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 Corona-Spaziergang auch in Plettenberg: 170 Teilnehmer in der Innenstadt

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Von: Georg Dickopf

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In Plettenberg fand am Freitag ein Spaziergang gegen die Corona-Maßnahmen statt – so wie in vielen anderen Städten deutschlandweit. Diese Aufnahme wurde in Hamm gemacht.
In Plettenberg fand am Freitag ein Spaziergang gegen die Corona-Maßnahmen statt – so wie in vielen anderen Städten deutschlandweit. Diese Aufnahme wurde in Hamm gemacht. © Reiner Mroß / Digitalfoto

Am Freitag folgten gut 170 Bürger gegen 19 Uhr einem Aufruf über den Messengerdienst Telegram sowie einer Ankündigung in den sozialen Medien und nahmen an einem Corona-Spaziergang in Plettenberg teil.

Der Start erfolgte zunächst in kleineren Gruppen am Plettenberger Rathaus. Von dort ging es über die Grünestraße durch die Fußgängerzone und anschließend über die Zimmerstraße zurück in Richtung Maiplatz.

Wie Polizeipressesprecherin Wiebke Honselmann auf Anfrage betonte, habe die Polizei den Spaziergang begleitet. Da dieser nicht zwei Tage vorher angemeldet worden sei, habe man von Amts wegen Strafanzeige gegen den bislang unbekannten Initiator wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz gestellt.

Recht auf freie Meinungsäußerung

„Die Teilnehmer selbst haben nichts Unrechtes getan. Jeder hat das Recht, seine Meinung kundzutun“, sagte Honselmann. Es sei offenbar die Absicht gewesen, mit dem Corona-Spaziergang um Unterstützung für die Ungeimpften zu werben.

„Das Ganze verlief recht unspektakulär“, betonte der Plettenberger Wachenleiter Jörg Teicher, der den rund zweieinhalbstündigen Spaziergang rund fünf Kilometer durch die Innenstadt begleitete. Am Ende habe man gut 170 Teilnehmer gezählt.

Spruchbänder habe es auf der Demo keine gegeben und auch keine Sprechchöre. Stattdessen sei es ein stiller Marsch der Teilnehmer gewesen, die Lichterketten oder Kerzen mit sich trugen und auf die Nutzung von Masken verzichteten.

Weitere Spaziergänge in Herscheid und Lüdenscheid geplant

Ein Plettenberger (Name ist der Redaktion bekannt), sprach von seiner „sehr schönen Stimmung“, die ganz sachlich und zu keinem Zeitpunkt aggressiv gewesen sei. Ziel sei es gewesen, symbolisch gegen die Spaltung von Ungeimpften und Geimpften vorzugehen. Ähnliche Spaziergänge seien am Montag auch in Lüdenscheid und am Mittwoch in Herscheid geplant.

„Es gab unter den Teilnehmern sicher auch den einen oder anderen Impfgegner, aber eben auch ganz viele normale Leute, junge Familien mit Kindern und auch viele ältere Bürger aus allen Gesellschaftsschichten“, sagte der Teilnehmer, der auch einem pensionierten Polizisten traf und viele angenehme Gespräche geführt habe.

Laut Wachenleiter Jörg Teicher sorgten die Einsatzkräfte der Polizei am Freitag für eine Absicherung der Teilnehmer im Plettenberger Straßenraum.

Auseinandersetzungen oder Handgreiflichkeiten habe es keine gegeben und gegen 21.30 Uhr sei der Spaziergang, der bei der zweiten Runde auch noch über die Königstraße, die Uhlandstraße, die Lehmkuhler Straße, die Kaiserstraße, die Bahnhofstraße und die Weide führte, beendet gewesen.

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