführen?

Sophia: Wir haben in den letzten zwei Wochen immer den Stand der Dinge verfolgt, aber es gab ja gefühlt alle zwei Tage eine Änderung. Das geht auf die Psyche für alle Menschen, die Planungssicherheit brauchen – nicht nur für uns, sondern zum Beispiel auch für den Blumenhändler, für die Konditorin, für das Reisebüro und auch für die Gäste.

Können Sie die aktuellen politischen Entscheidungen nachvollziehen?

Sebastian: Nein. Ich habe zuletzt mit mehreren Ärzten gesprochen, die meinen, dass die politischen Entscheidungen völlig aus dem Ruder laufen.

Sophia: Natürlich sind wir keine Mediziner, aber bei all den Einschränkungen stimmt aus unserer Sicht die Verhältnismäßigkeit nicht mehr.

Haben Sie nun schon einen neuen Termin für Ihre Hochzeit?

Sebastian: Ja, im August 2022.

Also erst in zwei Jahren. Warum so spät?

Sebastian: Weil wir davon ausgehen, dass man auch nächstes Jahr noch nicht so feiern kann, wie man es gerne würde.

Sophia: Man kann es einfach noch gar nicht abschätzen. Vielleicht geht es nächstes Jahr, vielleicht auch nicht. Aber wir möchten uns dieses emotionale Gefühlschaos wie in diesem Jahr ersparen und haben die Hoffnung, dass die Hochzeit in zwei Jahren ganz normal ablaufen kann.

Sebastian: Zumal wir nächstes Jahr ohnehin keinen Termin bekommen hätten, weil DJ und Location schon weitestgehend ausgebucht sind.

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