Büchereiöffnung am Sonntag: Noch viele ungeklärte Fragen

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Die Stadtbücherei wird vorerst nicht auch sonntags öffnen.

Plettenberg – Auch an Sonn- und Feiertagen in die Bücherei zu gehen, um Bücher zurückzubringen oder auszuleihen – das ist seit einer Entscheidung des nordrhein-westfälischen Landtags grundsätzlich möglich. Ob das auch für die Plettenberger Stadtbücherei in Frage kommt, hängt allerdings nicht zuletzt von den personellen Ressourcen ab.

Der NRW-Landtag hat in der vergangenen Woche das Kulturfördergesetz und die Gewerbeordnung des Landes dahingehend geändert, um den Weg für die Öffnung an Sonn- und Feiertagen frei zu machen. „Es wird ermöglicht, maximal sechs Stunden zu öffnen“, sagt Christiane Flick-Schöttler, Leiterin der Stadtbücherei. Die Entscheidung dafür liege aber beim Träger.

„Der Vorteil wäre, dass die Bevölkerung, gerade Familien, die am Wochenende Zeit für einen Büchereibesuch hätten, und Leute, die in der Woche beruflich stark eingespannt sind, die Gelegenheit haben, die Bücherei sonntags zu nutzen“, sagt die Büchereileiterin. Auf der anderen Seite müsse man fragen, welche personellen Ressourcen vorhanden seien und welche personalrechtlichen Konsequenzen das hätte.

„Auch in Fachkreisen stehen wir erst am Beginn der Diskussion“, sagt Flick-Schöttler dazu. So werde dieses Thema im November auch auf einer Fachtagung behandelt. Ohnehin gebe es allerdings in anderen Bundesländern nur ganz wenige Büchereien, die sonntags geöffnet seien, gibt sie zu bedenken.

Samstag stark von Familien genutzt

Die Plettenberger Stadtbücherei hat bereits jetzt am Wochenende geöffnet – jeden Samstag für vier Stunden. Es habe sich herausgestellt, dass dieses Angebot unter anderem von Familien stark genutzt werde, sagt die Leiterin der Bücherei: „Das ist schon ein familienfreundlicher Termin.“

Vielleicht ist das der Grund dafür, dass es momentan keine Nachfrage nach einer Öffnung an Sonn- und Feiertagen gibt. „Der Wunsch ist bisher nicht an uns herangetragen worden“, sagt Flick-Schöttler.

Sollte die Stadtbücherei den Plettenbergern auch an Sonn- und Feiertagen zur Verfügung stehen, würde allerdings zusätzliches Personal benötigt, ist sie sich sicher. Dabei gebe es aber auch viele offene Fragen, wie eine solche Öffnung aussehen könnte.

„Man muss klären, ob man jeden Sonntag öffnet, für wie viele Stunden und was angeboten wird“, erklärt Flick-Schöttler. Gehe es nur darum, die Räumlichkeiten für die Büchereikunden zu öffnen, oder solle es auch eine Beratung und die Möglichkeit zu Ausleihe und Rückgabe geben? Solle auch die Nutzung von PC-Arbeitsplätzen und technischen Geräten möglich sein? Das seien die Fragen, von denen abhängt, wie viel Personal benötigt werde.

Aktuell gibt es bei der Stadtbücherei 4,5 Stellen. Das Team muss dabei nicht nur die bisher 31 Öffnungsstunden in der Woche abdecken, sondern arbeite auch viel im Hintergrund außerhalb der Öffnungszeiten. Zudem organisiere man mehr als 100 Veranstaltungen im Jahr. „Das sind viele Arbeiten, die der Kunde gar nicht sieht“, erklärt Christiane Flick-Schöttler.

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