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Todesfälle: Corona macht sich bemerkbar

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Von: Christos Christogeros

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Grablicht auf dem Alten Friedhof in Offenbach am Main an Allerseelen, 02.11.2020.
In Relation zur Bevölkerung lag die Todesrate in Plettenberg im Jahr 2020 bei 1,32 Prozent - ein Wert, der zuletzt während der H1N1-Epidemie im Jahr 2013 erreicht worden war. © Norbert Neetz/Imago

Macht sich die Corona-Pandemie in der Zahl der Todesfälle bemerkbar? Beim Blick auf die Todesfälle in Relation zur Bevölkerungszahl muss die Antwort „Ja“ lauten. Das legen die aktuellen Zahlen von IT.NRW als statistisches Landesamt nahe.

Plettenberg - 329 Todesfälle zählte man demnach im Jahr 2020 in Plettenberg, in diesem Jahr schon 240 bis einschließlich Juli. Im Vergleich zu den Zahlen vergangener Jahre lässt sich hier zwar keine deutliche Erhöhung erkennen, allerdings weist die Vier-Täler-Stadt seit über zwei Jahrzehnten einen Bevölkerungsschwund auf. Daher wird die Statistik erst aussagekräftig, wenn man die Todesfälle in Relation zur jeweils im selben Jahr vorhandenen Bevölkerungszahl setzt.

Im vergangenen Jahr betrug diese Todesrate 1,32 Prozent – ein Spitzenwert im Vergleich der vergangenen 20 Jahre. Derselbe Anteil Verstorbener an der Gesamtbevölkerung wurde nur 2009 erreicht. Seinerzeit wütete das Influenza-Virus H1N1 weltweit – ohne, dass Maßnahmen wie Masken- oder Abstandspflicht, geschweige denn Lockdowns ergriffen worden waren.

Dies lässt vermuten, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich schlimmer sein würden, wären diese Maßnahmen zur Eindämmung nicht ergriffen worden. Denn laut Wissenschaft hat Corona nicht nur eine längere Inkubationszeit als gängige Grippeviren – wodurch das Virus unbemerkt an mehr Menschen weitergegeben werden kann –, sondern führt auch zu mehr schweren bis lebensbedrohlichen Verläufen. Bereits zwei Jahre nach der H1N1-Epidemie sank die Rate in Plettenberg wieder auf 1,01 Prozent.

Die Sars-Epidemie im Jahr 2003 hatte dagegen offensichtlich keinen Einfluss auf die Todeszahlen in Plettenberg. In diesem Jahr lag die Rate 1,11 Prozent.

Dass die Zahl der Verstorbenen, gemessen an der Gesamtbevölkerung, im vergangenen Corona-Jahr deutlich höher lag, als in den Jahren zuvor, zeigt ein einfacher Vergleich: Im Jahr vor der Corona-Pandemie lag die Todesrate in Plettenberg bei 1,17 Prozent (2018) beziehungsweise 1,27 Prozent (2019), im Jahr 2017 bei sogar nur 1,11 Prozent.

Den niedrigsten Anteil an Todesfällen, gemessen an der Gesamtbevölkerung, weist das Jahr 2000 für Plettenberg auf (0,99 Prozent).

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