Corona-Schutzverordnung gilt seit dem 1. Oktober

Private Feiern und Hochzeiten - was ist in Plettenberg erlaubt? Das Ordnungsamt gibt Antworten

Was ist auf privaten Feiern und Hochzeiten in Plettenberg laut Corona-Schutzverordnung erlaubt und was nicht? Das Ordnungsamt gibt Antworten.
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Was ist auf privaten Feiern und Hochzeiten in Plettenberg laut Corona-Schutzverordnung erlaubt und was nicht? Das Ordnungsamt gibt Antworten.

Was ist jetzt eigentlich noch erlaubt und was nicht? Mit dieser Frage müssen sich nicht nur Menschen beschäftigen, die in den nächsten Wochen eine private Feier organisieren möchten, sondern vor allem das Plettenberger Ordnungsamt.

Plettenberg - Dessen Leiter Thorsten Spiegel hat sich mit der Coronaschutzverordnung in der Fassung vom 30. September intensiv auseinandergesetzt und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: „Wir hätten uns eine einfachere Regelung gewünscht.“

Vieles sei nicht eindeutig geregelt, obwohl es zahlreiche Verästelungen für die diversen Szenarien gebe. Bemerksenswert ist auch, dass die neue Verordnung „nur“ bis zum 31. Oktober gültig ist. „Das ,Ablaufdatum’ macht deutlich, dass es keinen weitreichenden Vertrauensschutz gibt, der Verordnungsgeber kann die Regeln zur Pandemiebekämpfung auch für bereits geplante Feiern jederzeit verschärfen“, betont Spiegel. Mit dem aktuellen Stand gilt für private Feiern folgendes.

Corona-Schutzverordnung für private Feiern und Hochzeiten - die Anzeigepflicht

„Feiern aus herausragendem Anlass“ (zum Beispiel Hochzeiten oder runde Geburtstage) müssen der zuständigen Ordnungsbehörde – mit Termin, Ort, einem Verantwortlichen mit Name, Anschrift, Telefonnummer, die Art der Veranstaltung und die Personenzahl – mindestens drei Werktage vor dem Termin mitgeteilt werden (per E-Mail an ordnungsamt@ plettenberg.de). Erforderlich ist zudem eine Teilnehmerliste (Name, Vorname, Tel.-Nr. der Teilnehmer), die während der Veranstaltung zu aktualisieren ist und die vier Wochen lang vorzuhalten ist. Diese Regeln und auch die Anzeigepflicht gelten nicht, sofern die Veranstaltung in einer Wohnung stattfindet oder weniger als 50 Personen daran teilnehmen werden.

Corona-Schutzverordnung für private Feiern und Hochzeiten - Abstand und Masken

Der grundsätzlich geltende Mindestabstand und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gelten innerhalb eines Veranstaltungsraumes nicht, sofern geeignete Vorkehrungen zur Hygiene und zur einfachen Rückverfolgbarkeit getroffen sind. Während Letztgenannte durch die Teilnehmerliste gewährleistet werden soll, zählt Thorsten Spiegel für die Hygiene eine Reihe von dringend empfohlenen Maßnahmen auf.

  • Handhygienemaßnahmen (Gäste am Eingang anhalten, sich mit bereitgestelltem Desinfektionsmittel die Hände zu desinfizieren; für genügend Flüssigseife und Einmalhandtücher auf den Toiletten sorgen)
  • Speisenhygienemaßnahmen (Bevorzugung von Tellergerichten; sofern dennoch Buffet angeboten werden soll: Servicekräfte-Bedienbuffet unter Einhaltung des Mindestabstandes (1,5 Meter) zu Servicekräften und Buffet oder bei Selbstbedienungsbuffet die Gäste anhalten, sich die Hände zu desinfizieren und während der Selbstbedienung eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen; Buffet sollte mit Abdeckungen („Spuckschutz“) versehen werden)
  • Servicekräfte desinfizieren sich die Hände, sie tragen permanent eine Mund-Nase-Bedeckung
  • Musiker halten einen erhöhten Mindestabstand von vier Metern zu den Gästen ein (insbesondere bei Gesang und Blasinstrumenten)
  • Personen, die grippeähnliche Symptome aufweisen, sollten Feiern fernbleiben.
  • Empfohlen wird wiederkehrend gründliches Lüften und analog der Regelung in der Gastronomie: Kohortenbildung (Tische mit max. 10 Personen besetzen, dann zum nächsten Tisch mindestens 1,5 Meter Abstand lassen)

Corona-Schutzverordnung für private Feiern und Hochzeiten - Kontaktverhalten

„Umarmungen zwischen Personen, die nicht ohnehin zusammenleben, sind zurzeit keinesfalls ratsam, aber nicht ausdrücklich verboten“, erklärt Thorsten Spiegel. Ebenfalls nicht verboten, aber keinesfalls ratsam sei das Tanzen mit mehreren Partnern.

Corona-Schutzverordnung für private Feiern und Hochzeiten - Fazit

„Es wäre aus unserer Sicht diskussionswürdig gewesen, private Feiern aus herausragendem Anlass, zum Beispiel Hochzeiten, nach einer Übergangsfrist generell nur mit weniger Teilnehmern zuzulassen – und nicht erst dann, wenn gebietsbezogen bestimmte Infektionszuwachsgrenzwerte überschritten sind“, sagt Thorsten Spiegel. „Denn selbst bei Einhaltung der genannten Hygienemaßnahmen besteht ein gewisses Risiko, dass insbesondere ein ‘Super-Spreader’ (eine hoch infektiöse Person unter den Gästen) das potenziell gefährliche Coronavirus an eine Vielzahl von Mitgästen übertragen kann.“

Gerade Hochzeiten und runde Geburtstage mit vielen Gästen sieht das Ordnungsamt deshalb kritisch. So etwas könne zu lokalen Hotspots führen, „wie wir das jetzt in einer ostwestfälischen Stadt sehen. Dort haben sich auf einer runden Geburtstagsfeier 38 Menschen infiziert. In der Folge sind dort mehr als 1 000 Personen unter Quarantäne gestellt worden“, betont Spiegel.

Das Plettenberger Ordnungsamt empfiehlt deshalb, die Gästezahl künftig eher niedrig zu halten und die genannten Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen achtsam umzusetzen.

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