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Es mangelt am Platz: Nicht alle Apotheken können Corona-Impfungen durchführen

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Von: Ines Engelmann

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In der Wieden-Apotheke wären Impfungen gegen das Coronavirus möglich. Bei manch anderen Plettenberger Apotheken fehle es schlichtweg an den geeigneten Räumen für Impfungen.
In der Wieden-Apotheke wären Impfungen gegen das Coronavirus möglich. Bei manch anderen Plettenberger Apotheken fehle es schlichtweg an den geeigneten Räumen für Impfungen. © Foto: Dickopf/ Montage: Christogeros

Oft diskutiert und lange darauf gewartet: Apotheken haben grünes Licht, um Corona-Impfungen durchzuführen. Noch ist nicht klar, wann die Apotheker die Spritze mit dem jeweiligen Impfstoff ansetzen dürfen und, ob überhaupt genügend Impfstoff zur Verfügung stehen wird. In Plettenberg könnte die Corona-Impfung jedoch an einem ganz anderen Problem in den Apotheken scheitern: der Frage des geeigneten Raumes.

Plettenberg – „Prinzipiell wären wir bereit, Ärzte beim Impfen zu unterstützen, wenn Engpässe bestehen“, sagt Kathrin Klewer-Scherer von der Apotheke Am Nocken. Sie sieht derzeit jedoch keinen Bedarf an weiteren Impfstellen in Plettenberg, „Deshalb halten wir uns da außen vor.“

Für Klewer-Scherer spiele zudem die Bedingung eine große Rolle, dass Impfungen in extra Apotheken-Räumen durchgeführt werden müssten. „Wir haben diese Räumlichkeiten dafür nicht“, erklärt die Apothekerin. In der Apotheke Am Nocken müsste erst ein potenzieller Raum extra für diese Impfungen hergerichtet werden. Dabei stellte Klewer-Scherer sich die Frage: „Kann man so etwas dann auslagern und Kunden in Zelten impfen? Aber wer will sich bei solchen Temperaturen schon draußen impfen lassen?“ Da der Raum für die Impfung jedoch in der Apotheke sein muss, geht Klewer-Scherer nicht davon aus, dass ein Zelt eine Lösung wäre.

Apotheker dürfen gegen Corona impfen: Kunden fragen kaum nach Impfung

Zudem hätten Klewer-Scherer und ihr Team die nötigen Schulungen bisher noch nicht absolviert. Die Apothekerin sieht diesbezüglich jedoch kein Problem: „Die Schulungen werden von den Apothekerkammern zahlreich angeboten, da kommt man gut dran. Es sollte kein Problem sein, das mittelfristig schnell hinzubekommen.“

Zudem fühlt sich Klewer-Scherer darin bestätigt, vorerst keine Corona-Impfungen anzubieten, aufgrund der Tatsache, dass in der Apotheke nur wenige Kunden nach Corona- und Grippeimpfungen fragen würden. „Diese Fragen kommen bei uns nur ganz selten vor“, sagt Klewer-Scherer.

Es mangelt am Platz: Nicht alle Apotheken können Corona-Impfungen durchführen

Dass nicht jede Apotheke die nötigen Voraussetzungen für die Corona-Impfung erfüllt, spürt auch Ralf Brensel von der Engel-Apotheke am Maiplatz. „Wir werden die Corona-Impfung aus räumlichen Gründen nicht anbieten,“ sagt Brensel. Die Apotheke verfüge ebenfalls nicht über einen extra Raum und auch personell würde die Umsetzung komplizierter. Wie in der Apotheke Am Nocken habe das Team der Engel-Apotheke bisher auch keine notwendige Schulung dafür absolviert, da aufgrund der räumlichen Voraussetzungen auch keine Grippeimpfungen in der Apotheke durchgeführt werden können.

Besorgniserregend findet Brensel dies aber nicht: „Grundsätzlich sind wir positiv gestimmt, dass Apotheken bald auch impfen dürfen, um die Impfquote zu erhöhen. Aber ich weiß nicht, ob in Plettenberg wirklich noch mehr Bedarf besteht. Die meisten Ärzte impfen doch ohnehin schon.“

In der Wieden-Apotheke blickt man der geänderten Impfverordnung dagegen positiv entgegen. „Es gibt zwei gute Gründe, warum es gut ist, dass Apotheken bald gegen Corona impfen dürfen: Wir werden ohne ausreichende Impfungen das Virus nicht los. Und um das so schnell wie möglich hinzukriegen, müssen so viele Menschen wie möglich in kürzester Zeit geimpft werden“, sagt Inhaber Jörg Düerkop. „Wir könnten sofort mit den Impfungen starten.“

Apotheker dürfen gegen Corona impfen: Datum, Belieferung und Vergütung

Die nötigen Schulungen hätten er und sein Team bereits absolviert, denn die Apotheken, die schon im Rahmen der Grippeimpfungen geschult wurden, könnten problemlos auch Corona-Impfungen anbieten. Das ist in der Wieden-Apotheke der Fall.

Doch bis die erste Corona-Impfung in der Wieden-Apotheke wirklich verabreicht werden kann, gibt es noch offene Fragen zu klären, die auch alle anderen Kollegen betreffen. Zum einen gibt es noch kein Datum, ab wann genau Apotheken mit den Impfungen starten dürfen. Grundsätzlich rechnen die Apotheken damit, in wenigen Wochen mit Corona-Impfungen beginnen zu können. Und zum anderen müsse laut Düerkop noch geklärt werden, wie Apotheken an den Impfstoff kommen und wie dies alles vergütet werden soll.

Laut Verordnung sollen Apotheker für die Impfungen genauso wie Ärzte entlohnt werden. Wenn dem am Ende auch so ist, würde sich Düerkop darüber freuen.

Der Apotheker hat sich auch schon Gedanken darüber gemacht, wann er die Corona-Impfungen anbieten könnte: „Wir würden die Impfungen gerne dann anbieten, wenn die Ärzte nicht da sind, um zusätzlich Leute zu erreichen. Zum Beispiel mittwoch- und freitagvormittags oder samstagvormittags, neben dem alltäglichen Geschäft“, sagt Düerkop.

In NRW gilt in vielen Bereichen in NRW 2G oder sogar 2G-plus, ohne Corona-Impfung oder Genesung geht dann nichts.

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