Interview zum Vorlesetag

„Sprach- und Leseförderung ist eine Herzensangelegenheit“

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Christiane Bauckhage (links) und Christiane Flick-Schöttler freuen sich auf den Vorlesetag, der natürlich auch wieder mit einer Veranstaltung in der Stadtbücherei Beachtung findet. 

PLETTENBERG -  Anlässlich des deutschlandweiten Vorlesetages, der am kommenden Freitag schon zum 14. Mal stattfindet, führte Redakteurin Felicitas Hochstein ein Interview mit Mitarbeiterinnen der Plettenberger Stadtbücherei, Christiane Flick-Schöttler und Christiane Bauckhage, zum Thema Vorlesen. Auch die Stadtbücherei nimmt wieder an der Aktion teil.

In Plettenberg liest schon seit Jahren immer der amtierende Bürgermeister in der Stadtbücherei, warum?

Bauckhage: Der Bürgermeister ist das Stadtoberhaupt, das viele Kinder schon öfter irgendwo in der Stadt gesehen haben. Auch schon die ganz Kleinen wissen, dass der Bürgermeister etwas Besonderes ist. Wenn er dann seine Bürgermeisterkette mitbringt, gibt es bei meisten kein Halten mehr – die Kinder sind immer vollkommen fasziniert, und wir müssen ganz ehrlich zugeben: Der ehemalige Bürgermeister Klaus Müller und auch der amtierende Bürgermeister Ulrich Schulte machen das ganz toll mit den Kleinen und haben immer sehr viel Freude am Vorlesen, deshalb führen wir diese Tradition gerne fort. Wir brauchen dafür keinen Promi in Plettenberg – den würden die Kleinen eventuell sowieso nicht kennen.

Was ist das Ziel des bundesweiten Vorlesetags? 

Flick-Schöttler: Der Vorlesetag soll einfach Eltern darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, seinen Kindern vorzulesen und möglichst früh damit anzufangen. 55 Prozent aller Eltern lesen ihren Kindern in den ersten zwölf Monaten ihres Lebens nicht regelmäßig vor. In 28 Prozent der Familien ist das sogar innerhalb der ersten drei Jahre nicht der Fall. Das sind zentrale Ergebnisse der Vorlesestudie 2017 von den oben genannten Stiftungen. Wir finden das ziemlich schockierend. 


Warum ist Vorlesen aus Ihrer Sicht so wichtig? 

Flick-Schöttler/Bauckhage: Sprach- und Leseförderung ist uns hier in der Bücherei eine Herzensangelegenheit. Vorlesen ist etwas ganz Wichtiges, das nicht nur die Beziehung zu Eltern und ihren Kindern stärkt, denn Vorlesen ist nicht nur eine sinnvolle Beschäftigung für Kinder, es hilft ungemein bei der Entwicklung von bestimmten Fähigkeiten, wie beispielsweise der Konzentration und Aufmerksamkeit. Deswegen ist es auch so wichtig, so früh wie möglich damit anzufangen und nicht erst nach ein paar Monaten. Außerdem trägt Vorlesen natürlich zur Bildung bei, man kann viel durch verschiedene Geschichten und ihre Protagonisten lernen. Mittlerweile gibt es auch viele „interaktive“ Bücher, mit denen die Kinder beim Lesen aktiv mitmachen können, indem sie Dinge ertasten oder bestimmte Knöpfe drücken oder auch – schon im fortgeschrittenen Alter – selbst mit vorlesen können. Dafür gibt es beispielsweise Textpassagen in bestimmten Büchern, die extra so gestaltet sind, dass die Kinder leicht selbst vorlesen können; da ist dann die Schrift größer und einfacher zu lesen, so dass das Lesen leichter fällt und dann mehr Spaß macht.

  Das ganze Interview finden Sie heute im Süderländer Tageblatt

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