Erste Ansätze von Panikkäufen

In Plettenberger Geschäften herrscht vor dem Lockdown reger Betrieb

Reges Treiben herrschte vor allem am Samstagvormittag in der Plettenberger Innenstadt.
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Reges Treiben herrschte vor allem am Samstagvormittag in der Plettenberger Innenstadt. Die Parklücken waren hart umkämpft.

 So voll wie am Samstagvormittag war die Plettenberger Innenstadt lange nicht. Parkplätze waren hart umkämpft. Vor vielen Geschäften bildeten sich Schlangen.

Plettenberg - Dass es zu so einem Ansturm kommen würde, war irgendwie klar. Zwar stand seit Freitag fest, dass die Regierung einen „harten Lockdown noch vor Weihnachten“ verhängen will. Am Samstag war allerdings offen, wann dieser beginnen soll. Direkt ab Montag? Ab Mittwoch? Oder doch erst später? (Mehr dazu in der Info-Box).

Als gesetzt galt dafür von vornherein, dass der Einzelhandel wieder dichtmachen muss. Viele Kunden nutzten also am Samstag die potentiell letzte Gelegenheit in diesem Jahr: „Wer weiß, was nächste Woche noch offen hat?“, sagte ein älterer Herr und drückte damit wohl die Gedanken vieler aus.

In der letzten Woche sei – den Umständen entsprechend – noch alles normal gewesen in der Buchhandlung Plettendorff. Dann habe NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Freitag gesprochen. Und seitdem herrsche Panik, beschrieb Inhaberin Esther Saalborn. Panik im Sinne von: Viele Kunden hätten sich schnell noch auf den Weg gemacht, um die letzten Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Das Aufkommen hätte spürbar zugenommen.

Am Samstag mussten Kunden teilweise draußen warten. Im Eingangsbereich der Buchhandlung wurde immer mal wieder ein Schild aufgestellt, das darauf hinwies, dass die maximale Kapazität erreicht war. Denn nach aktuellen Regeln darf in Läden bis 800 Quadratmeter Verkaufsfläche nur eine Person auf 10 Quadratmeter kommen.

Was den Lockdown angeht, erklärte Saalborn: „Wir werden weiterhin telefonisch zu den gewohnten Öffnungszeiten erreichbar sein.“ Wahrscheinlich werde wieder eine Abholung ermöglicht – wie genau diese aussehen wird, richte sich nach den Maßnahmen. Saalborn hatte am Samstag noch ein wenig Hoffnung, dass Buchhandlungen diesmal vielleicht sogar offen bleiben können (Anm. d. Redaktion: Laut Erlass von Sonntag dürfen sie das nicht).

„Man merkt‘s“, sagte auch Katia Fidanidis vom Kindermode-Geschäft Piccolo Mondo mit Blick auf viele Kunden, die noch Geschenke kaufen wollten. Schon vor der Öffnung hätten die ersten vor der Tür gewartet. Beliebt seien momentan Gutscheine. Man sei gespannt auf das, was am Sonntag beschlossen wird, erklärte indes Dimitrios Fidanidis am Samstag. „Es ist schon schwierig“, sagte er, meinte mit Blick auf Corona aber auch: „Die Zahlen sprechen für sich“.

Im Lockdown wollen die beiden wieder eine Abholstation einrichten. Dazu ist Piccolo Mondo online erreichbar, über Facebook und Instagram. Auch telefonische Bestellungen sollen möglich sein. „Hauptsache gesund bleiben“, erklären die beiden.

Alexandra Hahn, Inhaberin vom gleichnamigen Wäschemodengeschäft am Kirchplatz direkt neben der Christuskirche, zeigte sich im ST-Gespräch „zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft im Coronajahr.“ Viele würden momentan nicht in die Großstädte fahren und bewusst in der kleinen Innenstadt vor Ort einkaufen. Auch seien ihre Waren nicht so stark von der Online-Konkurrenz betroffen. Im Lockdown will sie für ihre Kunden telefonisch erreichbar sein. Wie Waren dann an der Tür abgeholt werden könnten, würde sich noch zeigen.

Letzten Endes war es am Samstag egal, wo man sich umgesehen hat. Es war erstaunlich viel los. Kunden berichteten im Gespräch von einer gewissen Anspannung, noch alles rechtzeitig einkaufen zu können. Ob Lidl, Aldi, Hit, Rewe, Penny Fressnapf oder Toom – überall war gut was los. Und das dürfte heute und morgen so bleiben...

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