Bonifatiuskirche oder Container?

Zwischenlösung für Kita weiter offen - Schwebezustand frustriert Eltern

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Für eine Kita-Nutzung müsste die Bonifatiuskirche erst umgestaltet werden.

Auch nach der Sondersitzung des Rates ist immer noch nicht klar, ob die Kinder der Kita Holthausen I während des Umbaus der Vier-Täler-Schule in der Bonifatiuskirche untergebracht werden sollen oder ob es doch zu einer Container-Lösung kommen könnte. Für die Eltern ist dieser Schwebezustand frustrierend.

Plettenberg – „Wir sind natürlich nicht zufrieden damit“, sagt Ute Krehmer, eine der betroffenen Mütter. „Wir Eltern hängen komplett in der Luft.“ Ihr Eindruck: Die Bonifatiuskirche wird von der Verwaltung weiter als Zwischenlösung bevorzugt. Auch der Zeitpunkt des Asbestfunds in der Vier-Täler-Schule am Dienstag, durch den sich der Zeitdruck nochmals erhöhte, wundert sie: „Es ist schon praktisch für die Stadt, dass an dem Tag das Thema Asbest herausgekommen ist.“ 

Ob die Kinder tatsächlich in der Bonifatiuskirche einziehen, ist allerdings nicht beschlossene Sache. Die Verwaltung verfolgt nämlich auch eine mögliche Container-Lösung weiter und hat bereits mit mehreren Lieferanten Kontakt aufgenommen. Aufgrund der hohen Auftragssumme – laut Kostenschätzung zwischen 160 000 und 237 000 Euro – wäre für die Container ein normales Ausschreibungs- und Vergabeverfahren notwendig, erklärt Bürgermeister Ulrich Schulte. Durch den Asbest-fund sei nun jedoch eine Notsituation eingetreten, durch deren Dringlichkeit das Vergaberecht ausgesetzt werden kann: „Dieser Druck verschafft uns Handlungsmöglichkeiten im Vergaberecht, die wir vorher nicht gehabt hätten.“ 

Um die wiederholten Vorwürfe zu entkräften, es sei von vornherein nur in Richtung der Bonifatiuskirche geplant worden, hatte die Verwaltung für die Ratssondersitzung am Dienstag, noch bevor die Asbest-Thematik aufkam, eine umfangreiche Präsentation vorbereitet. Darin wurde dargelegt, welche Gebäude man für eine Kita-Zwischenlösung in Betracht gezogen habe und welche Vor- und Nachteile diese aufwiesen. Bei der Suche habe man sich von Holthausen immer weiter ins Stadtgebiet hineingearbeitet und sei bei der Kirche im Oestertal angelangt, erklärte Bauamtsleiter Sebastian Jülich in der Ratssitzung. Die Entfernung der Bonifatiuskirche im Oestertal wurde dabei klar als Nachteil genannt, dem man aber mit einem Shuttle-Service begegnen könnte. 

Als Vorteile wurden unter anderem die große Fläche genannt, die gute Bausubstanz, aber vor allem die sehr weit vorangeschrittene Planung. Verwunderlich aus Sicht der Mutter Ute Krehmer: Bei den Nachteilen werden weder Akustik noch Lichtverhältnisse aufgeführt. „Das sind wirklich zwei extrem wichtige Punkte, wo es tatsächlich um das Kindeswohl geht“, sagt Krehmer. Schon in einer normalen Kita sei es laut, aber die mögliche Belastung durch die Akustik in der Bonifatiuskirche würde die Kinder ungleich mehr belasten und stressen. 

„Die werden fix und fertig sein, wenn wir sie abholen.“ Im jetzigen Zustand sei die Kirche nicht für die Kita nutzbar, deswegen würde die Stadt sie für eine Kita-Nutzung umgestalten, erklärt Bürgermeister Schulte. „Ich verstehe die Sorge, dass es durch die Deckenhöhe und den Widerhall extrem laut wird.“ Deswegen, das habe man auch auf den Elternabenden so vorgestellt, sollen schallstoppende Elemente eingebaut werden. Die Lichtverhältnisse sollen durch den Austausch mehrerer Fenster verbessert werden. „Wir wollen auch die Bonifatiuskirche hell und freundlich gestalten“, sagt Schulte.

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