Plettenberger diskutieren zum Start drei Themen

Bürgerforum empfiehlt: Plewo soll im Mai stattfinden

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Bevor die einzelnen Themen am Mittwochabend beim ersten Bürgerforum in der „großen Runde“ diskutiert wurden, konnten sich die Anwesenden in ihren Tischgruppen kurzschließen.  

Plettenberg - Das erste Bürgerforum der Stadt Plettenberg hat am Mittwochabend seine Arbeit aufgenommen – und gleich einen ersten Vorschlag gemacht: Im „Ausnahmejahr“ 2018 soll die Plewo im Mai stattfinden.

Rund 50 Plettenberger starteten am Mittwoch das erste Bürgerforum im Ratssaal des Rathauses. Hier sollen wichtige Themen vor der Beschlussfassung ausdiskutiert werden; die Bürger leisten also „Lobby-Arbeit“ und geben den Vertretern aus Rat und Verwaltung ihre Meinung mit auf den Weg, wie Bürgermeister Ulrich Schulte erklärte. Es war der dritte und letzte Punkt des Abends, der am schnellsten abgehandelt werden konnte – der Termin der Plettenberger Woche. „2018 ist das Ausnahmejahr“, erklärte Kulturamtsleiterin Barbara Benner. 

Zu der Innenstadtsanierung im September kommen in Juni und Juli das WM-Public-Viewing am Alten Markt, die Pfingstferien, der Ramadan und diverse Schützenfeste. „Im Jahr 2018 blieb uns eigentlich nur der Termin im Mai“, so Benner. Ohne lange zu überlegen stimmte der weit überwiegende Teil für den Termin 4. bis 6. Mai. „Wir werden sehen, wie gut das ankommt“, sagte Benner. Ein wenig komplizierter war es, einen Termin für das Jahr 2019 zu finden. „Müssen wir den Termin jetzt schon festlegen oder können wir erst schauen, wie die Plewo im Mai angenommen wird?“, war die entscheidende Frage eines Bürgers. Es zeigte sich, dass dies die favorisierte Wahl der Plettenberger war; zuvor wurden weitere Termine im August und September vorgestellt. 

Eröffnet wurde das erste Bürgerforum mit der Frage, was an den Schulen verbessert werden kann. Lilian Bruns vom Sachgebiet Gebäudewirtschaft erklärte, dass Plettenberg, Schulen und Turnhallen zusammengerechnet, rund 1 300 Räume auf 50 000 Quadratmetern unterhalte, weswegen nicht alle Anregungen sofort umgesetzt werden könnten. „Wir setzen uns regelmäßig mit den Leitern zusammen und schauen, was am dringendsten ist“, sagte Bruns. 

Bereits etliche Erneuerungen wie „Akustikdecken einführen, um hohe Lärmbelästigungen in Fluren und Klassen zu mindern (In 2020: 46 000 Euro)“, waren für alle sichtbar im Ratssaal angebracht; diese Neuerungen, die vor allem der Instandhaltung und Modernisierung dienen, sollen in den nächsten Jahren sowieso durchgeführt werden. 

Tablets statt Heften und Büchern gewünscht 

Die Anwesenden, unter denen sich auch einige Schüler befanden, erklärten, dass die Schullandschaft veraltet sei und regten beispielsweise die Nutzung von Tablet-Computern anstelle von Heften und Büchern an. Finanziert werden sollten diese nach Möglichkeit von Sponsoren. Ein anderer Gast wünschte sich mehr Wideboards (digitale Tafeln) in den Klassenräumen. 

„Bei uns ist die Nachfrage größer als uns Boards zur Verfügung stehen; wir arbeiten viel damit“, sagte eine Lehrerin der Martin-Luther-Schule. Ein Schüler riet dazu, dass, wenn es Wideboards gebe, auch die Lehrer entsprechend ausgebildet werden müssten. Ebenfalls spielte die Sauberkeit in den Schulen eine Rolle. „Die Schüler sind heute bis zu einem Drittel länger in der Schule“, erklärte ein Gast. 

Damit würde auch der Boden stärker genutzt. Man müsse sich die Frage stellen, ob es nicht günstiger wäre, mehr Geld und Aufwand in die Grundreinigung des Bodens zu stecken, anstatt diesen hinterher ganz auszutauschen. Als ein weiteres Problem wurden an einigen Schulen in Plettenberg die sich außerhalb der Gebäude befindenden Toiletten genannt, die zur Folge hätten, dass die Eingänge auch während des Unterrichts geöffnet bleiben müssten. 

„Wir müssen schauen, ob man diese Bereiche verglasen kann und sie zum Teil der Schule macht“, sagte ein Gast. So könne man möglichen Amok-Fällen vorbeugen. „Wir sollten die Schulen hier im Forum immer im Auge behalten und schauen, was sich getan hat“, fasste Bürgermeister Ulrich Schulte zusammen. Nur so bleibe man auf einem aktuellen Stand und könne sehen, was am wichtigsten sei. 

Häuser am Brachtweg: Der Boden ein Problem? 

Das zweite Thema war das mögliche Neubaugebiet am Brachtweg. Kurz: Zurzeit gibt es am Brachtweg 58 eine Villa aus den 70er Jahren auf rund 5 000 Quadratmetern. Geht es nach dem Investor, soll die Villa abgerissen, das Grundstück in fünf Bereiche unterteilt und mit Luxushäusern bestückt werden. Warum ist das Thema im Bürgerforum? 

„Weil die Interessen der Anwohner mit eingebracht werden sollen“, erklärte Planungsamtsleiter Hartmut Engelkemeier. Als Rahmen könne die Stadt so Höhenfestsetzungen, Richtung, Bauform, einheitliche Dächer und mehr bestimmen. Bedenken gab es aus der Nachbarschaft: Vor allem müsse der Boden geprüft werden, da es sich um einen künstlich aufgeschütteten Berg mit reichlich Wasser handele. Ein Anwohner gab zu bedenken, dass unter der Belastung der Häuser Teile des Berges abrutschen könnten, weshalb auch der Grenzabstand genau geprüft werden müsse. Um das Stadtbild zu wahren, sollten auch die Höhen der Häuser festgelegt werden.

Ideen für kommende Foren 

Gestartet wurde der Abend mit der Ideensammlung für kommende Foren; die Anwesenden schrieben dazu ihre Anregungen auf. Genannt wurden unter anderem die Verlegung des Wochenmarkts in die Innenstadt, die Einrichtung einer Plettenberg-App zur Information der Bürger oder mehr Sitzplätze in der Innenstadt. Die Vorschläge werden nun vom Arbeitskreis Bürgerforum gesammelt und bei den nächsten Foren nach und nach mit eingebracht. 

Was ist das Bürgerforum?

• Ausgewählte Vertreter aus Politik, Verwaltung und Bevölkerung treffen sich im Vorfeld der Beschlussfassung zu wichtigen Entscheidungen. „Wenn irgendwo in der Stadt etwas fehlt, kann das im Bürgerforum vor der Beschlussfassung durchgespielt werden“, erklärte Bürgermeister Ulrich Schulte. Die Themen würden vor den Bürgerforen, die drei bis vier mal im Jahr stattfinden sollen, im Arbeitskreis Bürgerforum gesammelt, ausdiskutiert und schließlich vorgestellt. 

• Am Mittwoch hatte man das heiß diskutierte Thema ISEK rausgenommen, da dies bereits bei der Bürgerversammlung letzte Woche hinlänglich diskutiert worden sei, wie Matthias Steinhoff von der Stadt erklärte, der das Konzept des Forums mit aufgebaut hat.

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