Plettenberg-Böddinghausen

Corona-Impfung im Auto? Planungen für Drive-In im MK laufen

Bisher können am Ifam-Testzentrum in Böddinghausen lediglich Corona-Tests durch das Autofenster durchgeführt werden. Denkbar sei aber auch, dass
hier in naher Zukunft auch das Drive-in-Impfen durchgeführt wird.
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Bisher können am Ifam-Testzentrum in Böddinghausen lediglich Corona-Tests durch das Autofenster durchgeführt werden. Denkbar sei aber auch, dass hier in naher Zukunft auch das Drive-in-Impfen durchgeführt wird.

Bisher können am Ifam-Testzentrum in Plettenberg nur Corona-Tests durch das Autofenster durchgeführt werden. Bald soll dort auch geimpft werden. 

Plettenberg - Geht es nach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dann kann die Priorisierung beim Impfen gegen das Coronavirus im Juni aufgehoben werden. Und auch Kanzlerin Angela Merkel teilte nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten mit, dass Impfungen ohne feste Reihenfolge spätestens ab Juni möglich sind.

Im Märkischen Kreis wird der Impfstoff derzeit in den beiden Impfzentren in Lüdenscheid und Iserlohn sowie bei zahlreichen Hausärzten verabreicht. Geht es nach dem Ifam-Geschäftsführern Moritz Marl und Otto Prange, dann könnte im Drive-in-Testcenter in Böddinghausen bald auch der Impfstoff verabreicht werden.

Nachdem man in Sachen Schnelltests bereits zu den Vorreitern im Kreisgebiet zählte, will man nun auch beim Impfen die Vorteile des Drive-in-Centers nutzen. Getreu der Devise: Im Auto vorfahren, Ärmel hoch und impfen lassen. Wie so etwas funktioniert, sieht man im Ennepe-Ruhr-Kreis. Laut Sprecher Ingo Niemann sei die Einrichtung in Ennepetal aus der Not geboren worden und habe sich mittlerweile fest etabliert, auch wenn es anfangs Irritationen gab, weil sich auch Bürger impfen lassen wollten, die noch nicht an der Reihe waren.

Ablauf wie im Impfzentrum

Grundsätzlich seien die Abläufe dort wie im Impfzentrum, „nur sitzt man eben im Auto“, so Niemann. Zunächst werde man um den Datenabgleich und die Ausfüllung des Anmeldebogens gebeten. In der Wartschlange erfolge dann das Aufklärungsgespräch durch einen Arzt, ehe kurz darauf durch das Autofenster der Impfstoff verabreicht werde. Danach halten sich die Geimpften unter Aufsicht des THW noch 15 Minuten auf einem benachbarten Parkplatz auf und können dann die Heimfahrt antreten.

„Das klappt alles sehr gut und die Stimmung bei den über 500 Geimpften pro Tag ist sehr gut“, sagt Niemann. Aus Sicht von Andreas Daniel, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe, spreche nichts gegen ein solches Drive-in-Impfzentrum.

Doch dazu müsste Jens Spahn die Impfverordnung ändern, die es Werksärzten bislang nicht erlaubt, eigenverantwortlich zu impfen. Werde dies geändert, könnte den Werksärzten ähnlich wie den Hausärzten der Impfstoff über die Apotheken zugeteilt werden. „Entscheidend wird sein, wie viel Impfdosen bis dahin zur Verfügung stehen. Wenn genug da ist, sorgt ein solches Drive-in-Center sicher für eine Beschleunigung“, sagt Daniel.

Ab Juni möglich?

Moritz Marl und Otto Prange arbeiten derzeit mit Hochdruck daran, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. „Es geht dabei anders als beim Testen nur mit vorheriger Terminvergabe“, sagte Marl. Geplant sei ab Juni ein ganztägig kombinierter Betrieb eines Drive-in-Test- und Impfzentrums in Böddinghausen. „Wir können ohne große Vorlaufzeit zusätzliche Impfstraßen einrichten – vorausgesetzt wir dürfen auch“, sagt Moritz Marl. Aus logistischer Sicht biete der Aquamagis-Parkplatz gute Voraussetzungen, zumal auf absehbare Zeit eine Öffnung des Erlebnisbades nicht anstehe. Wenn doch, verfüge man laut Otto Prange über Ausweichmöglichkeiten.

Erleichtert wird der Ablauf im Schnelltest-Drive-in-Center derzeit durch die digitale Zusendung der Ergebnisse über die Covcheck-App. Für die Impfungen arbeitet man ebenfalls an einer einfachen digitalen Lösung, die in fünf bis sechs Wochen startklar sein soll. Dennoch tritt der Ifam-Geschäftsführer noch ein wenig auf die Euphoriebremse: „Bis Anfang Juni kann noch viel passieren, aber wir hoffen, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen bis dahin die Durchführung ermöglichen.“

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