Krankheitsfall im Familienumfeld

Corona-Fall: Weiterer Bürgermeister im MK positiv getestet

Der Plettenberger Bürgermeister Ulrich Schulte befindet sich seit Wochenbeginn in Qurantäne
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Der Plettenberger Bürgermeister Ulrich Schulte befindet sich seit Wochenbeginn in Qurantäne, nachdem es im Familienkreis eine Infektion mit der britischen Corona-Mutation gegeben hatte. Seine letzte Videokonferenz im Rathaus führte er am Freitag mit Landrat Marco Voge.

Dass der Plettenberger Bürgermeister Ulrich Schulte im Homeoffice arbeitet, ist in der Corona-Pandemie nicht ungewöhnlich. Derzeit hat das aber einen ernsten Hintergrund.

Plettenberg - Am Mittwoch gegen 9 Uhr kam das Ergebnis eines PCR-Test - und das fiel laut Schulte positiv aus. Im familiären Umfeld des Bürgermeisters von Plettenberg gab es zuvor bereits einen positiven Corona-Test, weshalb sich der Bürgermeister seit dieser Woche in Quarantäne befindet. Die britische Mutation hat auch hier zugeschlagen. Ulrich Schulte hat bereits am Samstag einen Schnelltest absolviert, der negativ ausfiel. (News zum Coronavirus im MK)

StadtPlettenberg
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BürgermeisterUlrich Schulte

Nun steht fest, dass ich das Plettenberger Stadtoberhaupt mit dem Coronavirus infiziert hat, wie Schulte bereits im Vorfeld vermutet hatte. Nach dem Werdohler Bürgermeister Andreas Späinghaus ist der der zweite infizierte Bürgermeister im Märkischen Kreis. Der Märkische Kreis ist ein Corona-Hotspot in NRW.

Positiver Corona-Test bei Plettenberger Bürgermeister Ulrich Schulte

Seine Arbeit erledigt das Plettenberger Stadtoberhaupt weiterhin, auch wenn er sich am Dienstag bei der Ratssitzung von Adrian Viteritti vertreten ließ und auch auf eine Online-Schalte in den Ratssaal verzichtete. „Wenn ich alles mitbekomme, aber selbst nicht aktiv eingreifen kann, rege ich mich nur auf“, sagte Schulte

Wie sich die Symptome bei ihm weiter entwickeln, bleibe abzuwarten. „Ich hoffe auf einen milden Verlauf, aber bei Andreas Späinghaus hat es auch erst harmlos angefangen, sagte der 54-Jährige. Derzeit habe er noch den vollen Geschmackssinn, leide aber unter Husten, Kopfschmerzen und Müdigkeit, weshalb er sich auch hinlege, wenn ihm die Arbeit zu viel werde. Termine werde er verschieben. Er arbeite derzeit im Homeoffice von zu Hause und sei per Handy und Mail erreichbar. Eine Rückmeldung vom Märkischen Kreis zu seiner Quarantäne-Dauer habe er noch nicht.

„Es wird ja nicht weniger, wenn ich die Füße hochlege, deshalb will ich jetzt noch ein paar Dinge wegarbeiten, so lange es mir noch gut geht. 

Bürgermeister Ulrich Schulte

Trotz seiner Infizierung will Schulte seine Amtsgeschäfte (noch) nicht einstellen. „Es wird ja nicht weniger, wenn ich die Füße hochlege, deshalb will ich jetzt noch ein paar Dinge wegarbeiten, so lange es mir noch gut geht. Es ist aber auch nicht so, dass ich mitten in der Nacht aufstehe und bis abends durcharbeite. Ich gehe es sicherlich auch geruhsamer an und passe mich meiner Tagesform an“, so Schulte, der sich auch zu den aktuellen Entwicklungen äußerte.

Ja zu Schulschließungen

Zum Thema Schulschließungen sagte Schulte folgendes: „Die Inzidenzzahl in Plettenberg lag bei über 340, aber es ist auch problematisch, wenn man über die Inzidenzzahlen einer kleinen Stadt oder Gemeinde berichtet. In einer kleinen Stadt oder Gemeinde sorgen nur wenige Fälle dazu, dass die Inzidenzzahlen durch die Decke gehen. Deshalb kann das nicht der Maßstab sein.“ Nun hätten aber die allgemein steigenden Inzidenzzahlen im Märkischen Kreis dazu geführt, dass der Kreis reagiert habe. „Auch wenn sich das Infektionsgeschehen nicht in den Schulen manifestiert hat, will man damit einen Teil dazu beitragen, die Zahlen einzudämmen und schickt die Schüler erst einmal in den Distanzunterricht.“

Öffnung war falsch

Auf die Frage, ob er dieses Vorgehen für richtig halte, sagte Schulte: „Ja, auch wenn ich letzte Woche diesbezüglich noch skeptisch war. Idealerweise hätte man die Schulen vor zwei Wochen gar nicht erst geöffnet. Es zwei Wochen vor den Osterferien anlaufen zu lassen, war falsch und das Hin und Her für die Kinder ist auch nicht gut.“ Aktuell gingen die Zahlen weiter nach oben und er bekomme Rückmeldungen aus den Schulen, dass Eltern ihre Kinder krank melden – und das in großem Umfang. „Das ist der falsche Weg. Deshalb ist es sinnvoller, jetzt offiziell wieder Distanzunterricht anzubieten.“

Auswirkungen der Testzentren

Dass die hohen Fallzahlen in Plettenberg mit den Testzentren zu tun haben, glaubt auch der Bürgermeister. Als man die beiden Testzentrum in Plettenberg etabliert habe, sei er sich mit Ordnungsamtsleiter Thorsten Spiegel einig gewesen, dass dies erst einmal zu einem starken Anstieg führen werde. „Aber auf lange Sicht können wir damit die Infektionsketten unterbrechen und die Zahlen nach unten bekommen.“

Nerven liegen blank

Abschließend äußerte sich Bürgermeister Ulrich Schulte auch noch zu dem Bild, das die Bundesregierung derzeit abgibt: „Ich fand das Erschreckendste, dass es sehr harte und lange Auseinandersetzungen gab und man deswegen die Verhandlungen unterbrochen hat. Man merkt, dass dort zum einen die Nerven blank liegen und man sich zum anderen absolut nicht mehr einig ist.“
Dreh- und Angelpunkt der aktuellen Situation sei die Impfmisere. „Hätten wir schon früher mehr Impfstoff bestellt, wären die Zahlen nicht so hoch und die Stimmung wäre dann auch anders“, so Schulte abschließend.

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