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„Wichtigster Platz der Stadt“: 100 Bürger haben Ideen zur Sanierung des Maiplatzes

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Von: Georg Dickopf

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Rund 100 Bürger kamen in den Ratssaal, um ihre Ideen zur Maiplatz-Sanierung zu äußern.
Rund 100 Bürger kamen in den Ratssaal, um ihre Ideen zur Maiplatz-Sanierung zu äußern. © Dickopf, Georg

Wie soll der Maiplatz in Zukunft ausschauen? Diese Frage treibt die Stadtverwaltung und offenbar auch die Plettenberger um. Denn rund 100 Bürger kamen am Mittwochnachmittag trotz sommerlicher Temperaturen zum Bürgerforum in den Ratssaal des Rathauses.

Plettenberg - Eine Resonanz, die in Reihe der Verwaltung für Freude sorgte: „So viel Zulauf hatten wir noch nie bei einem Bürgerforum. Das zeigt, wie wichtig der Maiplatz für Plettenberg ist“, sagte Bürgermeister Ulrich Schulte bei seiner Begrüßung.

Er blickte zunächst zurück in die Geschichte: Als es noch eine Stadtmauer gegeben habe, sei der Maiplatz außerhalb des Zentrums gewesen. „Heute ist das anders und es ist vielleicht der wichtigste Platz in der Stadt“, hob Schulte die Bedeutung hervor. Vor 40 Jahre seien die letzten großen Änderungen vorgenommen worden. Nun gelte es den Maiplatz der Zukunft zu gestalten. Auf diesem Weg sollen die Bürger mitgenommen werden.

Bewusst habe man die Bäume bei den Planungen außen vor gelassen. Man wolle dem Planungsbüro nach dem Bürgerforum Ideen präsentieren, mit denen der ursprüngliche Plan, dessen Ursprung inzwischen neun Jahre zurückliegt, möglicherweise über den Haufen geworfen werde.

Auch Planungsamtsleiter Till Hoffmann, der die Diskussion auf sachlich-ruhige Art leitete, freute sich über die gute Resonanz, sorge sie doch für ein breites Meinungsbild. Fragen des Teilnehmers James Rice nach möglichen Vorgaben in Sachen Parkverhalten blieben offen – gewünscht war eine unvoreingenommene Sichtweise der Bürger zu den vier Fragen, die sich um die Verkehrsführung, die Parkplätze für Pkw und Fahrräder, um Veranstaltungs- und Aufenthaltsflächen und um Wasserspiele drehten.

Petra Hotzel warf in dem Zusammenhang in den Raum, dass sich die Markthändler einen Umzug zum Maiplatz grundsätzlich vorstellen könnten.

Doch so konkret wurde es am Mittwoch nicht. Stattdessen wurden jede Menge Meinungen auf bunten Karten an vier Tischen zu Papier gebracht, die Grundlage für die weiteren Planungen sein sollen. Das Stimmungsbild – so viel sei verraten –- war überaus vielfältig. Häufig wurde jedoch vor zu hohen Ausgaben bei den Wasserspielen gewarnt.

KOMMENTAR

Es war voll im Plettenberger Ratssaal, als dort zum Bürgerforum geladen wurde. Es waren Einzelhändler, Anwohner, Politiker und ganz normale Bürger da, was zeigt, dass die Stadt lebt. Und das ist erst mal ein gutes Zeichen.

Es ist den Plettenbergern offenbar nicht egal, was aus dem Maiplatz wird. Sie wollen mitreden. Vielleicht auch deshalb, weil der erste Teil der Innenstadtsanierung nicht allen so gut gefallen hat: Zu viel grau, zu wenig grün, zu wenig Bänke – hört man oft.

Doch das war nicht das Thema beim Bürgerforum. Hier ging es nur um vier zentrale Fragen rund um den Maiplatz. Eine hitzige und womöglich ausufernde Diskussion darüber und über andere Dinge wollte Planungsamtsleiter Till Hoffmann gar nicht erst aufkommen lassen. Stattdessen forderte er alle auf, ihre Meinung auf Zetteln aufzuschreiben. Das gefiel zwar längst nicht allen Teilnehmern, wurde aber angenommen und am Ende auch rege genutzt.

Was fehlt(e), ist die rote Linie bei der Gesamtplanung. Nach jahrzehntelangen Planungen, Bürgerbeteiligungen, Diskussion und Planungswettbewerben ist immer noch nicht wirklich klar, welche Funktionen die Kernzonen der Stadt haben sollen. Die Fußgängerzone ist nun fertig. Der Maiplatz soll als nächstes kommen. Vorgaben gab es von der Verwaltung bewusst keine.

Doch muss man für solche Entscheidungen nicht auch wissen, was sonst noch geplant wird und ein bisschen an die Hand genommen werden?

Der Wieden soll schließlich auch noch saniert werden. Das Ufer des Oesterbaches soll begehbar gemacht werden. Ob und wann das alles kommt, ist offen. Derweil bereitet der immens gestiegene Schuldenstand den Bürgern ernsthafte Sorgen.

Es gibt heute eine Veranstaltungsfläche am Alten Markt, eine im Rathaus-Innenhof, an der Christuskirche, demnächst möglicherweise noch im Wieden und am Maiplatz. Alles schön und gut, aber es kann auch nicht nur gefeiert werden und es gibt auch noch Busse und Autofahrer, die die wenigen verbliebenen Geschäfte anfahren wollen.

Wo sollen sie parken? Was wird aus der Kaiserstraße, wenn der gesamte Verkehr zum Maiplatz über diese Straße verläuft? Wie werden die Auto-Poser im Sinne der Anwohner eingebremst? Wie viel Grün und wie viele Wasserspiele brauchen wir am Maiplatz?

Hilfreich zur Entscheidungsfindung wären Planungsvarianten. Die kommen nach Auswertung aller Kommentare hoffentlich noch und werden den Bürgern noch einmal präsentiert. Denn wenn die Plettenberger Bürger ihre Stadt mitgestalten wollen, sollte man sie nicht ausbremsen, sondern mitnehmen auf dem Weg. Von daher war das Bürgerforum ein guter Anfang.

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