Im Schnitt 10 Cent mehr

CO2-Abgabe führt auch in Plettenberg zu höheren Spirtpreisen

Eine Frau hält an einer Tankstelle an einer Zapfsäule eine Zapfpistole in der Hand und betankt ein Auto.
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Durch die CO2-Abgabe sind die Spritpreise zum Jahreswechsel gestiegen.

Zum Jahreswechsel haben sich die Spritpreise aufgrund der CO2-Abgabe erhöht. Nicht alle Plettenberger Autofahrer reagieren gelassen darauf.

Plettenberg – Zum 1. Januar wurde die Mehrwertsteuer-Senkung zurückgenommen und die CO2-Abgabe eingeführt. Pro verursachter Tonne CO2 müssen Unternehmen, die Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas verkaufen, 25 Euro bezahlen. Bis zum Jahr 2025 soll dieser Betrag auf 55 Euro je Tonne steigen. Die zusätzliche Besteuerung von fossilen Brenn- und Kraftstoffen soll diese weniger attraktiv machen und ein Anreiz zum Umstieg auf klimafreundlichere Energien sein. Die Mehrkosten geben die Unternehmen an die Kunden weiter – zum Beispiel an den Tankstellen.

Das Jahr sei zwar noch jung, aber der Preisanstieg sei spürbar, sagt Andreas Schachta, Inhaber der Esso-Tankstelle an der Bahnhofstraße: „Im Schnitt ist der Sprit zehn, elf Cent teurer als vor zwei Wochen.“ Beim E 10-Kraftstoff liege der Preis im Schnitt inzwischen bei 1,30 Euro, vor Einführung der CO2-Abgabe bei 1,20 Euro. Beim Diesel seien die Preise jeweils etwas niedriger. Aus der Sicht Schachtas trügen die Kunden den Preisanstieg bisher mit Fassung.

„Viele sind ein bisschen sauer, dass die Preise höher geworden sind”, sagt Anja Polk, die an der Tankstellen-Kasse die Kundenreaktionen auf den Preisanstieg mitbekommt. „Die Kunden sind dann eher genervt oder belustigt, ausfallend wird hier keiner.“ Wenn man den Leuten erkläre, dass die CO2-Abgabe für die Preiserhöhung verantwortlich ist und nicht die Mineralölkonzerne, dann würden sie das auch einsehen. „Viele sagen: Wir können ja ohnehin nirgendwohin fahren“, so Polk. Ihre Beobachtungen bestätigen diese Kunden-Aussage: Deutlich weniger Menschen seien in den vergangenen Wochen zur Tankstelle gekommen. „Es ist schon ruhiger geworden, das merkt man jeden Tag.“

Dass weniger Verkehr herrscht und folglich die Tankstellen seltener angefahren werden, kann auch Ralf Ibele, Inhaber der bft-Tankstelle an der Lennestraße, bestätigen. Da die Menschen momentan andere Sorgen hätten, als sich über Spritpreise aufzuregen, halte sich der Unmut in Grenzen.

„Es freut natürlich keinen“, sagt Ibele zu den Preiserhöhungen. „Im Groben haben die Preise im Schnitt um zehn bis zwölf Cent angezogen.“ Beim Diesel liege der Preis momentan bei 1,20 Euro, der übliche Schnitt waren sonst 1,10 Euro. Manche Kunden hätten noch Dieselpreise von unter einem Euro pro Liter im Kopf. „Wir hatten Ende November, Anfang Dezember eine Tiefpreisphase“, berichtet Ibele. Daher würde der jetzige Anstieg stärker wahrgenommen werden.

Wie stark sich die Schwankungen des Weltmarkts auf die Spritpreise auswirken, macht Ibele an einem Beispiel aus 2012 fest. „Da hat der Liter Diesel 1,46 Euro gekostet. Wir haben jetzt also keine Preise, die wir noch nie gehabt hätten.“ Wie sich die CO2-Abgabe mittelfristig auswirkt, könne man noch nicht sagen. „Dazu ist es noch ein bisschen früh, das pendelt sich erst noch ein“, sagt Ibele.

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