Vortrag in Plettenberg

Forderung des BUND: Den Wald einfach mal machen lassen

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Die Rettung der heimischen Wälder bestünde laut BUND unter anderem darin, die Eingriffe in diese zu minimieren.

Plettenberg – Ein Großteil der Probleme im Wald bestünden aufgrund forstlichen Missmanagements und der Pflanzung falscher Baumarten. Darauf machte der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) aufmerksam. Im Rahmen des Vortrags im Gemeindesaal in der Christuskirche wurde die Frage erörtert, wie man die heimischen Wälder bestmöglich erhalten könnte.

Der BUND vor Ort soll den Druck auf die entscheidenden Gremien erhöhen. Die Umweltschutzorganisation besitze deutschlandweit gut 500.000 Mitglieder und 2 000 Ortsgruppen – und diese seien der entscheidende Teil, wie Klaus Brunsmeier vom BUND erklärte. Denn vor Ort könnten die Mitglieder ihre Anliegen an die heimische Politik herantragen oder mit Förstern sprechen. Häuser aus Holz, Solaranlagen, grüne Dächer für öffentliche Gebäude – all das könne man im Bebauungsplan festlegen.

Klaus Brunsmeier vom BUND hielt einen Vortrag im Gemeindesaal in der Christuskirche.

Vor Ort gehe es dem BUND vor allem um Naturschutz, speziell um Waldthemen. Brunsmeier präsentierte die Forderungen, die allesamt „wissenschaftlich durch Arbeitsgruppen des BUND abgesichert sind“, machte er klar. Sein Appell: Den Wald einfach mal machen lassen.

Dies würde bedeuten: „Schadholz als Biomasse im Wald lassen und auf Aufforstung verzichten.“ Dies gelte besonders für exotische Arten. Das sei für die Entwicklung eines artenreichen und klimastabilen Wald-Ökosystems unverzichtbar.

Zu dem Vortrag kam ein Dutzend Zuhörer.

Vor jeder Pflanzmaßnahme müsse gelten: Die Chancen und Potenziale der natürlichen Waldentwickung und -verjüngung zu prüfen und zu nutzen.

Das Land NRW habe 100 Millionen Euro als Soforthilfe zur Wiederaufforstung und zur Räumung des Schadholzes bereitgestellt. Beides stehe im eklatanten Widerspruch zu den Anforderungen an den Waldschutz, geht aus den Masterplan Waldwende hervor, die der BUND an die Zuhörer des Vortrages verteilt hat.

Dass Waldbesitzern Einnahmen entgehen könnten, nehme der BUND hin – gerade vor dem Hintergrund, dass der hohe Aufwand für den in den vergangenen Jahren immer weiter gesunkenen Erlös für den Festmeter Holz nicht gerechtfertigt sei, wie Brunsmeier erklärte. Der Organisation bekenne sich zu finanziellen Hilfen für betroffene Waldbesitzer – allerdings nur, wenn diese öffentliche Leistungen übernehmen.

Aus dem Masterplan des BUND

Abschließend heißt es im Masterplan: „Für den Schutz der biologischen Vielfalt und als wissenschaftliche Forschungsgrundlage sind ungenutzte Wälder wesentlich. NRW verfehlt das Ziel der Nationalen Biodiversitätsstrategie, bis 2020 fünf Prozent der Landeswaldfläche für natürliche Waldentwicklung bereitzustellen, nach bisheriger Planung deutlich. Aus Sicht des BUND ist der Anteil der ,Urwälder von morgen’ mittelfristig auf zehn Prozent zu erhöhen.

Um von derzeit etwa drei Prozent auf fünf Prozent bis 2020 zu kommen, sind kurzfristig weitere Stilllegungen in landeseigenen Naturschutz- und Natura-2000-Gebieten erforderlich. Um auch private und kommunale Waldbesitzer, die zusammen 84 Prozent des Landeswaldanteils besitzen, für Nutzungsaufgabe gewinnen und den fünf Prozent-Anteil sukzessive erhöhen zu können, halten wir eine Naturwaldentwicklungsprämie für erforderlich.“

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