Warum die Feuerwehrfrauen im Keller vergessen werden

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Ein neues Feuerwehr-Gerätehaus könnte auf einem Teil des Ohler Bolzplatzes entstehen. Im Hintergrund steht das bisherige Gerätehaus.

Erstaunt zeigte sich Bürgermeister Ulrich Schulte über die Ergebnisse der Online-Umfrage. Dabei ging es um die wichtigsten Themen, die das Stadtoberhaupt in seiner zweiten Amtszeit angehen sollte.

Plettenberg -  Dabei ging es um die wichtigsten Themen, die das Stadtoberhaupt in seiner zweiten Amtszeit angehen sollte. Überraschenderweise landete das Thema „Sanierung und der Neubau der Gerätehäuser“ mit 33 Prozent auf dem ersten Platz. „Ich glaube, da hat sich die Feuerwehr untereinander abgesprochen und fleißig abgestimmt“, wunderte sich nicht nur Schulte über die ausgesprochen hohen Werte bei diesem Punkt, die auch den Zusammenhalt der Feuerwehr zeigen würden. 

Ungeachtet dessen stehe das Thema weit oben auf seiner Aufgabenliste. Geplant sei in den nächsten drei bis fünf Jahren ein zweistelliger Millionenbetrag, um die Gerätehäuser in Ohle, und Selscheid, bei der Löschgruppe Stadtmitte und in Holthausen gemäß den Anforderungen und Vorgaben des Brandschutzbedarfsplanes um- oder neu zu bauen. Deshalb müsse in politischer Runde demnächst genau erörtert werden, welche Vorhaben angesichts knapper Haushaltsmittel wie umgesetzt werden können. 

Beibehaltung der Standorte 

Während es Ende der 90er Jahre Überlegungen gab, ein zentrales Gerätehaus für die drei Löschgruppen Selscheid, Ohle und Eiringhausen im Bereich Kahley zu positionieren, wurde dieses Vorhaben auch wegen der damaligen Widerstände aus den Löschgruppen verworfen. Der Brandschutzbedarfsplan spricht sich laut Bürgermeister Ulrich Schulte ebenfalls für die Beibehaltung der heutigen Standorte aus, um die feuerwehrtechnische Versorgung in den jeweiligen Gebieten  zu gewährleisten. In Eiringhausen entstand seinerzeit ein modernes Gerätehaus unter der Hochbrücke, das als erstes auch Umkleiden für Frauen erhielt. 

Nun stehen die Gerätehäuser in Ohle und Selscheid sowie in der Stadtmitte und in Holthausen vor einer Sanierung oder einem Neubau. „Das hat meist weniger mit der Größe und Anzahl der Fahrzeuge als vielmehr mit der Aufteilung im Inneren und der Größe der Gebäude zu tun“, erklärte Bürgermeister Schulte. So müsse es heute getrennte Bereiche für saubere und benutzte Feuerwehrkleidung geben. Und ganz wichtig: Es müsse separate Umziehmöglichkeiten für Frauen und Männer geben. „In Ohle müssen sich die Frauen im Keller umziehen. Dabei ist es schon häufiger vorgekommen, dass sie einsatzfertig hoch kamen und die Löschgruppenfahrzeuge schon weg waren“, nennt Schulte ein Beispiel.

Kleinerer Bolzplatz würde bleiben 

Denkbar wäre in Ohle, dem derzeit vordringlichsten Projekt, ein Neubau in unmittelbarer Entfernung. Politisch diskutiert werden soll demnach über ein neues Gerätehaus auf einem Teil des städtischen Bolzplatzes in Ohle, der sich direkt hinter dem Parkplatz des Restaurants „Zur Post“ befindet. „Das wäre eine Überlegung“, so Schulte, zu den Planungen, die auch Bestandteil des neuen Bebauungsplanes „Alter Weg“ sein sollen. „Wenn das so käme, würde aber immer noch ein kleinerer Bolzplatz übrig bleiben“, erklärt Schulte abschließend.

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