Bürgerbus: Dringend Fahrer gesucht

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Der Bürgerbusverein sucht dringend neue Fahrer. Interessierte können sich bei Beate Teipel ( 2. von rechts) melden.

Plettenberg - Sie chauffieren die Bürger ehrenamtlich von A nach B und sind auch auf Strecken unterwegs, die ein normaler MVG-Bus nicht abgedeckt – die Rede ist von den Fahrern des Bürgerbusses. Doch damit das Angebot auch weiterhin bestehen kann, werden dringend weitere Fahrer gesucht.

Durch zwei Todesfälle innerhalb von vier Monaten und einem altersbedingten Austritt ist das Team personell derzeit dünn besetzt. Die Mannschaft ist nur noch zu sechst und benötigen Verstärkung. Seit über 20 Jahren besteht der Bürgerbusverein und fährt zur Erleichterung der Kunden auch heute noch zuverlässig von montags bis freitags. Gegründet wurde das Angebot vom damaligen Bürgermeister Otto Klehm. Die Tour für die Ehrenamtlichen beginnt morgens mit der Fahrt der Kinder zum Kindergarten Himmelmert. Mittags werden sie wieder abgeholt und zu ihren Eltern gefahren. Abgesehen davon gibt es einen festen Fahrplan. Hauptsächlich genutzt würde der Bus von Stammgästen, zu denen vor allem ältere Bürger zählen, doch auch über neue Gesichter würde man sich freuen.

Der Bürgerbus zeichne sich dadurch aus, dass die Fahrgäste auch mal spezielle Wünsche äußern dürfen, das heißt, nach Absprache wird auch mal zwischen den Haltestellen angehalten. Gerade ältere Fahrgäste seien darüber sehr dankbar. Für diese sei auch besonders praktisch, dass der Kaufpark sowie der Marler Weg beim Aldi-Markt angefahren werden. „Es ist ideal für die älteren Leute, die keinen Führerschein haben“, erklärt die Vorsitzende Beate Teipel. Und auch Höhenlagen, wie zum Beispiel der Höhenweg und Straßen, die von einem normalen Linienbus nicht angefahren würden, klappere der Kleinbus ab. Während die Route des Bürgerbus auf der einen Seite von Plettenberg einmal in der Woche über die Blemke bis Pasel und wieder zurück reiche, geht die Fahrt auf der anderen Seite vier Mal am Tag über Holthausen und die Hechmecke bis nach Bremcke. Die Reaktionen der Fahrgäste zeigen, dass sie froh sind, dass es den Bürgerbus gibt. „Die guten Engel alle vereint“, sagt eine Frau, die im Wieden vorbeikommt passend, als sie alle Fahrer dort versammelt sieht. „Solche Reaktionen geben uns etwas zurück“, freuen sich die Fahrer.

Das „b“ kennzeichnet die Haltestelle des Bürgerbusses.

Warum sollte man Bürgerbusfahrer werden? „Man lernt Leute kennen und macht etwas Sinnvolles in seiner Freizeit“, begründet Fahrer Michael Schöttler, wieso er dieses Ehrenamt gewählt hat. Einer seiner Kollegen sagte: „Das Leben hat es gut mit einem gemeint und so kann man etwas zurück geben.“ Doch auch Empathie für Menschen sollte vorhanden sein, sind sich die Fahrer einig. Zwischendurch halte man mal ein Schwätzchen mit den Fahrgästen und gehe zur Hand, wenn jemand Hilfe beim Ein- und Aussteigen benötige.

Jeder im Alter von 21 bis 75 Jahren, der einen Führerschein der Klasse B (Auto) und Interesse daran hat, die Bürgerbusfahrer zu unterstützen, kann sich bei der Beate Teipel unter der Telefonnummer (0 23 91) 1 24 84 melden. Üblicherweise seien es in der Regel Personen im Ruhestand, die sich für dieses Ehrenamt bereit erklären würden, da die Fahrer wenn sie Dienst haben von morgens um 7 Uhr bis 14.30 Uhr unterwegs seien. Allerdings fahre jeder Fahrer nur zwei bis drei Tage im Monat den Bus – nur derzeit bei der dünnen Besetzung seien die Ehrenamtlichen öfter an der Reihe. „Es wird ein Fahrplan erstellt, wann wer an der Reihe ist“, sagt Beate Teipel. Tage, an denen einzelne Personen verhindert seien, würden dabei berücksichtigt.

Jeder sei in diesem Ehrenamt herzlich willkommen, egal ob aus Plettenberg oder der Umgebung. Anfallende Kosten für weitere Voraussetzungen, um als Bürgerbusfahrer tätig zu werden, wie einen Personenbeförderungsschein, übernehme der Verein. Dieser berechtigt, einen Kleinbus mit bis zu neun Personen zu fahren. Zudem ist eine Gesundheitsuntersuchung nötig, zu der unter anderem ein Sehtest zählt.

Wer mitfahren möchte: 

Die Haltestellen des Bürgerbusses sind mit einem „b“ gekennzeichnet – wie zum Beispiel im Wieden – , auch solche, die sowohl von MVG-Bussen sowie vom Bürgerbus angefahren werden. Die Fahrkarten gibt es im Bus selbst, sowohl als Einzel- als auch Vierer-Karten. Der Fahrplan liegt im Rathaus aus, im Bus selbst und kann von Interessierten über das Soziale Netzwerk Facebook eingesehen werden.

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