Hartmut Jenau schließt sein Geschäft

Trotz Ende alles im grünen Bereich

+
Am 15. Juni ist für Agathe Weiss, Hartmut Jenau und Elke Jenau-Lau Schluss.

Plettenberg – Obwohl Gärtnermeister Hartmut Jenau sein Blumengeschäft am Friedhof Hirtenböhl aus gesundheitlichen Gründen aufgeben muss, bleibt für Kunden und Angestellte alles soweit im grünen Bereich.

Alle Mitarbeiter konnten in den Evangelischen Friedhofsverband übernommen werden und auch die Kunden, die die Friedhofsarbeiten in Anspruch nehmen, müssen sich keine Sorgen machen. „Die Grabpflege wird weiter von meinen Mitarbeitern übernommen, nur sie arbeiten jetzt für den Friedhofsverband und nicht für mein Geschäft“, erklärt Jenau.

 Der 57-Jährige muss sich schweren Herzens für die Aufgabe seines Geschäftes entscheiden, „da es gesundheitlich einfach nicht mehr geht“, erklärt er. Von seinen Mitarbeitern wollte keiner das Geschäft weiterführen. „Ich habe leider keinen Nachfolger gefunden, deshalb ist Mitte Juni endgültig Schluss“, so der Friedhofsgärtner-Meister, der bis dato gemeinsam mit seiner Exfrau Kirsten Himmelmann das Geschäft geleitet hat. 

1970 fing die Geschichte von Blumen Jenau am Plettenberger Standort an. Hartmut Jenaus Eltern Walter und Christa übernahmen den Betrieb von Anneliese und Lieselotte Ohm. Sieben Jahre später begann dann die Arbeit mit Pflanzen für den damals jungen Hartmut Jenau, der seine Lehre in einer Friedhofsgärtnerei in Mannheim begann. Es schlossen sich nach seinem Bundeswehrdienst zwei Jahre in München an, bevor er 1986 die Meisterschule in Essen besuchte. Ein Jahr später begann seine Arbeit im Familienbetrieb in Plettenberg, den er 1995, ein Jahr nach dem Tod seines Vaters, von seiner Mutter übernahm.

 „Meine Schwester Elke hat Floristin gelernt. Bei uns waren von Anfang an alle mit in der Gärtnerei dabei – und das mit Herzblut“, erklärt Hartmut Jenau, dass es natürlich nicht leicht für ihn sei, nach so vielen Jahren seinen Laden aufzugeben. Die Verbindung zur Natur, der Umgang mit den Kunden – das alles habe ihm immer viel Freude bereitet. „Da wir ja hier direkt am Friedhof sind, bleibt die Laufkundschaft eher aus. Es sind also meistens die Stammkunden, die kommen, und man kennt sich mit der Zeit. Das wird einem schon fehlen“, ist sich der Plettenberger sicher. Er wird aber nicht nach dem Abverkauf, der noch bis zum 15. Juni laufen soll, die Füße hochlegen. Für ihn geht es weiter, als angestellter Gärtner bei der Prange-Gruppe. 

„Ich werde jetzt nicht auf einmal ohne alles dastehen und zum Glück als Gärtner weitermachen, so weit es die Gesundheit zulässt“, freut er sich auch auf seine neue Aufgabe. Wie mit dem Geschäft, das schon einen neuen Besitzer gefunden hat, weitergeht, weiß Jenau nicht. Seine Exfrau wird beim Friedhofsverband anfangen, wie auch die meisten der anderen Angestellten. Eine Mitarbeiterin habe eine neue Stelle in einem Halveraner Blumenladen gefunden und seine Schwester Elke geht in den wohlverdienten Ruhestand. Eventuell würde sie sich noch eine Nebentätigkeit suchen, das wisse sie aber noch nicht genau. 

Beim Friedhofsverband anzufangen sei für sie keine Alternative: „Ich schaffe das körperlich nicht mehr, was die dort machen, da es ja hauptsächlich die Gräberpflege sein wird“, sagt sie. Generell ist sich das Team einig, dass es eine schöne Zeit miteinander verbracht hat, sagt Jenau. „Es hat immer mal schwierige und mal bessere Zeiten gegeben – grundsätzlich waren wir aber immer sehr zufrieden“, so der Friedhofsgärtner-Meister. Er persönlich hoffe für seine Zukunft als Angestellter auf etwas mehr Freizeit, die er mit seiner Frau Ute und seinen zwei Mini-Collies verbringen möchte. „Wir campen viel – am liebsten in Deutschland. Dort, wo es Semmelknödel und Schweinebraten gibt“, sagt er lachend.

Abverkauf:

Blumen Jenau am Hirtenböhl schließt offiziell zum 31. Mai 2019 seine Pforten. Der Abverkauf soll aber noch bis zum 15. Juni immer von 8 bis 12.30 Uhr laufen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare