Wie es ab Montag in Kitas und Schulen weitergeht

Trotz Corona-Lockdown: Warum niemand in Kitas und Schulen abgewiesen wird

Vor wenigen Tagen schrieben wir an dieser Stelle, dass die Kindertagesstätten auf politischer Seite unter dem Radar laufen. Großartig geändert hat sich daran nichts.

Plettenberg – Offiziell heißt es zwar nach dem verlängerten Lockdown, dass die Eltern ihre Kinder - wenn irgendwie möglich - zu Hause lassen sollen, doch verboten ist es nicht, die Kinder in die Betreuung zu schicken. „Ich warte noch auf das offizielle Schreiben der Landesregierung, aber nach meinem derzeitigen Kenntnisstand handelte es sich nur um eine Empfehlung. Im Grunde erklären die Eltern den Notstand selbst“, sagt Jugendamtsleiter Michael Schröder. „Wir können und werden deshalb auch keine Kinder abweisen“, ergänzt Schröder. (News zum Coronavirus im MK)

Kinder in der Kita trotz Lockdown: Maximale Betreuungszeiten reduziert

Anders als im Frühjahr gebe es keine Beschränkung für Eltern mit systemrelevanten Berufen. „So gesehen könnten theoretisch also auch Eltern, die beide nicht berufstätig sind, ihre Kinder in die Kita schicken“, sagt Schröder. Ab kommenden Montag ändern sich jedoch die maximalen Betreuungszeiten, die bei den Kindern in der Kita normalerweise 25, 35 oder 45 Stunden betragen. Der Betreuungsumfang wird nun jeweils um zehn Stunden gekürzt und Gruppen sollen strikt voneinander getrennt werden. „Wir versuchen die Stundenreduzierung ein Stück weit aufzufangen, indem wir den Zeitkorridor für die Bring- und Abholzeiten flexibler gestalten“, sagt Schröder.

Für den Träger bedeute der verlängerte Lockdown aber auch, dass möglicherweise ErzieherInnen ausfallen, weil sie selbst ein schulpflichtiges Kind beim Distanzunterricht betreuen müssen. „Diese Herausforderung müssen wir meistern und darauf hoffen, dass es keine zusätzlichen Krankheitsfälle gibt“, sagt Schröder. Grundsätzlich hätten die Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Wie der Träger das in Corona-Zeiten mit verschärften Auflagen gewährleistet bekomme, stehe auf einem anderen Blatt. Beachten Sie: Eltern haben Möglichkeiten zur Kinder-Betreuung - sie sind jedoch oft an Lohn-Kürzungen gebunden oder müssen beantragt werden.

Keine Vorlaufzeit am Albert-Schweitzer-Gymnasium

Am Albert-Schweitzer-Gymnasium bereitet man sich derweil auf den Distanzunterricht ab kommenden Montag vor. „Die zwei Tage Vorlaufzeit, die Yvonne Gebauer den Schulen eingeräumt hat, benötigen wir nicht. Wir sind direkt ab dem 11. Januar startklar“, erklärte Direktorin Elisabeth Minner. Grundsätzlich sollen alle Schülern zu Hause unterrichtet werden. Schülern, denen kein passendes Endgerät zur Verfügung steht, kann geholfen werden. „Wir haben knapp 50 digitale Endgeräte zur Ausleihe zur Verfügung“, sagte Minner. Im Bedarfsfall müssten sich die Schüler per Mail an die Schule wenden.

Notbetreuung ist möglich

Zur Vorbereitung des Distanzlernens ist es laut Minner notwendig, dass die Schüler einen Zugang und das Passwort zur Lernplattform besitzen. Dies werde gerade vorbereitet. Weitere Details zum Distanzunterricht werden auf der ASG-Homepage veröffentlicht, sobald aktuelle Informationen des Schulministeriums vorliegen. Auch den Antrag für die Notbetreuung von Schülern in den Klassen 5 und 6 kann man dann dort herunterladen. Allerdings – und das gab Elisabeth Minner noch einmal nachdrücklich zu verstehen – werde dringend dazu aufgerufen, die Kinder zu Hause zu lassen, um die Kontakte zu reduzieren. Noch dazu werden die Kinder bei der Notbetreuung nur während der normalen Schulzeit betreut, nicht aber unterrichtet wie im Distanzunterricht.

Rubriklistenbild: © dpa

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