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Keine Chance für braune Bücher: Buchhandlung setzt auf Vielfalt statt auf rechte Literatur

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Von: Ines Engelmann

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Esther Saalborn achte darauf, dass sich in den Regalen ihrer Buchhandlung keine rechte Literatur findet.
Esther Saalborn achte darauf, dass sich in den Regalen ihrer Buchhandlung keine rechte Literatur findet. © Archivfoto: Jona Wiechowski

Mächtig Aufruhr hat es bei der diesjährigen Frankfurter Buchmesse gegeben. Der politisch rechts zugeordnete Jungeuropa-Verlag erhielt einen zentralen Platz auf der Messe. Dies stieß auf so viel Unverständnis, dass einige Autoren ihre Lesungen absagten. Doch wie gehen Bibliotheken und Buchhandlungen im Lennetal mit diesem Thema um? Wo liegt die Grenze zwischen Meinungsfreiheit und Menschenverachtung?

Plettenberg - Wenden sich Kunden mit Buchwünschen an die Buchhandlung Plettendorff, dann versucht das Team fast alles, um den Wunsch zu erfüllen. Aber eben nur fast: „Ich möchte niemanden in irgendeine politische Richtung erziehen, aber wir machen bei offensichtlich rechten Büchern nicht immer das möglich, was wir könnten“, sagt Esther Saalborn, Inhaberin der Buchhandlung Plettendorff.

Es sei aber auch schwierig einzuschätzen, ob Leser sich mit den Inhalten rechter Bücher kritisch auseinander setzten. Man müsse auch bedenken, dass nicht alle, die solche Bücher lesen, auch rechts seien. „Manche Menschen kaufen diese Bücher für Informationszwecke“, betont Saalborn.

Viele Bücher mit rechten Inhalten haben die Büchereien und Buchhandlungen im Lennetal ohnehin nicht. Im Gegenteil. In der Buchhandlung Plettendorff setze man auf Lektüre mit Vielfalt: Das Kinderbuch „Ein Junge wie du“ von Frank Murphy oder Bücher von Tsitsi Dangarembga, der Schriftstellerin und Filmemacherin aus Simbabwe und Friedenspreisträgerin des deutschen Buchhandels 2021, sollen aufklären und mögliche Vorurteile abbauen.

Doch nicht nur die Inhalte bieten Diskussionsbedarf: Auch die Autoren selbst müssten hinterfragt werden. Denn es gibt durchaus Autoren wie Akif Pirinçci, die unpolitische Inhalte wie zum Beispiel vegane Kochbücher veröffentlicht haben, selbst aber der rechten Szene zuzuordnen sind. Dessen Bücher sind auch in der Plettenberger Stadtbücherei erhältlich. Ausgeliehen würden sie aber mittlerweile kaum noch.

Grundsätzlich würde die Bestände regelmäßig auf kritische Inhalte überprüft. Hierbei würden nicht nur rechte Bücher geprüft, sondern auch die anderer politischen Richtungen. Zudem richte man sich beim Einkauf nach Bestsellerlisten und Empfehlungen von erfahrungsgemäß seriösen Verlagsgruppen.

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