„Katastrophaler Zustand“

CDU-Mitglieder schauen sich Brücken in Ohle und Hilfringhausen an

Die Brücke schien zu wackeln, als ein Zug unter ihr durchfuhr: CDU-Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser (links) machte sich ein Bild von dem Bauwerk.

Plettenberg - "Unfassbar“: Die Fußgängerbrücke neben dem Aldi in Ohle zog am Dienstag verwunderte Blicke auf sich. 

 „Es ist schwer zu verstehen, dass so etwas erlaubt ist“, erklärten die CDU-Mitglieder am Dienstag beim Start ihres Sommerprogrammes, das sich mit Brücken befasste, in Hinblick auf den maroden Zustand des Bauwerkes. 

„Seit 30 Jahren hat sich hier nichts getan“, fasste Plettenbergs CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Hillert die Chronologie der Fußgängerbrücke zusammen, die Bauamtsleiter Bernd Merhofe vortrug. „Es ist unerträglich, wenn man jeden Tag an der Brücke vorbeifährt“, monierte ein anderes CDU-Mitglied. 

Die Worte von Merhofe konnten die CDU-ler nicht beruhigen. Auch weiterhin sieht es nicht so aus, als würde zeitnah etwas passieren. Und das ist nicht erfreulich: Beim Betreten der Brücke stellten die CDU-Mitglieder zahlreiche Schäden an der Brücke fest. So gibt es kaum eine Stelle, an der das Geländer noch nicht rostet. 

Teilweise wurde dieses schon mit Metallteilen verstärkt. Außen neben den Geländern wurden „Auffangbecken“ für abbröckelnden Beton befestigt, damit niemand verletzt wird, wenn wieder Teile des Betons zu Boden fallen. „Das Ganze steht doch nur noch, weil es der einzige Weg für die Bewohner ist“, sagte CDU-Mitglied Uwe Meister. Ein Abbruch- beziehungsweise Neubau-Datum ist weiterhin nicht bekannt. 

„Die Zuständigkeiten haben sich geändert“, erklärt Merhofe. Zurzeit spreche er mit jemanden von der Deutschen Bahn (DB), „der Interesse daran hat, dass endlich etwas passiert“, meint Merhofe. Gleichwohl kam auch der Bahnüberhang an der Nordstraße zur Sprache. Denn dieser solle verschwinden, weil schienengleiche Bahnübergänge für Fußgänger heute nicht mehr genehmigt werden. Sie böten ein zu hohes Gefahrenpotenzial. 

Die neue Brücke, die zu einem noch unbestimmten Zeitpunkt in Höhe des Ohler Aldis gebaut werden soll, wird knapp sechs Millionen Euro kosten, wobei 40 Prozent von der Stadt übernommen werden. Die weiteren 60 Prozent zahlen das Land und die Deutsche Bahn. 

Hilfringhausen: Planken lebensgefährlich? 

Nach dem Besuch der Fußgängerbrücke in Ohle ging es weiter nach Hilfringhausen. Hier machten die CDU-Mitglieder auf die Holzplanken der einspurigen und denkmalgeschützen Brücke aufmerksam, die über die Lenne in den Ort führt. Das Holz sei nicht nur bei regnerischem Wetter rutschig und damit eine große Gefahr. Auch die „Höhenunterschiede“ zwischen den Radspuren und dem Innenraum sowie den Randbereichen seien hoch. 

Erst im Juni war hier ein neunjähriges Mädchen schwer gestürzt, weil es möglicherweise schräg über eine solche Kante gefahren ist. Es musste mit schwersten Verletzungen mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden. „Die Absätze zwischen den Fahrspuren und dem Mittelraum sind etwa so groß wie das Gummi eines Mountainbikereifens“, sagte Dietmar Rottmann. Die Mitglieder erklärten, dass die Zwischenräume an den Rändern ebenso gefährlich sein könnten. „Rutscht hier jemand mit dem Reifen ab, könnte er in die Lenne stürzen“, meint Rottmann. 

Ungeübte Fahrer könnten sich hier leicht verletzen. Merhofe erklärte, dass man sich damals für diese Bauart zwecks Lastverteilung entschieden habe. Es solle aber nicht daran scheitern, die Zwischenräume auszufüllen. „Damit wäre die Brücke für Fahrradfahrer deutlich ungefährlicher zu befahren“, sagte der Bauamtsleiter.

Die Kosten dafür hielten sich in Grenzen. Den Unfall habe man dem Versicherungsverband weitergeleitet, auf dessen Stellungnahme man jetzt wartet. Erst danach könne man handeln, erklärte Merhofe im Gespräch mit der Heimatzeitung. 

Zum Ausklang des Tages trafen sich die Mitglieder im Gasthof zur Post. 

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