Wohin läuft das Wasser auf dem neuen Innenstadt-Pflaster?

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Christel Köhler vor dem Mini-See, den es seit der Pflasterverlegung vor der Ladentür gibt.

Plettenberg – Der Klimawandel ist in aller Munde und mit ihm die Angst vor heftigen Unwetterlagen. Und genau davor fürchtet sich jetzt auch Christel Köhler. Denn nach dem Startschuss zur Stadtsanierung steht ihr das Wasser nicht bis zum Hals, aber dafür bis zur Türkante des früher von ihr geführten Lederwarengeschäftes.

Schon ein knapp gefüllter 10-Liter-Eimer Wasser, der auf das frisch verlegte Innenstadtpflaster gekippt wurde, genügte gestern, um den Eingangsbereich in einen Mini-See zu verwandeln. „Früher war das Gefälle weg vom Haus. Und so kenne ich das eigentlich auch. Jetzt läuft das gesamte Wasser in Richtung Ladeneingang“, kann Christel Köhler die Planung nicht verstehen. 

Und auch ein Laie sieht, dass das gesamte Straßenniveau im Bereich der Graf-Dietrich-Straße deutlich angehoben wurde und das Gefälle stark abfällt in Richtung Lederwaren Köhler. Dass das gesamte Wasser bei einem Sturzregen in den Fugen des Pflasters versickert, glaubt Christel Köhler nicht. 

Und auch von einer Ersatzlösung mit einem Gitterrost vor der Tür hält sie nichts. „Wenn der verstopft ist, läuft trotzdem alles in den Laden“, befürchtet sie und würde sich wünschen, dass der gesamte Bereich noch einmal neu gemacht wird. Beim Bauamt ist das Problem bekannt und man ist um eine Lösung bemüht. Bis Freitagmittag will sich der Bauamtsleiter dazu äußern.

Die Höhenvorgaben, die von den Baufirmen umgesetzt werden, stammen vom Planungsbüro bbz aus Berlin. Unverständlich ist für die immer noch sehr rüstige Plettenbergerin auch, warum das sogenannte Mobilitätsband nicht bis zum Alten Markt durchgeführt wurde, sondern zehn Meter vorher einfach endet. „Jetzt muss man wie vorher mit dem Rollator über die Pflastersteine fahren. Ich sehe da keine Verbesserung“, ist die Geschäftsfrau wenig begeistert von den laufenden Pflasterarbeiten, die gestern offenbar ruhten. 

Warum auch an anderen Tagen gerade einmal zwei Mitarbeiter eines Subunternehmens mit Pflasterarbeiten und dem viel Staub verursachenden Trennschleifer beschäftigt sind, sorgt ebenfalls für Unverständnis. „Wenn das in dem Tempo weitergeht, dann ist die Innenstadt in drei Jahren nicht fertig“, sagt Sahin Esref von Döner Kebab 88, dem eine Fertigstellung der Graf-Dietrich-Straße Anfang September in Aussicht gestellt wurde.

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