Kommunalwahl in Plettenberg

Bürgermeister Schulte mit überraschenden Aussagen nach der Wahl

Für den alten und neuen Bürgermeister gab  es nach der Wahl ein Küsschen von Ehefrau Sabine.

Sabine Schulte, die Frau des alten und neuen Plettenberger Bürgermeisters Ulrich Schulte, war vor dem, Wahlabend sehr nervös: „Ich habe den ganzen Tag gezittert.“ Jannik Schulte bescheinigte seinem Vater trotz der anstehenden Wahl „relativ ruhig“ geblieben zu sein.

Plettenberg - Als die Entscheidung feststand, drückte er seinen Vater und von Ehefrau Sabine gab es ein Siegerküsschen für Ulrich Schulte, dem 4 676 Plettenberger (56,3 Prozent) der Plettenberger ihre Stimme gaben. „Erst mal freue ich mich natürlich, aber bin auch ein Stück weit erschöpft. Das ist ein Tag mit einer großen Anspannung und auch der Wahlkampf in den Wochen vorher nimmt einen ganz schön mit“, so Schulte, der allen Unterstützern dankte und auch den Wahlhelfern seinen herzlichen Dank aussprach. Die neue Zusammensetzung des Stadtrates kam für Schulte nicht völlig überraschend: „Wir müssen schauen, wie wir in den nächsten fünf Jahren damit umgehen. Es gibt nirgendwo eine absolute Mehrheit und das freut mich eigentlich auch, da wir auf Sachebene diskutieren müssen, um zu vernünftigen Entscheidungen zu kommen.“ 

Bei der SPD war die Stimmung gestern angesichts der Verluste getrübt. Der SPD-Vorsitzende Stefan Langenbach sagte folgendes: „Zunächst gratuliere ich unserem Bürgermeister Ulrich Schulte zur Wiederwahl. Eine weitere Gratulation geht an unsere Partner von der PWG, die ein tolles Ergebnis erzielt haben. Ich gratuliere aber auch der CDU. Die Parteien scheinen einen guten Wahlkampf gemacht zu haben, denn wir konnten die Wahlbeteiligung in Plettenberg steigern“, so Langenbach. „Ich habe mit einem schlechteren Ergebnis gerechnet und bin zunächst froh, dass wir den Abstand zur CDU sehr gering halten konnten. Wir haben einen guten Wahlkampf gemacht, der verstärkt über Social Media gemacht wurde. Vielleicht haben wir hier gerade die älteren Bürger nicht erreicht oder zur Wahl motivieren können“, so der SPD-Vorsitzende abschließend. 

Michael Schulte, Vorsitzender der FDP, zog nach der Wahlparty im Cafe Haltepunkt folgendes Fazit: „Wir haben uns verbessert und sind insgesamt zufrieden, auch wenn wir uns mehr erhofft hätten. Es schlägt eben auch immer die Bundespolitik durch. Wir streben auf jeden Fall an, die Zusammenarbeit im Rat mit SPD und PWG fortzusetzen.“ Damit erteilte er einem Bündnis zwischen FDP und CDU eine direkte Absage.

Im Stadtleben herrschte beste Stimmung bei der Wahlparty der CDU-Mitglieder. Im Bild freuen sich mit Urgestein Klaus Ising Torben Hamme, Martin Seuthe, Sigrid Illichmann und Adrian Viteritti (v.l.n.r) gleich fünf Sieger ihrer jeweiligen Stimmbezirke. Insgesamt holte die CDU elf Direktmandate und damit so viele wie nie zuvor.

Der CDU-Vorsitzende Adrian Viteritti sagte bei der Wahlparty im Stadtleben, dass die CDU auf die eine oder andere Partei zugehen werde – „vielleicht passiert es auch umgekehrt“, so Viteritti, der sich hocherfreut zeigte über die elf gewonnenen Direktmandate – mehr als je zuvor. Er bedauerte in dem Zusammenhang das äußerst knappe Scheitern der Neulinge Stefan Aschauer-Hundt und Markus Hildebrandt, die mit einer bzw. 14 Stimmen nur knapp das Direktmandat verpassten und beide nicht im Rat vertreten sein werden. Entscheidend sei gewesen, sich in den Wahlbezirken direkt zu zeigen, statt nur auf die sozialen Netzwerke zu setzen. Abschließend lobte Viteritti „das phantastische Ergebnis von Patrick Hansmann gegen den Amtsinhaber Ulrich Schulte“.

Zu den Gewinnern der Plettenberger Ratswahl gehören die Grünen und die Plettenberger Wählergemeinschaft (PWG). Auch wenn die Partystimmung bei Frikadellen und Kartoffelsalat bei der PWG-Wahlparty im Gasthof Käsebrink erst spät aufkam, so freute man sich doch über den neuen zusätzlichen Sitz im Stadtrat – nun hat die PWG vier Sitze – und das Direktmandat von „Ikone“ Klaus Salscheider. Der Fraktionsvorsitzende hatte sich im Bezirk Landemert / Grünetal durchgesetzt und ließ selbst den SPD-Vorsitzenden Stefan Langenbach hinter sich. „Wir als PWG sind sehr froh, den Fokus unserer Arbeit auf die Kommune legen zu können. Politisch gesehen sind wir, aber sicherlich auch die anderen Parteien in Plettenberg, froh, dass die AfD hier nicht angetreten ist“, so der PWG-Vorsitzende Andreas Patry. „Wir haben uns verjüngt und somit im Wahlkampf über die sozialen Medien eine große Wählerschaft von jung bis alt erreicht“, sagte er zum Wahlkampf unter Coronabedingungen. 

Noch besser als die PWG schnitten die wiedererstarkten Grünen ab, die zuletzt gar nicht mehr im Rat vertreten waren und nun auf drei Sitze kommen. „Ganz herzlichen Dank an unsere Wählerinnen und Wähler für Ihre Stimmen und den Vertrauensvorschuss“, schrieb Grünen-Sprecherin Katharina Rittinghaus nach der Wahl. „Mit Ihnen gemeinsam wollen wir in den kommenden fünf Jahren Strategien für eine grüne Plettenberger Zukunft entwickeln und hoffentlich auch umsetzen.“ Noch immer schwer zu begreifen sei, dass ein offensichtlicher Tippfehler dazu geführt habe, dass Bürger in einigen Wahlbezirken keinen Grünen-Kandidaten wählen konnten. Trotzdem hätten einige Wähler ihr Kreuzchen bei den Grünen gemacht – im vollen Bewusstsein darüber, dass ihre Stimme damit ungültig ist. „Dadurch wollten sie ihren Protest zum Ausdruck bringen“, sagt Rittinghaus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare