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Trotz niedriger Inzidenz: Warum viele Testzentren nun eher auf- statt abrüsten

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Von: Sebastian Schulz

„Testzentrum“ steht auf einem Schild an einer Zufahrt zu einem Drive-In für einen Massentest für Schüler und Lehrer mehrerer Schulen der Stadt. Zuletzt sind die Corona-Infektionszahlen wieder gestiegen.
Auf dem Weg in ein Testzentrum. © Friso Gentsch/dpa

Wenn der Inzidenzwert so niedrig ist wie derzeit, gibt es kaum noch Einschränkungen für das öffentliche Leben. Und doch sind noch immer viele Testzentren im MK weiterhin geöffnet - und das soll bei vielen auch weiterhin so bleiben.

Plettenberg - Selbst negative Corona-Tests werden derzeit nicht mehr für Gruppen-Sport oder für einen Restaurantbesuch, sondern nur noch für Reisen, den Besuch von Kulturveranstaltungen oder Partys benötigt. Kein Wunder, dass in den Nachbarstädten die ersten Testzentren wieder geschlossen werden.

In Plettenberg sollen derweil alle Stationen bis auf weiteres geöffnet bleiben – trotz gekürzter Testpauschalen und der neuen Auflage, dass die Corona-Warn-App ab dem 1. August für die Ergebnisse zwingend miteingebunden werden muss. Nachfolgend die Ausblicke und Neuerungen in den Plettenberger Testzentren.

Ifam Testzentrum in Plettenberg-Böddinghausen

„Unser Testzentrum bleibt wie gewohnt geöffnet, um den Bürgern, die noch nicht geimpft sind oder sich auch nicht impfen lassen möchten, weiterhin die Möglichkeit zu einem Test zu geben“, erklärt Ifam-Geschäftsführer Moritz Marl. „Die Plettenberger können also weiterhin auf uns zählen.“

Die Integration der Corona- Warn-App habe man bereits vor einigen Wochen mit Unterstützung der CovCheck- Entwickler – Powerhouse Solutions aus Herscheid – umgesetzt. „Unsere Ergebnisse sind demnach seit mehreren Wochen bereits transferierbar. Ein toller Service“, sagt Marl.

Durch „Prozess-Optimierungen und flexible Anpassungen des Personaleinsatzes in Abhängigkeit zur Nachfrage“ könne man zudem die gekürzten Testpauschalen kompensieren. „Profit ist das sekundäre Ziel. Primär geht es um die Dienstleistung für die Bürger“, betont Marl.

Testzentrum Stadtmitte in Plettenberg

Andrea Saladdino, der mit seinem Testzentrum im Gemeindezentrum neben der Christuskirche erst vor sieben Wochen an den Start gegangen ist, zeigt sich bisher äußerst zufrieden. Bisher zählt er insgesamt 9500 Schnelltests – das sind im Schnitt pro Tag 194 Tests, wobei vor allem die Tage zwischen Donnerstag und Sonntag sehr gut frequentiert seien.

Seit Montag werden außerdem neue, in Europa gelistete und anerkannte Tests für den Abstrich im vorderen Nasen- und Rachenbereich sowie für Kinder als Lolli-Test verwendet. „Wir gehen damit auf Wünsche der Patienten ein“, erklärt Saladdino, dem die gekürzten Testpauschalen keine Sorgen machen. Auch auf die Corona-Warn-App hat sich das 57 Köpfe große Team eingestellt. Seit Montag können die Kunden mit dem Handy einchecken und bekommen ihr Testergebnis danach über die App.

Testzentrum in Plettenberg-Köbbinghausen

Auch die Firma Reitemeyer, die das Testzentrum am Eingang des Köbbinghauser Industriegebiets betreibt, denkt nicht ans Aufhören, „dafür läuft es viel zu gut“, sagt Eike Pieper von der Firma Reitemeyer, die sogar noch personelle Verstärkung für die Teststation sucht. Vor allem Mütter und Kinder nutzten den in der Region selten angebotenen Spucktest, weitere Kunden kämen deswegen sogar aus einem Umkreis von 60 Kilometern.

An den Spucktests wolle Reitemeyer weiterhin festhalten – auch wenn diese teurer seien als andere Tests und jetzt auch die Testpauschalen gekürzt werden. „Wir kommen damit klar“, sagt Pieper. Und auch dem Mehraufwand durch die Corona-Warn-App stelle man sich. Die technischen Standards werden derzeit angepasst, dabei hilft eine Fachfirma, die schon anderen Testzentren bei der Umstellung geholfen habe.

DRK-Testzentrum in Plettenberg

Auf unsere Rundfrage, ob das Testzentrum in nächster Zeit schließen werde, antwortet der Plettenberger DRK-Vorsitzende Peter Krieger: „Das lässt sich kurz und knapp mit „nein“ beantworten. Das DRK wird sein Testzentrum so lange geöffnet halten, wie es benötigt ist.“

Wegen der Kürzung der Testpauschalen sei man derzeit auf der Suche nach einem Schnelltest, der „unsere qualitativen Ansprüche erfüllt“, erklärt Krieger. „Bisher wenden wir einen Schnelltest an, der sicherlich nicht zu Unrecht, als der Mercedes unter den Schnelltests tituliert wird.“ Der Einkaufspreis liege schon heute über dem maximalen Erstattungsbetrag.

Die Anzeige der Schnelltestergebnisse in der Corona- Warn-App ist beim DRK seit Anfang dieser Woche möglich. „Hier ist anzumerken, dass wir dieses Angebot gerne schon früher gemacht hätten, da die Nachfrage bei den Anbietern der Corona-Warn-App (Telekom und SAP) naturgemäß aktuell sehr hoch ist, hat sich dies jedoch einige Wochen hingezogen“, schreibt Krieger.

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