Hubschrauber zu groß für Krankenhaus-Landeplatz

Corona-Notfall: Intensiv-Patient aus Belgien wird ins Krankenhaus Plettenberg verlegt

Für großes Aufsehen sorgte am Dienstagmittag die Landung eines Rettungshubschraubers auf dem Flugplatz in Hüinghausen. Auch der Rettungswagen in Plettenberg war im Einsatz. Es handelte sich um einen Corona-Notfall.

Plettenberg/Herscheid - Eine belgischer Corona-Patient wurde am Dienstag per Helikopter von einem Krankenhaus in Lüttich nach Plettenberg verlegt und wird dort nun auf der Intensivstation behandelt. Sein Zustand ist nach ersten Informationen unserer Zeitung nicht lebensbedrohlich, dennoch muss er künstlich beatmet werden.

LandBelgien
Fläche30.688 km²
Einwohner11.431.406 (Januar 2019)

Corona-Patient aus Belgien im Krankenhaus Plettenberg: Am Dienstagmorgen kam der Anruf

Am Dienstagmorgen hatte der Anruf aus Belgien das Plettenberger Radprax-Krankenhaus erreicht. Weil sich die Klinik aus dem Märkischen Kreis auf eine Abfrage von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann gemeldet hatte, Patienten aus Nachbarländern wie den Niederlanden aufzunehmen, weil die Kapazitäten dafür (noch) vorhanden sind, hatte die belgische Klinik Kontakt mit dem Corona-Beauftragten des Krankenhauses Plettenberg, Dr. Andrzej Ploch, aufgenommen. Der gab sein Ok.

Danach ging alles ganz schnell. Schon wenige Stunden später wurde der Patient für den Flug vorbereitet. Gegen 13:30 Uhr brach der Hubschrauber zu seinem rund einstündigen Flug ins Sauerland auf. Eine Stunde auch deshalb - weil er einen Zwischenstopp einlegen musste.

Der Rettungshubschrauber, mit dem der Intensivpatient nach Herscheid geflogen wurde, stammt aus Luxemburg. Das ist nicht unüblich. Denn der Hubschrauber braucht vom Luxemburg Airport bis nach Lüttich lediglich 20 Minuten. Aus Lüttich flog der Hubschrauber dann in 45 Minuten nach Hüinghausen.

Corona-Patient aus Belgien im Krankenhaus Plettenberg: Hubschrauber landet in Hüinghausen

Ursprünglich sollte der Hubschrauber wie üblich auf dem Landeplatz vor dem Krankenhaus Plettenberg landen, doch im Vorfeld wurde klar, dass die Maschine für den Landeplatz zu groß ist. Deshalb sah man sich nach der nächsten Alternative um - und diese befindet sich auf dem Flugplatz im benachbarten Herscheider Ortsteil Hüinghausen, der eigentlich den dortigen Segel- und Leichtmotorfliegern als Start- und Landeplatz dient.

Der Hubschrauber, der den Intensivpatienten nach Herscheid brachte, war zu groß, um in Plettenberg auf dem Krankenhaus-Landeplatz zu landen.

In Hüinghausen wurde die belgische Besatzung schon von der Rettungswagenbesatzung aus Plettenberg erwartet. Mit Blaulicht und Martinshorn ging es für den Patienten über die sieben Kilometer lange Strecke direkt ins Radprax-Krankenhaus, wo der ältere Mann nun behandelt und beatmet wird.

Corona-Patientin aus Belgien im Krankenhaus Plettenberg: Pandemie-Lage im Nachbarland dramatisch

In Belgien hat sich die Corona-Situation in den letzten Wochen extrem zugespitzt. Das Land zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Die Behörden des Elf-Millionen-Einwohner-Landes meldeten zuletzt im Sieben-Tages-Schnitt knapp 15.600 registrierte Fälle pro Tag*. Alle Geschäfte, die nicht unbedingt notwendige Waren verkaufen, müssen geschlossen bleiben*. Lediglich die Abholung und Hauslieferung vorbestellter Waren ist noch möglich. An den Schulen sind die derzeitigen Herbstferien bis Mitte November verlängert worden. Die Schließung von Kneipen, Restaurants und Cafés sowie nächtliche Ausgangssperren waren bereits Mitte Oktober beschlossen worden

In Plettenberg ist die Lage dagegen noch vergleichsweise ruhig. Mit Stand von Dienstagmittag befanden sich zwei Corona-Infizierte auf der Isolierstation, während die Intensivstation erfreulicherweise nicht mit Corona-Patienten belegt ist. Das ändert sich nun durch den Patienten aus Belgien.

Märkische Kliniken in Lüdenscheid im Notfallbetrieb: Hilfe aus Plettenberg?

Deutlich angespannter als in Plettenberg ist die Situation im benachbarten Lüdenscheid. Dort sind die Märkischen Kliniken am Montagnachmittag wegen einer Vielzahl an Corona-Patienten in den Notfall-Betrieb übergegangen. Am Montag wurden in Lüdenscheid 42 Patienten mit Sars-CoV-2-Nachweis stationär behandelt, davon 30 auf der Isolier- und 12 auf der Intensivstation, fünf lagen auf der Aufnahmestation. 17 Mitarbeiter des Klinikums befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Ob es also in Zukunft im Krankenhaus Plettenberg nicht nur Patienten aus den Nachbarländern, sondern auch aus den Nachbarstädten aufgenommen werden? „Das ist nicht auszuschließen“, sagte der Plettenberger Pflegedirektor Heiko Heseler dazu am Dienstag auf Nachfrage. - *wa.de ist Teil des Ippen-Digitalnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Sebastian Schulz

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